Halbberge bei Mertendorf

Größe: 51,00 ha   
Landkreise: Burgenlandkreis   
Codierung: NSG0267___   
Verordnung:  VO v. 21.05.2002 (Amtsbl. f. d. Reg.-Bez. Halle. - 11(2002)5 v. 28.05.2002, S. 44)
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

NSG "Halbberge bei Mertendorf"

Schutz und Erhaltung der xerothermen Wälder, des artenreichen Grünlandes, der Streuobstwiesen und der botanisch wertvollen Pioniergesellschaften; Schutz der dazugehörigen Pflanzen- und Tierarten. 

Lage

Die "Halberge bei Mertendorf" (120-185 m ü. NN) liegen ca. 5 km südöstlich von Naumburg. Sie schließen den Süd- und den Westhang sowie einen Teil des Plateaus der Halbberge ein.

Geologische Beschaffenheit

Das NSG ist Teil des Ostrandes der Naumburger Muschelkalkmulde. Während der Untere Muschelkalk den Untergrund des "Halbberges" und den des Westhangs bildet, steht im Ostteil des NSG der Obere Buntsandstein mit zum großen Teil vorhandener pleistozäner Lößdecke an.
Die Bodenformen reichen von Berglehmsand- und Berglehm-Rendzinen bei geringer Lößauflage bis zu Löß-Grieserden und Para-Rendzinen auf Standorten stärkerer Lößmächtigkeit.
Der Westteil weist einen ehemaligen Kalksteinbruch auf.

Vegetation

Auf den Muschelkalkhängen stockt ein artenarmer Niederwald mit Hainbuche (Carpinus betulus), Stieleiche (Quercus robur) und Gemeiner Esche (Fraxinus excelsior). In Plateaulage siedeln Niederwälder, die dem subkontinentalen winterlindenreichen Traubeneichen-Hainbuchenwald (Galio sylvatici- Carpinetum betuli) zuzuordnen sind mit Türkenbund-Lilie (Lilium martagon) und Hoher Primel (Primula elatior).
Die xerothermen Gebüsche bestehen aus Wolligem Schneeball (Viburnum lantana) und Blutrotem Hartriegel (Viburno lantanae-Cornetum sanguinei) oder aus Hundsrose (Rosa canina) und Eingriffligem Weißdorn (Crataegus monogyna).
Die wärmeliebenden Säume zeichnen sich beispielsweise durch Schwalbenwurz (Vincetoxicum), Sichel-Hasenohr (Bupleurum falcatum) und Hain-Wachtelweizen (Melampyrum nemorosum) aus. Kleine wärmeliebende Eichen-Wälder (Quercetum pubescenti-petreae) sind auf den Hangoberkanten und auf Restpfeilern des Steinbruchs zu finden. Stieleiche (Melampyrum nemorosum), Feld- (Acer campestre) und Bergahorn (A. pseudoplatanus) bestimmen diese Bestände.
Die wärmeliebenden Arten Purpurblauer Steinsame (Lithospermum purpurocaerulea), Sichel-Hasenohr (Bupleurum falcatum), Breitblättriges Laserkraut (Laserpitium latifolium) und Ebensträußige Margerite (Tanacetum corymbosum) gedeihen im Bereich einer nicht allzu dichten Strauchschicht aus Wolligem Schneeball (Viburnum lantana) und Weißdorn (Crataegus).
Sowohl der Graslilien-Fiederzwenken-Trockenrasen (Trinio- Caricetum humilis) mit Ästiger Graslilie (Anthericum ramosum) und Gemeinem Wundklee (Anthyllis vulneraria) als auch Hirschwurz-Storchschnabel-Säume (Geranio sanguinei-Peucedanetum cervariae) und die Kalkschutt-Pioniergesellschaft des Schmalblättrigen Hohlzahnes (Galeopsietum angustifoliae) bevorzugen die steilsten Standorten am Oberhang und die Schutthalden des Steinbruchs.
Auf der Steinbruchsohle siedeln Rainfarn-Staudenflur (Tanaceto-Artemisietum vulgaris) und Steinklee-Gesellschaft (Echio-Melilotetum).Weitere hervorhebenswerte Vegetationsgesellschaften des NSG sind die Staudenfluren mit dem dominierenden Rauhhaarigen Alant (Inula hirta) und artenreiches Grünland mit der trockeneren Ausprägung der Glatthaferwiese (Dauco carotae-Arrhenatheretum elatioris), die kleine Terrassen mit Streuobst einnehmen. Charakteristisch für die genannte Glatthaferwiese sind Wiesen-Salbei (Salvia pratensis), Gemeines Zittergras (Briza media) und Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum).

Fauna

Das NSG mit seinen offenen Trockenbiotopen weist eine artenreiche Insektenfauna auf.
Neben Edelfaltern und Bläulingen haben solche seltenen Arten wie Hirschkäfer (Lucanus cervus), Erdbock (Dorcadion pedestre), das Widderchen (Zygaena ephialtes) und die Sichelschrecke (Phaneropterinae) hier ihren Lebensraum. Als Vertreter der Kriechtiere sollen Zaun- und Waldeidechse (Lacerta vivipara) genannt sein.Viele Vogelarten finden Nahrung und Nistplatz im NSG: Kleiber (Sitta europaea), Pirol (Oriolus oriolus), Schwanzmeise (Aegithalos caudatus), Gartenbaumläufer (Certhia brachydactyla), Goldammer (Emberiza citrinella), Bunt- (Dryobates major) und Kleinspecht (D. minor), Ringeltaube (Columba palumbus) und Habicht (Accipiter gentilis).

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Der Zustand des Gebietes ist unterschiedlich zu bewerten. Während die Wälder in einem sehr guten Zustand sind, muss in den Offenlandbereichen unbedingt der Verbuschung entgegengewirkt werden. Wichtige Maßnahmen zur Sicherung des NSG sind die Pflege des Grünlandes, der Streuobstwiesen und die Entbuschung der Trockenrasen. Das NSG ist Teil des gleichnamigen FFH-Gebietes.

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