Beetzendorfer Bruchwald und Tangelnscher Bach

Größe: 138,89 ha   
Landkreis: Altmarkkreis Salzwedel   
Codierung: NSG0042___   
Verordnung:  Beschl. BT Magdeburg v. 05.07.1978 
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

Schutz, Erhaltung und Förderung der Vegetationsdynamik und Wassergüte sowie der daran gebundenen Arten und Lebensgemeinschaften, insbesondere der Niederungswaldgesellschaften.

Lage

Das NSG (35-42 m ü. NN) liegt ca. 10 km westlich von Klötze zwischen Beetzendorf und Tangeln.

Vegetation

Rotbuche

Die vorherrschende Waldgesellschaft der feuchten, z. T. entwässerten Niederung ist ein reich gegliederter Erlen-Eschenwald mit einigen alten Stiel-Eichen.
Die Baumschicht wird von Erlen (Alnus), Eschen (Fraxinus excelsior) und wenigen alten Stiel-Eichen (Quercus robur ) geprägt.
Die Strauchschicht kennzeichnen Hasel (Corylus avellana), Traubenkirsche (Padus avium) und Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum).
In der Krautschicht sind die Arten Großes Hexenkraut (Circaea lutetiana), Wald-Ziest (Stachys sylvatica), Wald-Flattergras (Milium effusum), Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza maculata) und Großes Zweiblatt (Listera ovata) vertreten.
Je nach Bodenfeuchte wächst Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum) auf frischen und Sumpf-Segge (Carex acutiformis) auf feuchten Standorten.
Sumpfige Bereiche innerhalb des Eschenwaldes (Fraxinus excelsior) werden vom Walzenseggen-Erlenbruch (Carici elongatae-Alnetum) besiedelt.
Auf grundwasserferneren Standorten stockt in geringerem Umfang der Sternmieren- Stieleichen-Hainbuchenwald (Stellario holosteae-Carpinetum betuli).
Der Waldbestand wechselt von Erle (Alnus) und Traubenkirsche (Padus avium) hin zu Hainbuche (Carpinus betulus) und Rotbuche (Fagus sylvatica) mit der in der Strauchschicht vorkommenden Breitblättrigen Sitter (Epipactes helleborine).
Die dominierende Wiesengesellschaft der Offenlandflächen ist die Fuchsschwanz-Wiese (Galio molluginis-Alopecuretum pratensis).
Ehemals stärker beweidete Feuchtwiesen sind als Flatterbinsenweide (Epilobio-Juncetum effusi) mit Vorkommen der Röhrigen Pferdesaat (Oenanthe fistulosa) ausgeprägt. Am Bachufer ist eine brache, brennesselreiche Engelwurz-Kohldistel-Wiese (Angelico sylvestris-Cirsietum oleracei) ausgebildet.
Artenarmes Wasserschwaden-Röhricht (Glycerietum maximae), das vom Uferseggen-Ried (Caricetum ripariae) und Sumpf-Segge Carex acutiformis) umgeben ist, siedelt inmitten eines größeren brach liegenden Naßbereiches.
Am Tangelnschen Bach sind stellenweise Rohrglanzgras-Röhrichte (Phalaridetum arundinaceae) zu finden. Artenarme Wasserschwaden-Röhrichte, umgeben von Uferseggen-Ried mit Sumpfsegge (Carex acutiformis ), nehmen die Vernässungsbereiche ein.
Besonders beachtenswert im Bach sind die teilweise schönen Bestände der Berlen-Gesellschaft (Veronico-Beruletum erecti) mit Wasserhahnenfuß (Ranunculus aquatilis).

Fauna

Gebirgsstelze

Im Bach leben Bachneunauge (Lampetra planeri) und Bachforelle (Salmo trutta forma fario).
Bewohner des NSG sind ebenfalls Feuersalamander (Salamandra salamandra), Eisvogel (Alcedo atthis) und Gebirgsstelze (Motacilla cinerea).
Besonders hohe Siedlungsdichten erreichen Höhlenbrüter, wie z. B. der Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca). Weiterhin kommen Mittelspecht (Dryobates medius), Hohltaube (Columba oenas) und Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) vor.

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Der relativ gute Zustand des Naturschutzgebietes wird durch fortschreitende Entwässerung der Bruchwaldbereiche gefährdet. Die Wiesen sind dauerhaft nur durch regelmäßige Mahd oder extensives Beweiden zu erhalten.
Das NSG ist als FFH-Gebiet "Tangelnscher Bach und Bruchwälder" von der EU bestätigt.

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