Blonsberg

Größe: 31,00 ha   
Landkreis: Saalekreis   
Codierung: NSG0177___   
Verordnung:  VO Halle v. 02.04.1998 (Amtsbl. f. d. Reg.-Bez. Halle. - 7(1998)5 v. 22.04.1998) 
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

NSG "Blonsberg"

Schutz und Erhaltung wertvoller Halbtrocken- und Trockenrasen auf Porphyr; Schutz der Strauch- und Baumbestände; Sicherung des Lebensraumes gefährdeter Pflanzen- und Tierarten.

Lage

Der Blonsberg (ca. 190 m ü. NN) befindet sich ca. 7 km nördlich von Halle nahe dem Petersberg. Er ist eine 40 m hohe Erhebung inmitten des Halleschen Ackerlandes. Der Untergrund des NSG wird vom kleinkristallinen Petersbergporphyr gebildet. Ein Teil des Schutzgebietes wurde militärisch genutzt.

Vegetation

Kuhschelle

Im NSG überwiegen großflächige Halbtrockenrasen mit Hecken und einzelnen Obstbäumen. Aufgrund der Nichtnutzung der Flächen erfolgte eine zunehmende Verbuschung insbesondere mit Rosen- und Weißdorngebüschen.
Am Osthang ist winterlindenreicher Traubeneichen-Hainbuchenwald (Galio sylvatici-Carpinetum betuli) vorhanden. Nördlich davon wurden Kiefern und Robinien eingebracht.
In diesem Bereich existieren noch kleinere, als Flächennaturdenkmale ausgewiesene Lichtungen mit Halbtrockenrasen.
Während in den Halbtrockenrasen die Wiesenhafer-Gesellschaft (Filipendulo vulgaris-Avenuletum pratensis) dominiert, haben Zwergstrauchheiden (Euphorbio-Callunetum) kaum Bedeutung. In lößbeeinflußten Unterhangbereichen siedeln auch Fiederzwenkenrasen (Festuco rupicolae-Brachypodietum pinnati).
Aus floristischer Sicht ist der Blonsberg bedeutungsvoll, da hier gefährdete und seltene Pflanzenarten vorkommen. Besonders erwähnenswert sind: Nelken-Schmielenhafer (Avena caryophyllea), Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata), Felsen-Goldstern (Gagea bohemica), Kleines Knabenkraut (Orchis morio), Ähriger Blauweiderich (Pseudolysimachium spicatum), Graue Skabiose (Skabiosa canescens), Pfriemengras (Stipa capillata), Frühlings- Ehrenpreis (Veronica verna), Früher Ehrenpreis (Veronica praecox) sowie Gemeine Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris).

Fauna

Ortolan

Im NSG finden zahlreiche gefährdete Tierarten günstige Lebensbedingungen.
Hervorhebenswert ist das Vorkommen verschiedener Heuschreckenarten, wie z. B.Gefleckte Keulenschrecke (Myrmeleotettix maculatus), Rotleibiger Grashüpfer (Omocestus haemorrhoidalis) und Kleiner Heidegrashüpfer (Stenobothrus stigmaticus).
Von den Laufkäfern soll der Carabus convexus, eine Rote-Liste-Art, genannt werden.
Die Bienenfauna ist mit solchen Arten wie Andrena curvungula, Bombus pratorum, Coelioxys inermis, Halictus smaragdulus, Hylaeus cornutus, H. gracilicornis, Megachile ligniseca, Osmia anthocopoides und Hophitoides canus vertreten.
Auch interessante Brutvogelarten haben ihren Lebensraum im NSG, u. a. Rotmilan (Milvus milvus), Schwarzmilan (Milvus migrans), Rebhuhn (Perdix perdix), Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria), Ortolan (Emberiza ortulana) und Grauammer (Emberiza calandra).

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Das Schutzgebiet befindet sich in keinem befriedigenden Zustand. Maßnahmen zur Erhaltung und Pflege sollten die Entbuschung von Teilflächen sowie die extensive Nutzung von Offenbereichen als Schafweide beinhalten. Eine weitere Maßnahme ist die Umgestaltung standortfremder Aufforstungen in naturnahe Bestockungen.
Das NSG ist als FFH-Gebiet "Blonsberg nördlich Halle"durch die EU bestätigt. 

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