Nedlitzer Niederung

Größe: 160,29 ha   
Landkreis: Anhalt-Bitterfeld   
Codierung: NSG0037___   
Verordnung:  AO v. 30.03.1961 GBl. d. DDR Teil II.-(1961)27 v. 04.05.1961, S.166) in der Fassung v. 01.01.1997 (GVBl. LSA.- 8(1997)1 v. 02.01.1997, S. 2 - Rechtsbereinigungsgesetz), Beschl. BT Magdeburg v. 05.07.1978  
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

Nedlitzer Niederung

Schutz und Erhaltung grundwasserabhängiger Wiesen und Wälder nährstoffarmer Standorte sowie von Lebensräumen vom Aussterben bedrohter Tierarten. 

Lage und Beschreibung des Geländes

Das NSG (ca. 86-93 m ü. NN) liegt im LSG "FIäming" ca. 13 km nordöstlich von Zerbst in der Niederung der Nedlitzer Nuthe. Zum NSG gehören Grünland und Niederungswälder sowie der fischereiwirtschaftlich genutzte Deetzer Teich. Dieser Teich entstand durch das Anstauen der Nuthe.

Vegetation

Die Waldgesellschaften im Staubereich des Deetzer Teiches sind Erlen-Bruchwald (Carici elongatae-Alnetum glutinosae) im Zentrum der Niederung, Traubenkirschen-Erlen-Eschenwald (Pado-Fraxinetum) im Bereich mit tieferem Grundwasserstand Eichen-Mischwälder auf mineralischen Standorten in den trockeneren Randbereichen, in denen bereits Flatter-Ulme (Ulmus laevis) und Feld-Ulme (Ulmus minor) auftreten.

Kleinflächige Pfeifengras-Eichen-Birkenwälder wurden häufig durch Kiefernforste ersetzt.
Die Wiesen weisen eine reiche Vegetationsvielfalt auf. Typisch für diese Art von Niederungen sind die Honiggras-Wiesen und z. T. auch Fuchsschwanzwiesen.
In den trockeneren Bereichen kommt die Labbkraut-Ausbildung vor mit Wiesen-Labkraut (Galium mollugo), Gewöhnlichem Ruchgras (Anthoxanthum odoratum) und Rot-Schwingel (Festuca rubra).

In geringem Umfang treten Kohldistel-Wiesen (Angelico sylvestris- Cirsietum oleracei) auf. Neben der feuchten Seggen-Ausbildung ist auch eine mit Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos- cuculi) und Flaumigem Wiesenhafer (Avenula pubescens) anzutreffen. Die Talränder werden von der Möhren-Glatthaferwiese besiedelt.

Schwimmblattgesellschaften bedecken teilweise die Wasserfläche des Deetzer Teiches. Am Ufer des Teiches wächst großflächig Schilf-Röhricht (Phragmitetum australis) mit Sumpfseggen-Ried, Scheinzyperseggen-Ried und Wasserschwaden-Röhricht.

Fauna

Die Bruchwälder sind Lebensraum des Kranichs (Grus grus) und der Bekassine (Gallinago gallinago).
Im Bereich der Wiesen leben Braunkehlchen (Saxicola rubetra), in den feuchteren Arealen kommen Wiesenpieper (Anthus pratensis) und auch Bekassine vor.
In den Röhrichten ist die Rohrweihe (Circus aeruginosus) zu finden. Der Fischadler (Pandion haliaëtus) hält sich regelmäßig als Durchzügler im Gebiet auf.

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Der Zustand des Gebietes ist nicht befriedigend. Die Wiesen wurden zum großen Teil durch intensive Beweidung, Düngereintrag und Umbruch zerstört. Grundwasserentzug und Melioration beeinträchtigen die Waldstandorte. Zur weiteren Entwicklung des Gebietes sind eine extensive Bewirtschaftung der grundwasserabhängigen Wiesenstandorte, die Schaffung von Ruhezonen für die Brutgebiete und ein besserer Gewässerschutz notwendig. Das NSG liegt im FFH-Gebiet "Obere Nuthe-Läufe".

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