Die Anlagenbau Umweltprojekt GmbH bereitet die Wiederinbetriebnahme ihrer Anlage zur Brennstoffproduktion am Standort Bernburg vor. Das Unternehmen hat dazu am 12. März 2026 eine entsprechende Anzeige nach § 15 Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) beim zuständigen Landesverwaltungsamt Sachsen‑Anhalt eingereicht.
Die Anlage dient der mechanischen Behandlung nicht gefährlicher, heizwertreicher Abfälle zur Herstellung von Ersatzbrennstoffen und ist für eine Jahresdurchsatzleistung von bis zu 66.000 Tonnen genehmigt. Sie wurde zuletzt nach einem Brandereignis im Frühjahr 2025 vorübergehend außer Betrieb genommen.
Brandereignis im April 2025
Am 8. April 2025 war es gegen 3:50 Uhr im Inputbereich der Produktionshalle zu einem Brand gekommen. Rund 200 Tonnen Mischkunststoffe waren betroffen. Große Teile der Halle sowie die Anlagentechnik und Förderbänder wurden beschädigt. Personen kamen dabei nicht zu Schaden. Die Löscharbeiten erfolgten mit Wasser.
Die Staatsanwaltschaft Magdeburg stellte das Ermittlungsverfahren zur Brandursache im Juli 2025 ein.
Wiederaufbau weitgehend im genehmigten Bestand
Nach dem Brand wurden umfassende Prüfungs‑, Reinigungs‑ und Sicherungsarbeiten durchgeführt. Eine Standsicherheitsprüfung ergab die Notwendigkeit baulicher Maßnahmen, darunter der Austausch einzelner Tragbauteile und Schraubverbindungen sowie eine großflächige Erneuerung der Hallenfassade. Nach Abschluss dieser Arbeiten steht das Gebäude für den erneuten Einbau der Anlagentechnik zur Verfügung.
Beim Wiederaufbau setzt der Betreiber auf bewährte Technik. Der Maschinenpark soll weitgehend identisch zum bisherigen genehmigten Zustand ausgeführt werden. Ziel ist es, die Anlage zügig und regelkonform wieder in Betrieb zu nehmen.
Verbesserter Brandschutz und neue Infrastruktur
Ein besonderer Fokus liegt auf der Verbesserung des Brandschutzes. Angesichts zunehmender Brandereignisse in der Branche plant das Unternehmen zusätzliche technische Maßnahmen über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus.
Künftig sollen drei automatische Brandlöschturbinen installiert werden. Ergänzt wird das System durch insgesamt sieben Infrarotkameras zur frühzeitigen Branderkennung. Darüber hinaus werden die Zerkleinerungsaggregate mit Sprühflutanlagen ausgestattet.
Auch die Löschwasserrückhaltung wird neu organisiert: Barrieren an Toren und Türen sorgen dafür, dass im Brandfall Löschwasser innerhalb der Halle zurückgehalten wird. Im Außenbereich wird es gezielt in ein Rückhaltebecken mit Schlammfang geleitet.
Zur Umsetzung des Brandschutzkonzepts ist außerdem der Bau eines Löschwasserbehälters mit einem Volumen von 650 Kubikmetern geplant. Die erforderlichen Fundament‑ und Tiefbauarbeiten sollen im Zuge der Wiederaufbaumaßnahmen durchgeführt werden.
Die Investitionskosten für Wiederaufbau, Brandschutzmaßnahmen und Infrastruktur belaufen sich auf rund 6,2 Millionen Euro einschließlich Mehrwertsteuer. In der Anlage sind 10 Mitarbeiter beschäftigt.

