Jütrichauer Busch

Größe: 25,00 ha   
Landkreis: Anhalt-Bitterfeld  
Codierung: NSG0041___   
Verordnung:  VO v. 25.01.1926 (Amtsbl. f. Anhalt. - 163(1926)9 v. 02.02.1926) - unter der Bezeichnung: "Wäldchen von Jütrichau" 
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

Platzbruch

Erhaltung eines Restwaldes im Zerbster Ackerland mit verschiedenen Waldgesellschaften. 

Lage und Beschreibung des Geländes

Das NSG (70-75 m ü. NN) liegt etwa 3 km südöstlich von Zerbst.
Es befindet sich auf der Grundmoränenplatte in einer flachen Eintalung und umfasst Waldgesellschaften, in die zwei kleine Wiesen eingebettet sind.

Vegetation

Anmoorige bis moorige Standorte werden im Ostteil vom Traubenkirschen-Erlen- Eschenwald (Pado-Fraxinetum) und im Westteil vom Rasenschmielen-Erlenbruch eingenommen.
Neben den charakteristischen Frühjahrsgeophyten Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), Busch-Windröschen (Anemone nemorosa), Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis), Sumpf-Segge (Carex acutiformis), Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa) und Märzenbecher (Leucojum vernum) treten Einbeere (Paris quadrifolia), Nesselblättrige Glockenblume (Campanula trachelium) und Wald-Ziest (Stachys sylvatica) auf.

Als floristische Besonderheit ist das Vorkommen des Neophytischen Hasenglöckchens (Hycainthoides non-scripta) anzusehen. Charakteristische Pflanze für die wärmegetönte Ausbildung der Wälder ist der Blutrote Hartriegel (Cornus sanguinea).

Tockenere nährstoffkräftige Standorte werden vom Schuppenwurz-Eichen-Hainbuchenwald (Stellario holosteae-Carpinetum betuli) einerseits in einer Flattergras-Ausbildung und andererseits in einer Wald-Ziest-Ausbildung eingenommen. In der Krautschicht gedeihen u.a. Goldnessel (Galeobdolon luteum), Wald-Bingelkraut (Mercurialis perennis), Moschuskraut (Adoxa moschatellina), Wald-Ziest (Stachys sylvatica) und Hain-Rispengras (Poa nemoralis).

Die Dominanz des Adlerfarns (Pteridium aquilinum) weist auf nährstoffärmere Standorte hin, auf denen auch Zweiblättrige Schattenblume (Maianthemum bifolium) und Weiches Honiggras (Holcus mollis) anzutreffen sind.
Kleinflächig deutet sich ein Pfeifengras-Eichen-Birkenwald an.

Großflächig ist mesophiles Grünland ausgebildet, das teilweise der Möhren-Glatthaferwiese (dauco carotae-Arrhenatheretum elatioris) mit Wiesen-Silau (Silaum silaus) zuzurechnen ist. Feuchte Wiesen des Gebietes können als Engelwurz-Kohldistelwiese mit Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris) und Bach-Nelkenwurz (Geum rivale) angesprochen werden.

Eine Vielzahl holzzerstörender Pilzarten wurde im hohen Totholzanteil der Wälder festgestellt. Dazu gehören Mycena acicula, M. praecox, M. maculata, M. niveipes und M. vitilis.

Fauna

Die Wälder weisen eine Vielzahl von Brutvogelarten auf. So kommen vor: Rotmilan (Milvus milvus), Mäusebussard (Buteo buteo), Waldschnepfe (Scolopax rusticola), Mittelspecht (Dendrocopos medius), Wacholderdrossel (Turdus pilaris), Ortolan (Emeriza ortulana), Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) und Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe).

Das Vorkommen von 22 Laufkäferarten ist nachgewiesen.

Zustand des Gebietes und Behandlungshinweise

Das Gebiet befindet sich in einem guten Zustand. Nachteilig ist die mangelnde Pflege der Wiesen. Wünschenswert ist eine Erweiterung um die nördlich angrenzenden Waldflächen.

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