Borntal

Größe: 87,85 ha   
Landkreis: Mansfeld-Südharz  
Codierung: NSG0107___   
Verordnung:  AO v 30.03.1961 (GBl. d. DDR Teil II.-(1961)27 v. 04.05.1961, S.166) in der Fassung v. 01.01.1997 (GVBl. LSA.- 8(1997)1 v. 02.01.1997, S. 2 - Rechtsbereinigungsgesetz)
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

NSG "Borntal"

Erhaltung eines Komplexes naturnaher Waldgesellschaften auf Buntsandstein. 

Lage

Das NSG (195 und 250 m ü. NN) liegt ca. 12 km südöstlich von Sangerhausen am Nordwestrand des Ziegelroder Forstes im LSG "Unstrut-Triasland".

Geologische Beschaffenheit

Der geologische Untergrund besteht aus Mittleren Buntsandstein, der mit einem Lößlehmschleier bedeckt ist. Über Bergsandlößdecken sind Braun- und Fahlerden über mesozoischen Gesteinen bis hin zu Bleichstaugleyen über wasserstauenden tonigen Bereichen ausgebildet.

Vegetation

Vielfältige Waldgesellschaften sind hier im Übergangsbereich vom Harz zum mitteldeutschen Trockengebiet ausgebildet.
Auf schattigen Oberhängen stockt der typische Hainsimsen-Rotbuchenwald (Luzulo luzuloides-Fagetum). Die Krautschicht ist charakterisiert durch Schmalblättrige Hainsimse (Luzula albida), Wald-Reitgras (Calamagrostis arundinacea), Wurmfarn (Dryopteris filix- mas), Frauenfarn (Athyrium filix-femina) sowie Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella).

Wald-Rispengras (Poa chaixii) tritt auf wasserstauenden Ton- und Schluffsteinlagen hinzu. Diese Wälder sind als östliche Vorposten aus dem Bergland am Rande des mitteldeutschen Trockengebietes aufzufassen.

Auf verhagerten Standorten ist eine traubeneichenreiche Ausbildung des Hainsimsen-Rotbuchenwaldes anzutreffen. An besonnten Oberhängen erfolgt der Übergang zum buchenreichen Waldlabkraut-Traubeneichen-Hainbuchenwald (Galio sylvatici-Carpinetum betuli).
In der Krautschicht dominieren Wald-Reitgras (Calamagrostis arundinacea), Zweiblättrige Schattenblume (Maianthemum bifolium) und Hainsimsenarten.

Ein krautreicher Waldlabkraut-Traubeneichen-Hainbuchenwald nimmt frische und nährstoffreiche Unterhänge ein. Bemerkenswert in der Krautschicht sind Lungenkraut (Pulmonaria officinalis), Wald-Ziest (Stachys sylvatica), Haselwurz (Asarum europaeum) und Aronstab (Arum maculatum).

Kleinflächig ist der Moschuskraut- Bergahornwald (Adoxo-Aceretum pseudoplatini) an wasserzügigen Hangfüßen mit Hohlem Lerchensporn (Corydales cava), Einbeere (Paris quadrifolia), Märzenbecher (Leucojum vernum) und Gelbem Eisenhut (Aconitum vulparia) ausgebildet.

In den tiefsten Lagen des Borntales befindet sich der Winkelseggen-Eschenwald (Carici remotae- Fraxinetum).
Kleinflächig treten Kiefern- und Fichtenforste auf.

Fauna

Das NSG ist insbesondere Lebensraum vieler Spechtarten. So brüten Mittelspecht (Dendrocopos medius) im Bereich der alten Eichen, Grauspecht (Picus canus), Kleinspecht (Dendrocopos minor) und Schwarzspecht (Dryocopus martius) in alten Buchen.

Die Hohltaube (Columba oenas) nutzt die Höhlen der Schwarzspechte. Großvögel finden im nahen Acker- und Auengelände reichlich Nahrung.
Zu ihnen zählen Rotmilan (Milvus milvus), Wespenbussard (Pernis apivorus) und Kolkrabe (Corvus corax).

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Der gute Zustand des Gebietes konnte entstehen, da Waldbereiche über Jahrzehnte extensiv bewirtschaftet wurden. Diese Nutzungsform sollte beibehalten werden. Ein Ausbau der Waldwege sollte nicht erfolgen.
Das NSG liegt im FFH-Gebiet "Borntal, Feuchtgebiet und Heide bei Allstedt".

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