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Vogtei

Größe: 76,70 ha   
Landkreis: Anhalt-Bitterfeld  
Codierung: NSG0133___   
Verordnung:  Beschl. BT Halle v. 17.03.1983
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

Erhaltung von wertvollen Biotopstrukturen im Quellgebiet der Fuhne mit hoher Bedeutung für Flora und Fauna; Schutz seltener und gefährdeter Arten eines Niedermoor-Quellgebietes 

Lage

Das NSG (79 m ü. NN) liegt ca. 6 km nördlich von Zörbig im LSG "Fuhneaue" inmitten des Köthener und Halleschen Ackerlandes.

Beschreibung des Geländes

Das Bett der Fuhne befindet sich in einem breiten Sohlental.
Die Fuhne entwässert sowohl nach Osten zur Mulde als auch nach Westen zur Saale (Bifurkation), was eine Besonderheit darstellt.
Als grundwasserbestimmte- bzw. grundwasserbeherrschte Böden entstanden Niedermoortorf, Anmoor und Humusstaugley. Eingriffe haben die Grundwasseroberfläche sinken lassen, was zu einer starken Zersetzung der anmoorigen Böden führt.
Vom ehemaligen Torfabbau zeugen wassergefüllte Restlöcher mit unterschiedlichem Verlandungsgrad.

Vegetation

Wiesengesellschaften
Aus mesotrophen Grünländern sind durch verschiedene landwirtschaftliche Nutzungsformen produktive, aber artenarme Wirtschaftswiesen entstanden. Nur noch selten vorhanden sind die Pfeifengraswiese (Junco acutiflori-Molinietum caeruleae) und das Angelico-Cirsietum oleracei.
Hervorhebenswert sind dagegen Vorkommen von

  • Färber-Scharte (Serratula tinctoria),
  • Gelber und Glanz-Wiesenraute (Thalictrum flavum, T. lucidum),
  • Wiesen-Silau (Silaum silaus) und
  • Gewöhnlicher Natternzunge (Ophioglossum vulgatum).

Wälder und Gebüsche
Der ursprüngliche Erlen-Eschenwald (Pado-Fraxinetum) der Fuhneniederung ist in Resten erhalten geblieben. Grauweiden- und Faulbaum-Gebüsche (Urtico-Salicetum cinereae, Frangulo-Rubetum plicati) breiten sich in der Fuhneniederung ebenso aus wie auf den aufgelassenen feuchten Wiesen.
Südlich der Fuhne stocken Erlen-, Pappel- und Birkenforstbestände.

Torfstichgewässer
In diesem Bereich ist eine reiche Verlandungsvegetation entwickelt, wobei Schilfröhricht (Phragmitetum australis) am weitesten verbreitet ist. Außerdem kommen vor:

  • Gesellschaft mit Binsen-Schneide (Cladietum marisci),
  • Teichbinsen-Röhricht (Schoenoplectetum lacustris),
  • Rohrkolben-Bestände (Typhetum angustifoliae, T latifoliae),
  • Rohrglanzgras-Röhricht (Phalaridetum arundinaceae),
  • Sumpfseggen-Ried (Caricetum acutiformis) und
  • Scheinzyper-Seggenried (Cicuto virosae-Caricetum pseudocyperi).

Schwimmblattgesellschaften sind nur in Form von Initialstadien mit Weißer Seerose (Numphaea alba) vertreten. In der Fuhne entwickelt sich die Wasserfedergesellschaft (Ranunculo-Hottonietum palustris).

Fauna

Das NSG weist eine artenreiche Avifauna auf, dazu gehören unter anderem

  • Rot- und Schwarzmilan (Milvus milvus, M. migrans),
  • Rohrweihe (Circus aeruginosus),
  • Mäusebussard (Buteo buteo),
  • Turmfalke (Falco tinnunculus),
  • Waldkauz (Strix aluco),
  • Waldohreule (Asio otus),
  • Zwergtaucher (Podiceps ruficollis),
  • Wasserralle (Rallus aquaticus),
  • Teichralle (Gallinula chloropus),
  • Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) und
  • Beutelmeise (Remiz pendulinus).

Vertreter der Herpetofauna sind beispielsweise

  • Gras- und Moorfrosch (Rana temporaria, R. arvalis),
  • Teich- und Seefrosch (Rana esculenta, R. ridibunda) und
  • Wechsel- und Erdkröte (Bufo viridis, B. bufo),
  • Teichmolch (Triturus vulgaris) und
  • Ringelnatter (Natrix natrix).

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Der Zustand des Gebietes ist differenziert zu betrachten. Neben der Verbesserung der Wasserqualität sind Maßnahmen zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung des natürlichen Wasserregimes notwendig. Sowohl der Verzicht auf Grabenräumung als auch die Stilllegung noch vorhandener Drainagen bzw. das Verschließen ableitender Gräben können zur Regenerierung der Niedermoorbereiche beitragen. Artenreiche Grünlandbestände sind durch Intensionsnutzung überwiegend verschwunden.
Das NSG liegt teilweise im FFH-Gebiet "Fuhnequellgebiet Vogtei westlich Wolfen".

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