Forstwerder

Größe: 11,00 ha   
Stadtkreis: Halle   
Codierung: NSG0185___   
Verordnung:  VO v. 07.12.1998 (Amtsbl. f. d. Reg.-Bez. Halle. - 7(1998)16 v. 09.12.1998)   
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

NSG "Forstwerder"

Schutz eines wertvollen Auenwaldrestes im Stadtgebiet von Halle als wichtiges Bindeglied im Biotopverbund entlang der Saale. 

Lage

Das NSG (75 m ü. NN) schließt sowohl die Saaleinsel Forstwerder als auch eine weitere kleine Insel im nördlichen Teil der Stadt Halle ein. Es ist Teil des LSG "Saale".

Beschreibung des Geländes

Das NSG liegt im Hochwasserbereich der Saale. Das Westufer ist geprägt durch die natürliche Dynamik der Uferzonenbildung mit Kies- und Schlammbänken sowie Abbruchkanten.

Vegetation

Scharbockskraut

Das NSG ist gekennzeichnet durch einen größeren Hartholzauenwaldkomplex (Querco-Ulmetum minoris), in dessen Baumschicht 150- bis 200jährige Alteichen und Gewöhnliche Eschen (Fraxinus excelsior) stocken. Die Winter-Linde (Tilia cordata) ist vor allem in der unteren Baumschicht vorhanden. Jüngere Waldbestände werden aufgebaut von Winter-Linde, Spitz-Ahorn (Acer plantanoides), Berg-Ahorn (A. pseudoplatanus) und Feld-Ahorn (A. campestre).

Größere Flächen sind vom Efeu überwuchert.
Den Frühjahrsaspekt der Krautschicht bilden Moschuskraut (Adoxa moschatellina), Busch-Windröschen(Anemone nemorosa), Gelbes Windröschen (A. ranunculoides), Wald-Goldstern (Gagea lutea), Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), Hohler Lerchensporn (Corydalis cava) und Mittlerer Lerchensporn (C. intermedia).

Eine Besonderheit ist das reiche Vorkommen der Wilden Tulpe (Tulipa sylvestris).

Eine aufgelassene Auenwiese entwickelt sich zu einer ruderalen Hochstaudenflur. Alte Pappeln säumen das Nordwestufer und sind auf der Nordspitze anzutreffen.
Bisher konnten 165 Samenpflanzenarten und 10 Moosarten im NSG nachgewiesen werden.

Fauna

Gebirgsstelze

Der Forstwerder bietet einer artenreichen Avifauna günstige Lebens- und Brutbedingungen, z.B. für Rotmilan (Milvus milvus), Mäusebussard (Buteo buteo), Schwarzspecht (Dryocopus martius), Gebirgsstelze (Motacilla cinerea), Schwanz-(Aegithalos caudatus) und Beutelmeise (Remiz pendulinus).

Stellvertretend für weitere Tiere sollen genannt werden:                                                                                

Säugetiere
◦Nutria (Myocastor coypus),
◦Feldspitzmaus (Crocidura leucodon),
◦Kleiner Abendsegler (Nyctalus leisleri),
◦Breitflügelfledermaus(Eptesicus serotinus),
◦Wasserfledermaus (Myotis daubentoni),

Schmetterlinge
◦Damenbrett (Melanargia galathea),
◦Aurorafalter (Anthocharis cardamines),
◦Kleiner Heufalter (Coenonympha pamphilus),
◦C-Falter (Polygonia c- album),
◦Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus).

Kriechtiere
◦Ringelnatter (Natrix natrix);

Schnecken
◦Weinbergschnecke (Helix pomatia).

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Das Gebiet befindet sich trotz einer größeren Bestandslücke in einem guten Zustand. Die Behandlung sollte auf einen eingriffsarmen Umbau nichtstandortheimischer Gehölze ausgerichtet sein. Das NSG liegt im FFH-Gebiet "Nordspitze der Peißnitz und Forstwerder in Halle".

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