Kramershai

Größe: 175,00 ha   
Landkreis: Harz   
Codierung: NSG0159___   
Verordnung:  VO v. 02.12.1999 (Amtsbl. f. d. Reg.-Bez.Magdeburg.-9(2000)1 v. 17.01.2000, S.2
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

NSG "Kramershai"

Schutz und Förderung der höchstgelegenen Rotbuchenvorkommen im Harz sowie der kleinflächigen Moor- und Quellbereiche.

Lage

Das NSG befindet sich ca. 3 km westlich von Elend an der Südabdachung des Kleinen Winterberges. Die Westgrenze wird durch das NSG 'Harzer Bachtäler' gebildet. Die südliche Grenze verläuft entlang der Bundesstraße Elend - Braunlage. Die östliche und die nördliche Grenze bilden forstliche Abteilungslinien.

Geologische Beschaffenheit

Das Relief ist mittelgeneigt. Das Gebiet liegt zwischen 615 und 730 m ü. NN. Der Nordteil des NSG wird vom Granit des Brockenplutons eingenommen, der hier im Südwesten durch eine Störung begrenzt wird und an im südlichen Teil verbreitete quarzitische und kontaktmetamorph veränderte Tonschiefer grenzt. Diese enthalten zahlreiche Einlagerungen von Kalken, Quarziten und vulkanischen Gesteinen ('Porphyroiden' der geologischen Karte) und stellen stark gestörte unterkarbonische Rutschmassen (Olisthostrom) dar. Die Festgesteine werden von skelettreichen Bodenbildungen in Form von Braunpodsolen und Braunerden bedeckt.

Vegetation

Das Gebiet ist überwiegend waldbestockt. Dominierend sind dabei reine Fichtenforste, in denen jedoch vereinzelt vitale Rotbuchen vorkommen, die vermutlich autochthon sind. Die Bodenvegetation dieser Bestände wird hauptsächlich von Schlängel-Schmiele und Heidelbeere gebildet. Innerhalb der Fichtenforste sind wertvolle Rotbuchen-Fichtenwälder (Fago-Piceetum) erhalten. Die Krautschicht wird hier u. a. von Wolligem Reitgras, Schlängel-Schmiele, Heidelbeere und Eichenfarn gebildet. Entlang der naturnahen Fließgewässer, welche das Gebiet durchziehen, sind abschnittsweise uferbegleitende Erlensaumwälder entwickelt. Quellfluren mit verschiedenen Torfmoosen und Bitterem Schaumkraut sind vor allem im Nordosten vorhanden. Stellenweise haben sich krautige Schlagfluren mit Geflecktem und Breitblättrigem Knabenkraut entwickelt. Auf Sukzessionsflächen des ehemaligen Grenzstreifens finden sich wertvolle Kryptogamengesellschaften. Kleinflächig kommen mesophiles Grünland und Borstgrasfluren vor. Von den bisher nachgewiesenen Pflanzen sind Berg-Wohlverleih, Aufsteigende Gelb-Segge, Gemeiner Flach-Bärlapp, Rundblättriger Sonnentau und Meisterwurz besonders erwähnenswert.

Fauna

Das NSG gehört zum Lebensraum der Wildkatze.

Die in dieser Höhenlage seltenen Altholzbestände von Fichte und Buche sind u. a. wichtige Lebensräume für eine artenreiche Avifauna. Im Gebiet brüten beispielsweise Mäusebussard, Rauhfußkauz, Schwarzspecht und Tannenhäher. Als typische Nadelwaldbewohner kommen u. a. Misteldrossel, Winter- und Sommergoldhähnchen, Tannen- und Haubenmeise sowie Gimpel vor.

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Einige der kleinen Moor- und Quellbereiche befinden sich in einem guten Zustand, andere sind noch von Fichten überwachsen.
Die Rotbuchenbestände sind nur noch sehr kleinflächig erhalten geblieben. Teilweise stehen nur noch einzelne Altbuchen innerhalb junger Fichtenbestände. Die aufwachsenden Nadelgehölze bedrängen zunehmend die Buchen. Langfristig sind im NSG die Fichtenforste unter Nutzung des genetischen Potentials der authochtonen Buchen in Buchen-Fichten-Wälder und Buchenbestände umzuwandeln.

Das endgültig verordnete NSG wird voraussichtlich durch die Einbeziehung geeigneter Laubwaldbestände und durch die Entlassung von Fächen mit Fichtenforsten in seinen Grenzen nach Süden zur B 27 verschoben.

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