Schmoner Busch, Spielberger Höhe und Elsloch

Größe: 298,00 ha   
Landkreis: Burgenlandkreis, Saalekreis  
Codierung: NSG0122___   
Verordnung:  VO v. 14.06.1994 (Amtsbl. f. d. Reg.-Bez. Halle. - 3(1994)11 v. 27.06.1994) - Neuausweisung des früheren NSG "Hänge bei Niederschmon"   
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

NSG "Schmoner Busch, Spielberger Höhe und Elsloch"

Erhaltung, Sicherung und Entwicklung geomorphologisch interessanter Geländeformen mit z. T. sehr seltenen, schützenswerten Biotoptypen, Pflanzen- und Tierarten sowie deren Lebensgemeinschaften. 

Lage

Das NSG (140 - 238,6 m ü. NN) liegt zum Teil im LSG "Unstrut-Triasland" ca. 4 km südlich von Querfurt. Es erstreckt sich über eine Länge von etwa 9 km.

Geologische Beschaffenheit

Im NSG vollzieht sich der Übergang von der Querfurter Platte zum Nebraer Unstruttal. Das Plateau und der obere Steilhang werden von den Schichten des Unteren Muschelkalkes mit einer wechselnd mächtigen Lößdecke gebildet. Der untere Hang weist Schluff- und Mergelsteine des Oberen Buntsandsteins (Röt) mit mehreren Gipshorizonten auf. Die vom Sulfatgestein geprägten Böden sind oft vegetationsfrei, weshalb die Röthänge als Geotope angesehen werden können.

Vegetation

Der für das mitteldeutsche Trockengebiet typische Waldlabkraut- Traubeneichen-Hainbuchenwald (Galio sylvatici Carpinetum betuli) stockt vor allem im Schmoner Busch und im Grockstädter Holz.
In Runsen kommt Gewöhnliche Esche (Fraxinus excelsior) hinzu und teilweise treten Sommer-Linden (Tilia platyphyllos) auf.
Für die Krautschicht sind kennzeichnend:

  • Wald-Labkraut (Galium sylvaticum),
  • Türkenbundlilie (Lilium martagon),
  • Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum),
  • Großes Zweiblatt (Listera ovata) und
  • Goldnessel (Galeobdolon luteum) sowie
  • Vogel-Nestwurz (Neottia nidus-avis) und
  • Sitter-Arten.

An den Oberhangkanten im Schmoner Busch gesellen sich zum aufgelockerten Winterlindenwald (Tilia cordata),Feld-Ahorn (Acer campestre), Elsbeere (Sorbus torminalis), Kornelkirsche (Cornus mas) und Wolliger Schneeball (Viburnum lantana) hinzu.

Die typische wärmeliebende Gebüschgesellschaft des Schneeball- Hartriegel-Gebüsches (Viburno lantanae-Cornetum sanguinei) bildet die Waldmäntel der größeren und kleineren Wälder sowie auch die flächigen Gebüsche. Mit den Gebüschen ist der Blutstorchschnabel- Hirschwurz-Saum (Geranio sanguinei-Peucedanetum cervariae) eng verzahnt.

Trocken- und Halbtrockenrasen, die eine Verbuschungstendenz aufweisen, sind häufig im mittleren und südlichen Gebietsteil ausgebildet.
Auf tiefgründigem Lößboden an den Mittel- und Unterhängen ist auf größeren Flächen Furchenschwingel-Fiederzwenken-Halbtrockenrasen (Festuco rupicolae-Brachypodietum pinnati) anzutreffen.
Während Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea) und Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) häufiger vorkommen, sind Große Händelwurz (Gymnadenia conopsea), Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis) und Silberdistel (Carlina acaulis) eher selten.

Eine Besonderheit des NSG ist die in geringem Umfang vorhandene Mädesüß- Wiesenhafer-Gesellschaft (Filipendulo vulgaris-Avenuletum pratensis) .
 Kleinflächig treten folgende Trockenrasen auf:

  • Gamander-Blaugras-Trockenrasen (Teucrio-Seslerietum) in der initialen Ausbildung mit der Braunroten Sitter (Epipactis atrorubens) auf Kalkschotterhalden,
  • Badener Rispengras-Flur (Sedo-Poetum badensis) auf winzigen Kalksteinfelspodesten,
  • Walliserschwingel- Pfriemengras-Trockenrasen (Festuco valesiacae-Stipetum capillatae) auf flachgründigem Boden.

Große Flächen von aufgelassenen Streuobstwiesen verbuschen zunehmend. Fiederzwenken-Halbtrockenrasen (Festuco rupicolae-Brachypodietum pinnati) und trockene Glatthaferwiesen (Dauco carotae- Arrhenatheretum elatioris) sind geringer verbuscht.
In Senkenlagen befinden sich einige Feuchtwiesen und Reste von Erlenbrüchen. Auch Ackerflächen gehören zum NSG.

Fauna

Zu den wärmeliebenden Vogelarten, die im NSG in überdurchschnittlicher Dichte brüten, gehören Wendehals (Jynx torquilla) und Neuntöter (Lanius collurio). Wenige Paare gibt es von Ortolan (Emberiza ortulana) und Grauammer (Emberiza calandra) . Die seltene Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) erreicht hier ihre westliche Verbreitungsgrenze.
Im NSG kommen die Fledermausarten Mausohr (Myotis myotis) und Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) vor.

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Durch entsprechende Pflegemaßnahmen, z. B. extensive Schafweide, ist der Verbuschungstendenz in den offenen Bereichen entgegenzuwirken. Auch die Streuobstwiesen bedürfen der Pflege. Eine mögliche Bewirtschaftungsform für Teile der Waldfläche ist die historische Niederwaldwirtschaft.
Nicht zu empfehlen ist ein weiterer landwirtschaftlicher Wegebau im NSG. Ein Funkmast und Windkraftanlagen an der oberen Hangkante der Hahnenberge beeinträchtigen das Landschaftsbild.
Das NSG ist als FFH-Gebiet "Schmoner Busch, Spielberger Höhe und Elsloch südlich Querfurt" von der EU bestätigt.

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