Saaleaue bei Goseck

Größe: 133,00 ha  
Landkreis: Burgenlandkreis  
Codierung: NSG0268___  
Verordnung:  VO v.16.12.2002 (Amtsbl. f. d. Reg.-Bez. Halle. - 11(2002)14 v. 19.12.2002, S. 126), Änderungsverordnung v. 25.06.03 (Amtsbl. f. d. Reg.-Bez. Halle. - 12(2003)8 v. 24.07.2003)
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

 

 

Schutzziel

NSG "Saaleaue bei Goseck"

Schutz und Erhaltung der verschiedenen Biotope eines südexponierten Saalehanges sowie der Saaleaue mit Altwässern und Hartholzauenwald-Resten; Sicherung der Lebensräume wertvoller Tier- und Pflanzenarten

Lage

Das NSG (100-175 m ü. NN) liegt im LSG "Saale" ca. 5 km südwestlich von Weißenfels. Es erstreckt sich entlang der Saale zwischen Goseck und Lobitzsch.

Geologische Beschaffenheit

Den Untergrund des zum NSG gehörenden Steilhanges bildet Mittlerer Buntsandstein mit aufgelagerten Rankern und Fahlerden. Auenlehm-Vega und Niedermoorboden sind Bodenformen der Saaleaue.

Vegetation

Während zwischen dem Igelsberg (175,8 m ü. NN) und Lobitzsch ein Eichen-Hainbuchen-Wald (Galio sylvatici-Carpinetum betuli) stockt, siedelt am Unterhang ein Ulmen-Eschen- Hangwald (Carpino-Ulmetum minoris). Bestimmend für die Krautschicht sind solche Arten wie Kleinblütiges Springkraut (Impatiens parviflora), Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata), Taumel-Kälberkropf (Chaerophyllum temulum) und Ausdauerndes Bingelkraut (Mercurialis perennis) sowie Türkenbund-Lilie (Lilium martagon), Großes Zweiblatt (Listera ovata) und Gefleckter Aronstab(Arum maculatum).

In einem schluchtartigen kurzen Seitental östlich des Schlosses Goseck sind Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus), Berg-Ulme (Ulmus glabra), Trauben-Eiche (Quercus petraea) und Esche (Fraxinus excelsior) Bestandsbildner der Laubmischwälder.

Typische Pflanzenarten der quellfeuchten Stellen im Unterhangbereich sind: Bachbunge (Veronica beccabunga), Knäuel-Binse (Juncus conglomeratus) und Großes Mädesüß (Filipendula ulmaria).

Die aufgelassenen Weinbergterrassen zwischen dem Katzental und Goseck eignen sich besonders für die wärmeliebenden Gebüsche mit Eingriffligem Weißdorn (Crataegus monogyna), Bocksdorn (Lycium barbarum), Hundsrose (Rosa canina) und Robinie (Robinia pseudoacacia).

Dagegen siedeln auf den steilen und flachgründigen Felsköpfen und Terrassenoberkanten verbuschende Reste von Trockenrasen mit Pfriemengras (Stipa capillata) und Blau-Schwingel (Festuca cinerea).
Streuobstwiesen mit zum großen Teil überalterten Apfel- und Birnenbaumbeständen finden sich am Hangfuß. Die Bodenvegetation dieser Flächen zeichnet sich durch trockene Glatthaferwiesen (Dauco-Arrhenatheretum elatioris) mit Halbtrockenrasenelementen aus, wie z. B. Zierliches Schillergras (Koeleria macrantha), Feld-Mannstreu (Eryngium campestre), Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum), Kleiner Odermennig (Agrimonia eupatoria) und Sand-Thymian (Thymus serpyllum).

In den zunehmend durch Verstaudung und Verbuschung verarmenden Wiesen wächst beispielsweise das Echte Eisenkraut (Verbena officinalis).
Die Rabeninsel in der Saaleaue ist sowohl mit Pappelforsten als auch mit wenigen forstlich beeinflußten Eichen-Eschen-Auenwaldresten (Querco-Ulmetum minoris) mit Geflecktem Aronstab (Arum maculatum) bestanden.
Die Saaleaue wird im wesentlichen als Weide intensiv genutzt. Brachliegende Flächen werden verstärkt von Brennesselfluren (Cuscuto europeae-Convolvuletum sepium) eingenommen.
Für den Uferbereich der Saale sind Silber-Weiden, Schwarzsenf-Ufersäume (Cuscuto-Brassicetum nigrae) und Rohrglanzgras-Bestände (Phalaridetum arundinaceae) sowie Bestände mit Drüsigem Springkraut (Impatienti glanduliferae-Convolvuletum sepium) kennzeichnend.
Weidendickichte aus Mandel- und Korb-Weide (Salix triandra, S. viminalis) sowie ein kleiner geschlossener Bestand mit baumförmigen Silber-Weiden (Salix alba) säumen teilweise die Saalealtwässer.
Am bereits sanierten Saale-Altwasserrest "Beyers Loch" kommen Großröhrichte aus Schilf (Phragmitetum australis) und Rohrkolben (Typhetum latifoliae) sowie die Wasserfenchel-Sumpfkressen-Gesellschaft (Rorippo-Oenanthetum aquaticae) vor.
Ein Erlen-Bruchwald (Carici elongatae-Alnetum) mit Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris) und Herbst-Zeitlose (Colchicum autumnale) besiedeln Niedermoorstandorte. In Senken und am Ellerichtgraben findet sich der Schmalblättrige Merk (Sparganio emersi-Glycerietum fluitantis).

Fauna

Die Saaleaue bei Goseck bietet einer umfangreichen Avifauna Nahrung und Nistmöglichkeiten, u. a. Rot- und Schwarzmilan (Milvus milvus, M. migrans), Habicht (Accipiter gentilis), Turmfalke (Falco tinnunculus), Mäusebussard (Buteo buteo), Weißstorch (Ciconia ciconia), Eisvogel (Alcedo atthis), Bläßralle (Fulica atra), Stockente (Anas platyrhynchos) sowie Sumpfrohrsänger (Acrocephalus palustris).

Das NSG stellt auch einen geeigneten Lebensraum für verschiedene Fledermausarten dar: Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus), Großes Mausohr (Myotis myotis).

Besonders hervorhebenswert ist eine größere Graureiherkolonie, die sich bereits seit Jahren im NSG befindet.
Für verschiedene Wasservogelarten sind die Gewässer des Gebietes wertvolle Raststätten. Auch Arten der Herpetofauna haben ihren Lebensraum hier, wie Wasserfrosch (Rana esculenta), Kammolch (Triturus cristatus) und Ringelnatter (Natrix natrix).

Als Vertreter der Insektenfauna soll die Gewöhnliche Sichelschrecke (Phaneropthera falcata), die auf den Felsköpfen und Terrassenoberkanten vorkommt und der Hirschkäfer (Lucanus cervus) genannt sein.

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Der Zustand muß differenziert betrachtet werden. Beeinträchtigungen erfolgen durch die Besucher des Gebietes. Die Erhaltung des NSG erfordert die Durchführung von Pflegemaßnahmen, insbesondere auf den ehemaligen Weinbergen, den Streuobstwiesen und den Halbtrockenrasen sowie die natürliche Entwicklung naturnaher Waldbestände. Das NSG liegt teilweise im FFH-Gebiet "Saalehänge bei Goseck".

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