Riß

Größe: 91,20 ha  
Landkreis: Wittenberg  
Codierung: NSG0002___  
Verordnung:  AO v. 11.09.1967 (GBl. d. DDR Teil II.-(1967)95 v. 19.10.1967, S.697) in der Fassung v. 01.01.1997 (GVBl. LSA.- 8(1997)1 v. 02.01.1997, S. 2 - Rechtsbereinigungsgesetz)    
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

"Riß"

Erhaltung und Wiederherstellung des Lebensraumes artenreicher Wasserpflanzengesellschaften sowie eines regional bedeutsamen Elbebibervorkommens.

Lage

Das NSG (um 71 m ü. NN ) erstreckt sich rechts der Elbe ca. 4 km nördlich von Pretzsch.

Beschreibung des Geländes

Der überwiegende Teil des Elbealtwassers "Riß" und seine Uferzonen bilden das NSG. Das Gewässer ist nur sehr schwach durchflossen. Das Abflußregime der Elbe beeinflußt heute noch mittelbar den Altlauf. Seit der Eindeichung des Elbestromes gibt es keine direkte Verbindung mehr. Grund- und Sickerwasser speisen das Elbealtwasser.

Vegetation

Das NSG zeichnet sich durch das Vorkommen einiger floristisch bedeutsamer thermophiler Wasserpflanzen wie Schwimmfarn (Salvinia natans) und Krebsschere (Stratiotes aloides) aus. Gute Bedingungen bietet die Elbaue für eine Reihe charakteristischer Stromtalpflanzen, wie Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris) oder Steife Winterkresse (Barbarea stricta). Während die typische Teichrosengesellschaft (Myriophyllo-Nupharetum luteae) im gesamten Süd- und Mittelteil des Gebietes dominiert, bevorzugt eine wärmeliebende Variante unter Vorherrschaft des Schwimmfarns den Nordteil.
Große Bereiche dieses Areals nimmt fast vollständig die Krebsscheren- und Froschbiß-Gesellschaft (Stratiotetum aloidis) ein.
Besonders ausgeprägt ist das Wasserschwadenröhricht (Glycerietum maximae).
Im weiteren Verlandungsbereich siedelt vielfach das Schlankseggenried (Caricetum gracilis).
Nachtschatten-Grauweidengebüsche (Salicetum cinereae) und Erlenbrüche (Alnion glutinosae) bestimmen die Gehölzvegetation. Die Entwicklung zur Hartholzaue (Querco-Ulmetum minoris) verdeutlichen Bestände der Stiel-Eiche (Quercus robur) und einzelne alte Flatter-Ulmen (Ulmus laevis).
Ausgeprägte Steilufer sind mit Schlehen-Weißdorngebüschen bewachsen.
Das NSG weist auch mykologische Besonderheiten auf, wie Pappel-Ritterling und Rillstieliger Seitling.

Fauna

Das NSG war in der Vergangenheit ein wichtiges Konzentrationsgebiet des Elbebibers (Castor fiber albicus). Seit über zehn Jahren verringert sich der Bestand dieser Tierart.
Der "Riß" bietet zahlreichen Brutvogelarten Lebensraum.
In der folgenden Tabelle sind ausgewählte Arten aufgeführt.

Rotmilan (Milvus milvus)Schwarzmilan  (Milvus migrans)
Eisvogel (Alcedo atthis)Kleinspecht (Dendrocopos minor)
Wendehals (Jynx torquilla)Schafstelze (Motacilla flava)
Braunkehlchen (Saxicola rubetra)Neuntöter  (Lanius collurio)
Raubwürger (Lanius excubitor)Uferschwalbe (Riparia riparia)
Beutelmeise (Remiz pendulinus) Grauammer (Emberiza calandra)

Rapfen (Aspius aspius) und Bitterling (Rhodeus sericeus) konnten neben weiteren 13 Fischarten im NSG nachgewiesen werden.
Weitere bemerkenswerte Tierarten im NSG sind Ringelnatter (Natrix natrix), Seefrosch (Rana ridibunda), Rotbauchunke (Bombina bombina), Weinbergschnecke (Helix pomatia) und Moschusbock (Aromia moschata).

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Der Gebietszustand kann nicht befriedigen. Düngereintrag und Siedlungsabwässer, eine nicht den Naturschutzzielen entsprechende Wasserregulierung und Nutzungen bis zum Gewässerrand, verursachen Störungen im NSG. Die Schaffung einer bis zu 300 m breiten Pufferzone würde wesentlich zur Verbesserung des Gebietszustandes beitragen. Günstig wäre auch eine Gebietserweiterung bis zur Rißmündung.
Das NSG ist als FFH-Gebiet "Klödener Riß" von der EU bestätigt.

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