Schierstedter Busch

Größe: 23,36 ha   
Landkreis: Salzlandkreis   
Codierung: NSG0072___   
Verordnung:  AO v. 11.09.1967 (GBl. d. DDR Teil II.-(1967)95 v. 19.10.1967, S.697) in der Fassung v. 01.01.1997 (GVBl. LSA.- 8(1997)1 v. 02.01.1997, S. 2 - Rechtsbereinigungsgesetz)
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

 

 

Schutzziel

Schierstedter Busch

Erhaltung eines naturnahen Niederungswaldes als Brut-, Wohn- und Rastgebiet einer artenreichen Vogelwelt. 

Lage

Das NSG (96-100 m ü. NN) liegt östlich von Aschersleben in der Niederung am Zusammenfluß von Wipper und Eine.

Geologische Beschaffenheit

Das NSG befindet sich im Bereich des Schierstedter Sattels. Subrosionsbedingte Senkungen haben zur Entstehung des Wippertales geführt.
Den Untergrund bilden Gesteine des Unteren Buntsandsteins, auf denen sich die quartären Sande und Kiese abgelagert haben. Als grundwasserbeeinflußte Bodentypen sind Gleye ausgebildet.

Vegetation

Die pflanzengeographische Stellung des Gebietes wird von südlich-kontinentalen Arten wie Glanz-Melde (Atriplex sagittata) und Tataren-Melde (Atriplex tatarica) gekennzeichnet.
An den Ufern wachsen Eschen-Ulmen-Auenwaldreste (Querco-Ulmetum minoris), verstreut auch Weidengebüsche (Salicetum fragilis) aus Sal-Weiden (Salix caprea), Bruch-Weiden (Salix fragilis) und Korb-Weiden(Salix viminalis ).

Röhrichte, Riede und Grünlandflächen kommen ebenfalls vor.
Höhergelegenes mesophiles Grünland (Tanaceto vulgaris- Arrhenatheretum elatioris) geht bei stärkerem Grundwassereinfluß in Wiesenfuchsschwanz-Bestände (Galio molluginis-Alopecuretum pratensis) und Kohldistel-Wiesen (Angelico sylvestris-Cirsietum oleracei) über.

In den Senken sind Schlankseggen-Riede (Caricetum gracilis), Schilf-Röhrichte (Phragmitetum australis), an deren Rändern feuchte Staudenfluren siedeln, und Bruchwald anzutreffen.

In geringem Umfang sind Äcker, Streuobstbestände und andere Gehölze vorhanden.

Fauna

Infolge der hervorragenden Vegetationsbedingungen ist das NSG ein ornithologisches Reservat für Brutvögel wie

  • Rohrweihe (Circus aeruginosus),
  • Rot- und Schwarzmilan (Milvus milvus, Milvus migrans),
  • Zwergtaucher (Podiceps ruficollis),
  • Wasserralle (Rallus aquaticus),
  • Braunkehlchen (Saxicola rubetra),
  • Feldschwirl (Locustella naevia),
  • Drossel- und Teichrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus, A. scirpaceus) sowie
  • Sumpf- und Schilfrohrsänger (Acrocephalus palustris, A. schoenobaenus).

Als Durchzugsgebiet wird es genutzt von

  • Seeadler (Haliaeëtus albicilla),
  • Eisvogel (Alcedo atthis),
  • Wiedehopf (Upupa epops),
  • Beutelmeise (Remiz pendulinus),
  • Ringdrossel (Turdus torquatus),
  • Schlagschwirl (Locustella fluviatilis) und
  • Blaukehlchen (Luscinia svecica).

Das Gebiet eignet sich für die direkte Beobachtung des Vogelzuges, da die Wippertalung in diesem Abschnitt als markante Leitlinie wirkt.

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Der Gebietszustand ist gut. Das NSG liegt im FFH-Vorschlagsgebiet "Wipper unterhalb Wippra".

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