Bockberg

Größe: 24,80 ha   
Landkreis: Harz   
Codierung: NSG0021___   
Verordnung:   AO v 11.09.1967 (GBl. d. DDR Teil II.-(1967)95 v. 19.10.1967, S.697) in der Fassung v. 01.01.1997 (GVBl. LSA.- 8(1997)1 v. 02.01.1997, S. 2 - Rechtsbereinigungs- gesetz)
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

NSG "Bockberg"

Schutz und Erhaltung der artenreichen Wiesenvegetation, die von Goldhaferwiesen, submontanen Glatthaferwiesen und Halbtrockenrasen sowie fragmentarisch ausgebildeten Borstgrasrasen geprägt wird.

Lage

Das NSG (ca. 440 bis 495 m ü. NN) befindet sich am nordöstlichen Ortsrand von Königshütte und ca. 5 km östlich von Elend. Es befindet sich im LSG "Harz und Vorländer".

Geologische Beschaffenheit

Geologisch gesehen befindet sich das NSG in der Westscholle des Elbingeröder Komplexes. Diese geologische Harzeinheit zeichnet sich durch die flächige Verbreitung von vulkanischen Gesteinen und z.T. sehr hochwertigen Kalksteinen aus. Tektonisch betrachtet liegt das NSG im Königshütter Sattel, der im Süden noch einen schmalen Streifen von unterkarbonischen Grauwacken und Tonschiefern umfaßt, zum größten Teil jedoch aus mitteldevonischen Schalsteinen und Kalken aufgebaut wird.
Rendzinen und Braunerdeböden herrschen in den Plateaulagen vor.

Vegetation

Bärwurz und Waldveilchen

Auf den beweideten Flächen haben sich Kulturrasen mit weideunempfindlichen Bergwiesenarten herausgebildet. Die Plateaulagen werden als Mähwiesen genutzt. Das Flämmen der Halbtrockenrasen förderte die Ausbreitung der Doldenblütler.
Anders verläuft die Entwicklung auf den nicht mehr beweideten Flächen. Nach Nutzungsauflassung entwickelte sich relativ großflächig eine verarmte Ausbildung des Blutstorchschnabel-Hirschwurz-Saumes (Geranio sanguinei-Peucedanetum cervariae) als xerotherme Saumvegetation. Der montane Einfluß wird durch Gemeinen Frauenmantel (Alchemilla vulgaris), Breitblättriges Laserkraut (Laserpitium latifolium), Goldhafer (Trisetum flavescens), Bärwurz (Meum athamanticum) und Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum) charakterisiert. Daneben kommen noch typische Halbtrockenrasenarten vor, wie Gewöhnlicher Wundklee (Anthyllis vulneraria), Kleiner Klee (Trifolium dubium), Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum) sowie Hügel-Meier (Asperula cynanchica), Wald-Klee (Trifolium alpestre), Körnchen-Steinbrech (Saxifraga granulata), Tauben-Scabiose (Scabiosa columbaria), Berg-Klee (Trifolium montanum).

Wechselfeuchte Verhältnisse werden durch Wolliges Honiggras (Holcus lanatus), Kopfige Teufelskralle (Phyteuma orbiculare), Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis), Herbst-Zeitlose (Colchicum autumnale), Trollblume (Trollius europaeus), Nordisches Labkraut (Galium boreale) und Gewöhnlicher Wundklee (Anthyllis vulneraria) angezeigt.

Die xerothermen Säume gehen an Waldrändern in thermophile Gebüsche des Ligustro-Prunetum spinosae über. Eine Verbuschungstendenz ist auch auf vielen Magerrasenstandorten zu verzeichnen.
Auf flachen Hängen und Plateauflächen haben sich submontane Grünlandgesellschaften entwickelt. Typische Arten der Glatthaferwiesen dominieren, daneben sind vereinzelt Arten der Goldhaferwiesen (besonders Wald-Storchschnabel) anzutreffen.
Nur in extrem flachgründigen Bereichen finden sich auch Arten submontaner Halbtrockenrasen. Bemerkenswert ist das Vordringen kolliner Arten, wie Wiesen-Glockenblume (Campanula patula), Wiesen-Bocksbart (Tragopogon pratensis) u. a.

Anzutreffen sind auch Pflanzen kontinentaler und submeridionaler Verbreitung, z.B. Gewöhnliches Sonnenröschen (Helianthemum nummularium) oder Türkenbund-Lilie (Lilium martagon).

Die Felsbänder werden bei Südexposition von Arten der Blaugrasrasen besiedelt, so z.B. von Rasen-Steinbrech (Saxifraga rosacea), Mauerraute (Asplenium ruta- muraria), Zerbrechlichem Blasenfarn (Cystopteris fragilis) u. a.

Auf den sonnenabgewandten Felsen wachsen u. a. Nördlicher Streifenfarn (Asplenium septentrionale), Tüpfelfarn (Polypodium vulgare), Gelber Eisenhut (Aconitum vulparia)und Bunter Eisenhut (Aconitum variegatum).

Fauna

Wildkatze

Das Naturschutzgebiet ist Lebensraum für Mauswiesel (Mustela nivalis), Iltis (Mustela putorius), Wildkatze (Felis silvestris), Waldeidechse (Lacerta vivipara), Bergmolch (Triturus alpestris) und Fadenmolch (Triturus helveticus) sowie Glattnatter (Coronella austriaca), Dorngrasmücke (Sylvia communis), Wachtelkönig (Crex crex), Goldammer (Emberiza citrinella), Klappergrasmücke (Sylvia curruca) und Neuntöter (Lanius collurio).
In einem Stollen überwintern Mausohr-Fledermäuse (Myotis myotis).

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Die fehlende Nutzung der die Steilhangbereiche ursprünglich kennzeichnenden Halbtrockenrasen hat zur Versaumung dieser Gesellschaften geführt, die Säume sind jedoch sehr reich an seltenen und gefährdeten Pflanzen.
Auf lange Sicht droht bei weiterhin ausbleibender Pflege eine Verbuschung dieser Standorte. Die Wiesengesellschaften sind durch die ehemalige zu intensive Nutzung als Rinderweide größtenteils verändert und teilweise an Arten verarmt. Eine Mahd der maschinengängigen Flächen ist für die Erhaltung der artenreichen Bergwiesengesellschaften unbedingt notwendig. Das NSG liegt im FFH-Gebiet "Bergwiesen bei Königshütte".

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