Im Jahr 2025 jährten sich das Ende des Deutschen Bauernkrieges (1524/25) sowie der Todestag des Reformators Thomas Müntzer zum 500. Mal. Das Land Sachsen‑Anhalt hat dieses bundesweit begangene Gedenkjahr mit einer Vielzahl kultureller Projekte, einem umfangreichen Ausstellungsprogramm und zahlreichen regionalen Aktivitäten eindrucksvoll mitgestaltet.
Unter dem Titel „Gerechtigkeyt 1525“ erinnerten bereits 2024/2025 die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen‑Anhalt, die Kunststiftung Sachsen‑Anhalt, die Kulturstiftung Sachsen‑Anhalt und die Werkleitz Gesellschaft in sechs Präsentationen an fünf Standorten an Müntzers Wirken und an die historischen wie gesellschaftlichen Folgen des Bauernkrieges. Die Projekte nahmen dabei nicht nur die Vergangenheit in den Blick, sondern stellten insbesondere aktuelle Fragen nach Gerechtigkeit, individueller Freiheit, Teilhabe und Mitbestimmung in den Mittelpunkt.
Über 7 Millionen Euro für das Gedenken
Für die Kulturfördermaßnahmen im Rahmen des Jubiläums stellten Land und Bund insgesamt rund 7,1 Millionen Euro bereit. Die Umsetzung der Mittel erfolgte zentral durch das Landesverwaltungsamt Sachsen‑Anhalt, das im Bereich Kulturförderung regelmäßig Publikationen, Richtlinien und Förderübersichten bereitstellt und auch im Jubiläumszeitraum als verlässlicher Partner der Kulturakteure im Land agierte.
Die aktuelle Förderstatistik zeigt ein erhebliches Fördervolumen, aus dem sich vor allem die starke Breite und Vielfalt der Maßnahmen ablesen lässt. Beispielhaft hervorzuheben sind:
- Die große Sonderausstellung „Planetarische Bauern“ der Kulturstiftung Sachsen‑Anhalt, die mit insgesamt rund 1,9 Mio. Euro aus Landes- und Bundesmitteln unterstützt wurde.
- Die Mitmachausstellung „500 Jahre Bauernkrieg“ der Stiftung Luthergedenkstätten in Eisleben und Mansfeld, die mit über 1,47 Mio. Euro gefördert wurde und besonders viele Besucherinnen und Besucher erreichte.
- Der Kunstparcours in Allstedt anlässlich „500 Jahre Bauernkrieg“ und „500. Todestag Thomas Müntzer“, der rund 710.000 Euro Förderung erhielt und Kunst im öffentlichen Raum mit historischer Reflexion verband.
- Das Projektbüro Mansfeld‑Südharz sowie das bürgerschaftliche Rahmenprogramm, die gemeinsam über 1,7 Mio. Euro Förderung erhielten und entscheidend zur regionalen Vernetzung, Vorbereitung und Begleitung des Gedenkjahres beitrugen.
Auch kleinere, aber kulturell wertvolle Projekte, wie das HEIMATSTIPENDIUM „Eine Prägung für Müntzer“ oder museumpädagogische Angebote vor Ort, trugen maßgeblich zur kulturellen Vielfalt des Gedenkjahres bei.
Starke kommunale Beteiligung und bürgerschaftliches Engagement
Das Gedenkjahr lebte nicht allein von den großen Ausstellungen. Vielmehr prägten zahlreiche lokale Veranstaltungen, organisiert von Städten und Gemeinden, Vereinen, Initiativen und regionalen Kulturträgern, das Gesamtbild. Diese Angebote ermöglichten es Bürgerinnen und Bürgern wie Gästen gleichermaßen, sich auf vielfältige Weise mit der Geschichte des Bauernkriegs auseinanderzusetzen.
Die Bandbreite reichte von musealen Sonderprogrammen über Theater, Konzerte und Vorträge bis hin zu historischen Rundgängen, Festen und Kunstprojekten im öffentlichen Raum. Das Land Sachsen‑Anhalt unterstützte diese kommunalen Aktivitäten zusätzlich durch eigene Förderlinien, wodurch ein lebendiges, dezentral organisiertes Gedenkjahr entstand, das weit über die Grenzen des Landes hinaus Aufmerksamkeit erhielt.
Ein gelungenes Gedenkjahr – Bilanz und Ausblick
Mit der erfolgreichen Umsetzung der Jubiläumsmaßnahmen bestätigt das Landesverwaltungsamt seine Rolle als verlässlicher Partner für Kunst‑ und Kulturschaffende im Land. Die breit gefächerte Förderung und die Vielzahl an Projekten zeigen, dass Sachsen‑Anhalt sein historisches Erbe nicht nur bewahrt, sondern aktiv in den gesellschaftlichen Diskurs der Gegenwart einbringt.
Die Erfahrungen aus dem Gedenkjahr fließen nun in weitere kulturelle Entwicklungsprozesse ein, ganz im Sinne der Kulturförderung des Landes, die Transparenz, Teilhabe und nachhaltige kulturelle Strukturen stärkt.

