Taufwiesenberge

Größe: 40,00 ha   
Landkreis: Jerichower Land   
Codierung: NSG0189___   
Verordnung:  VO v. 15.11.1999 (Amtsbl. f. d. Reg.-Bez. Magdeburg.- 8(1999)11 v. 15.11.1999,S. 110) 
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

NSG "Taufwiesenberg"

Erhaltung einer artenreichen Trockenrasen-Magerrasen-Vegetation als Lebensraum vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten. 

Lage

Das Naturschutzgebiet (53,2 m ü. NN) befindet sich ca. 1 km nordöstlich von Hohenwarthe auf einem Dünenzug rechts der Elbe am Übergang zur Elbaue. Das einstweilig sichergestellte NSG liegt im LSG "Zuwachs-Külzauer Forst".

Beschreibung des Geländes

Die Kuppen der Taufwiesenberge sind Flugsandbildungen, deren dünenartig welliges Relief durch anthropogene Einflüsse in den letzten Jahrzehnten stark überprägt wurde. Neben vegetationsfreien Flugsandkuppen befinden sich auch durch militärische Nutzung entstandene tiefe Gräben und Grabungslöcher im Gebiet.
Den östlichen Teil des NSG prägt eine Kette von Abgrabungsgewässern, die durch Sandabbau entstanden sind. Diese Gräben unterliegen dem direkten Einfluß des Grundwasserstandes, der wiederum vom Elbewasserstand bestimmt wird. Starke Wasserspiegelschwankungen sind daher möglich.
Das NSG wird vom aufgeschütteten Damm der alten Berliner Eisenbahn durchquert.

Vegetation

Die offenen Bereiche im Naturschutzgebiet werden von unterschiedlichen Arten der Sandtrockenrasen bestimmt. Neben vegetationsfreien Flächen kommen Pionierstadien und Fragmente flechtenreicher Silbergras-Fluren (Corynephoretalia canescentis) und reichere Sandmagerrasen (Armerion elongatae) vor.
Die Sandmagerrasen und benachbartes mesophiles Grünland sind von einzelnen Weißdorn- und Rosensträuchern sowie Kiefern durchsetzt. Hervorzuheben ist hier das Vorkommen der in Sachsen-Anhalt seltenen Apfel-Rose (Rosa villosa). Die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) tritt als Neophyt im Gebiet auf und breitet sich auch auf dem Magerrasen aus. Das Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos) dringt auf Teilflächen in die Magerrasengesellschaften ein und bewirkt einen Rückgang der konkurrenz-schwächeren Arten.
Die fortschreitende Sukzession führt zu wolfsmilchreichen Besenheide-Fragmenten (Euphorbio-Callunetum). Die Kuppe und der Südostabhang der Taufwiesenberge sind mit einem armen Kiefernforst bestockt.
Einige Randbereiche des NSG werden ackerbaulich genutzt. Röhrichte des Typhetum angustifoliae und des Phragmitetum australis und Gebüsche schmalblättriger Weiden (Salicetum triandrae) befinden sich im Uferbereich der Abgrabungsgewässer und sind teilweise weit in diese hineingewachsen.
Zu den gefährdeten Pflanzenarten diese Bereiches gehören z. B.
Braunes Zyperngras (Cyperus fuscus), Gottes-Gnadenkraut (Gratiola officinalis) oder Ähriges Tausendblatt (Myriophyllum spicatum).
Im Gewässer selbst dominiert ein Unterwasserrasen des Ährigen Tausendblattes.

Fauna

Brachpieper (Anthus camprestis), Wiedehopf (Upupa epops) Raubwürger (Lanius excubitor) und Waldohreule (Asio otus).
Die Gewässer und ihre Randzonen sind der Lebensraum für Rothalstaucher (Podiceps grisegena)Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus), Beutelmeise (Remiz pendulinus), Uferschwalbe (Riparia riparia), Rotbauchunke (Bombina bombina).
Die Kreuzkröte (Bufo calamita) benutzt diesen Bereich zum Laichen.

Die baumfreien Flächen sind Lebensraum der Blauflügeligen Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens) und der Blauflügeligen Sandschrecke (Sphingonotus caerulans). Hier ist auch der Ameisenlöwe (Myrmeleon spec.) zahlreich vertreten.

Die Libellenfauna ist u. a. gekennzeichnet durch: 

  • die Südliche Binsenjungfer (Lestes barbarus) und
  • die Kleine Königslibelle (Anax parthenope) an den Abgrabungslöchern sowie
  • die Südlichen Mosaikjungfer (Aeshna affinis) an den temporären Flutrinnen der Retentionsflächen.

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Aufgrund seiner Kleinflächigkeit ist das Gebiet sehr störanfällig. Der Besucherverkehr führt zu Beeinträchigungen, weshalb Naturliebhaber gelenkt und geleitet werden müssen. Die Beseitigung von Kiefernanflug und Spätblühender Traubenkirsche in den Silbergrasfluren, Sandmagerrasen und Heidefragmenten erscheint sinnvoll. Bei Entbuschung ist das Vorkommen von Rosa villosa zu belassen. Das NSG könnte entlang des alten Berliner Eisenbahndammes als auch zwischen dem Pfingstanger und den Taufwiesenbergen erweitert werden. Das NSG liegt im EU SPA "Elbaue Jerichow" sowie im FFH-Gebiet "Elbaue südlich Rogätz mit Ohremündung".

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