Bischofswiese

Größe: 52,04 ha   
Stadtkreis: Halle   
Codierung: NSG0117___   
Verordnung:  AO v. 30.03.1961 (GBl. d. DDR Teil II.-(1961)27 v. 04.05.1961, S.166) in der Fassung v. 01.01.1997 (GVBl. LSA.- 8(1997)1 v. 02.01.1997, S. 2 - Rechtsbereinigungsgesetz); Beschl. BT Halle v. 17.03.1983 - Erweiterung 
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

NSG "Bischofswiese"

Erhaltung eines z.T. über 200jährigen Eichenmischwaldes als Refugium für zahlreiche seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten.

Lage

Das NSG (95- 130 m ü. NN) befindet sich unmittelbar westlich von Halle im Zentrum der Dölauer Heide. Es ist zugleich Teil des LSG "Dölauer Heide".
Im Gebiet der Bischofswiese und des Langen Berges befindet sich eine bedeutende prähistorische Ausgrabungsstätte und die monumentalen Grabhügel sind am Rande des Hochplateaus zu sehen.
  

Geologische Beschaffenheit

Das NSG umfaßt ein durch Erosionsvorgänge herausgebildetes Hochplateau einer saalekaltzeitlichen Grundmoräne. In ihrem Untergrund sowie teilweise im Bereich einer Böschung befinden sich tertiäre Sande, die von Sandlöß überlagert werden.
Als Bodentypen haben sich hauptsächlich Podsole und Podsol-Braunerden herausgebildet.
Geologisch bedeutsam ist ein erratischer Block aus Oberem Halleschen Porphyr im Zentrum der Bischofswiese.

Vegetation

Diptam und Graslilie

Das NSG ist mit einem naturnahen winterlindenreichen Eichen- Hainbuchenwald (Galio sylvatici-Carpinetum betuli) bestockt.
An sonnenexponierten Plateaurandlagen ist ein Übergang zum Fingerkraut-Eichenwald (Potentillo albae-Quercetum petraea), in dem Alteichen jedoch vom Eichensterben betroffen sind, zu verzeichnen. Sowohl die damit verbundene Auflichtung als auch Eutrophierungserscheinungen begünstigen die Ausbreitung des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra).
Die für das NSG bemerkenswerten Pflanzen der thermophilen Säume wie Weißes Fingerkraut (Potentilla alba), Diptam (Dictamnus albus), Türkenbund-Lilie (Lilium martagon), Färber-Scharte (Serratula tinctoria), Kassuben-Wicke (Vicia cassubica) oder Schwalbenwurz (Vincetoxicum) sind stark im Rückgang begriffen.
Zum NSG gehören weiterhin lichte mit Waldkiefern bestockte Südhänge, in denen sich Gräser, wie z.B. Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos), verstärkt ausbreiten.

Fauna

Pirol

Das NSG bietet einer artenreichen Avifauna Lebensraum, dazu gehören unter anderem: Waldohreule (Asio otus), Waldkauz (Strix aluco), Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes), Grünspecht (Picus viridis), Mittelspecht (Dendrocopos medius), Kleinspecht (Dendrocopos minor), Schwarzspecht (Dryocopus martius), Wendehals (Jynx torquilla), Pirol (Oriolus oriolus) und Waldlaubsänger (Phylloscopus sibilatrix).

Als Vertreter der Mollusken sollen genannt werden: Schnecken - Rauhe Windelschnecke (Columella aspera), Gestreifte Windelschnecke (Vertigo substriata);

Die Käferarten sind: Bockkäfer ◦Cortodera humeralis, Leptura rufipes, Rhopalopus femoratus und die Laufkäfer Calathus rotundicollis, Carabus nemoralis, Harpalus rufipes, Poeccilus cupreus, Pterostichus oblongopunctatus sowie P. strenuus.

 

 

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Der Zustand des Gebietes ist noch gut. Es sollten Maßnahmen ergriffen werden, um die Eutrophierung durch internsiv genutzte Flächen außerhalb des NSG einzuschränken. Die forstlichen Pflegemaßnahmen sollen darauf orientiert werden, die licht- und wärmeliebenden Pflanzenarten zu begünstigen. Das NSG liegt im FFH-Gebiet "Dölauer Heide und Lindbusch bei Halle".

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