Okertal

Größe: 82,00 ha   
Landkreis: Harz   
Codierung: NSG0171___   
Verordnung:  VO v. 24.06.1997 (Amtsbl. f. d. Reg.-Bez. Magdeburg. - 6(1997)8 v. 15.07.1997;S.190), geändert mit: Korrektur des Regierungspräsidiums Magdeburg v. 16.01.1998 zur Verordnung . . . (Amtsbl. f. d. Reg.-Bez. Magdeburg. - 7(1998)2 v. 16.02.1998)
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

 

 

Schutzziel

NSG "Okertal"

Schutz und Erhaltung des naturnahen Flußlaufes der Oker mit Schotterbänken und Flutmulden; Pflege und Entwicklung der extensiven Grünlandflächen; Schutz der Schwermetallrasen, Feuchtwiesen, Hochstaudenfluren und Auenwaldbestände. 

Lage

Das NSG (105- 120 m ü. NN) liegt ca. 8 km westlich von Osterwieck unmittelbar an der Landesgrenze zu Niedersachsen.

Beschreibung des Geländes

Das Gebiet konnte sich durch die Nähe zur ehemaligen Staatsgrenze relativ ungestört entwickeln. Das "Okertal" umfaßt Teile der Okeraue und eine noch unverbaute Wildflußstrecke.
Den Untergrund der Okeraue bilden Kiessande und Grobschotter mit einer aus dem Harz stammenden natürlichen Schwermetallführung, die durch den Erzbergbau verstärkt wurde.

Vegetation

Eine Besonderheit dieses NSG sind die Schwermetallrasen (Armerietum halleri) auf den Flußschottern. Diese nehmen etwa 10 % der geschützten Fläche ein. Typische Schwermetallpflanzen sind Hallers Grasnelke (Armeria halleri), Frühlingsmiere (Minuartia verna subsp.hercynica) und Hallers Schaumkraut (Cardamine halleri).

Die Schwermetallschotter weisen auch zahlreiche Flechtenvorkommen auf, u. a. die Arten Cladonia pyxidata, C. foliacea, C. ciliata, Cetraria islandica sowie das Sternlebermoos. In stärker vergrasten Schwermetallrasen überwiegen Borstgras (Nardus stricta), Rot-Straußgras (Agrostis capillaris) und Echter Schafschwingel (Festuca ovina).

Fallen Schotterflächen bereits im Frühjahr trocken, werden sie von Rohrglanzgras-Röhrichten (Phalaridetum arundinaceae) besiedelt. Auf später trockenfallenden Flächen stellt sich eine Ackerunkrautflora mit den Arten Gewöhnlicher Windhalm (Apera spica-venti), Weißer Gänsefuß (Chenopodium album) und Zottiges Franzosenkraut (Galinsoga ciliata) ein.

An den Gleithängen kommen Kleinröhrichtarten vor. Neben der namensgebenden Art ist u. a. auch in der Brunnenkressen-Gesellschaft (Nasturtietum officinalis) der Bach-Ehrenpreis (Veronica beccabunga) nennenswert.
Überreste der Weichholzaue (Salicetum albae, Salicetum fragilis) mit Silber- und Bruch-Weiden finden sich an Flußmäandern und Altwässern.
Typisch für die Altwässer ist eine reich entwickelte Verlandungsvegetation. Als Arten kommen u. a. vor: Gelbe Schwertlilie (Iris squalens), Breitblättriger Rohrkolben (Typha latifolia), Bach-Ehrenpreis (Veronica beccabunga), Schwanenblume (Butomus umbellatus), Schild-Wasserhahnenfuß (Ranunculus peltatus), Ästiger Igelkolben (Sparganium erectum).


Weiterhin gehören zum NSG
•mesophiles, brachgefallenes Grünland (Tanaceto vulgaris-Arrhenatheretum elatioris),
•Ackerflächen und
•Areale mit Beifußgesellschaften (Tanaceto-Artemisietum vulgaris) und
•mesophile Staudenfluren,
•Kanadische und Riesen-Goldrute (Solidago canadensis und S. gigantea)an den Flußufern,
•Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera),
•Große Brennessel (Urtica dioica) u. a.
•sowie Pioniergehölze, Baumgruppen und mesophile Gebüschgesellschaften (Carpino betuli-Prunion spinosae).

Fauna

Das "Okertal" bietet Lebensraum für beachtenswerte Vogelarten. Neben dem Tal der Innerste weist das Okertal eines der beiden binnenländischen Vorkommen des Mittelsägers (Mergus serrator) in Deutschland auf. Weiterhin sollen die Brutvogelarten Flußuferläufer (Tringa hypoleucos), Flußregenpfeifer (Charadrius dubius), Uferschwalbe (Riparia riparia), Kiebitz (Vanellus vanellus) und Eisvogel (Alcedo atthis) genannt werden.

In der Oker mit ihren charakteristischen Merkmalen der Äschenregion leben Bachforelle (Salmo trutta forma fario), Elritze (Phoxinus phoxinus) und Dreistacheliger Stichling (Gasterosteus aculeatus).

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Das Gebiet unterliegt sehr stark der Beeinträchtigung durch den Menschen (z. B. Sportangeln, Erholungsnutzung, Abwassereinleitung). Maßnahmen zur Sicherung des Schutzgebietes sollten z. B. der Eutrophierung der nährstoffarmen Schwermetallrasen entgegenwirken sowie die natürliche Fließdynamik erhalten und fördern. Am Okerlauf sollten bauliche Maßnahmen vermieden werden. Das NSG liegt im FFH-Gebiet "Ecker- und Okertal".

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