Ferchauer Forst

Größe: 40,30 ha   
Landkreis: Altmarkkreis Salzwedel   
Codierung: NSG0049___   
Verordnung:  Beschl. BT Magdeburg v. 05.07.1978  
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

Ferchauer Forst

Schutz und Erhaltung des natürlichen Stechpalmenvorkommens in den naturnahen, standortgerechten, bodensauren Stieleichen-Hainbuchenwäldern.

Lage

Das NSG (45 bis 56 m ü. NN) liegt im LSG "Salzwedel-Diesdorf" ca. 8 km südlich von Salzwedel in der Altmark. Es besteht aus drei voneinander getrennten Waldflächen.

Vegetation

Auf verhältnismäßig armen Böden dominiert der Sternmieren-Stieleichen- Hainbuchenwald (Stellario holosteae-Carpinetum betuli) in der Frauenmoos-Ausbildung mit regelmäßigem Vorkommen von: Wald-Flattergras (Milium effusum), Dreinerviger Nabelmiere (Moehringia trinervia) und dem ozeanisch verbreiteten Deutschen Geißblatt (Lonicera periclymenum).

In geringem Umfang treten Echte Sternmiere (Stellaria holostea), Waldmeister (Galium odoratum), Wald-Knäuelgras (Dactylis polygama) und Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum) auf.

Eichen und Buchen sind als jüngere Bestände dem westlichen Gebietsteil beigemischt. Als ozeanisch verbreitete Pflanze stellt die Stechpalme (Ilex aquifolium) eine ausgesprochene Besonderheit im NSG dar.
Auch das mittlere Teilstück enthält auf kleineren Flächen neben dem Stieleichen-Hainbuchenwald (Stellario holosteae- Carpinetum betuli) einen verjüngten Rotbuchenwald. Die typische Artenkombination der natürlichen Waldgesellschaften ist im östlichen Teilstück am besten ausgebildet. Unter dem Altholzbestand ist noch gut die Struktur von Wölbäckern als historische landwirtschaftliche Nutzungsform zu erkennen.

Fauna

Im Ferchauer Forst wurden mehr als 30 Brutvogelarten nachgewiesen. Beachtlich ist die hohe Dichte der Höhlenbrüter wie Hohltaube (Columba oenas), Buntspecht (Dendrocopos major) und Star (Sturnus vulgaris).

Zu erwähnen sind auch Wespenbussard (Pernis apivorus) und Kolkrabe (Corvus corax).
Das Gebiet ist Lebensraum des Baummarders (Martes martes) und Einstandsgebiet für Dam- und Schwarzwild.

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Kontaminierte Abwässer einer Bohrschlammdeponie und der Borkenkäfer haben im westlichen Teil zur teilweisen Auflösung der reinen Fichtenbestände geführt. Diese Flächen werden bereits mit Stiel-Eiche verjüngt.
Die langfristige Umwandlung naturferner Forste in naturnahe Waldtypen ist für die Förderung der Stechpalme notwendig.
Die Einbürgerung von Dam- und Muffelwild macht die Einzäunung der Stechpalmenhorste erforderlich. Das NSG liegt in dem zur Nachmeldung vorgeschlagenen Gebiet FFH-Gebiet "Waldgebiet Ferchau bei Salzwedel".

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