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Landesverwaltungsamt gibt grünes Licht für Investition in der Altmark

Mercer Stendal investiert 12,1 Millionen Euro in mehr Ressourceneffizienz und Betriebssicherheit

Das Landesverwaltungsamt hat grünes Licht für die Errichtung einer neuen Anlage im Zellstoffwerk der Mercer Stendal GmbH gegeben. Nach umfangreicher technischer und rechtlicher Prüfung konnte festgestellt werden, dass keine erheblichen nachteiligen Auswirkungen auf Umwelt oder Emissionsbilanz zu erwarten sind.

Das Unternehmen investiert rund 12,1 Millionen Euro in eine neue Anlage zur Behandlung von Elektrofilterstaub aus dem Laugenregenerierungskessel. Mit dem Projekt wird der Chemikalienrückgewinnungskreislauf im Zellstoffwerk weiter optimiert, wertvolle Kochchemikalien können künftig noch effizienter zurückgewonnen und erneut im Produktionsprozess eingesetzt werden.

Die neue Kristallisationsanlage behandelt den sogenannten Elektrofilterstaub (EFI-Staub), der bei der Rauchgasreinigung des Laugenregenerierungskessels anfällt. Dieser Staub enthält große Mengen wertvoller Kochchemikalien, die grundsätzlich für den Produktionsprozess genutzt werden können. Gleichzeitig enthält er jedoch unerwünschte Stoffe wie Chlorid und Kalium, die über Holz und Wasser in den Prozess gelangen und sich im Kreislauf anreichern. Diese können Ablagerungen, Anbackungen und Korrosion verursachen und damit die Effizienz und Verfügbarkeit von Anlagenteilen beeinträchtigen.

Mit der neuen Technologie werden diese Störstoffe gezielt entfernt. Dazu wird der Elektrofilterstaub in mehreren Verfahrensschritten aufgelöst, erhitzt und kristallisiert. Anschließend trennt eine Zentrifuge die wertvollen Kochchemikalien von den unerwünschten Bestandteilen. Die gereinigten Chemikalien können danach wieder in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden.

Das Vorhaben entspricht den besten verfügbaren Techniken (BVT/BAT) der europäischen Zellstoff- und Papierindustrie und trägt dazu bei, die Ressourceneffizienz des Werks weiter zu steigern. Zudem werden durch die Maßnahme weder die Produktionskapazität noch die Emissionen des Standorts erhöht.

Mercer Stendal GmbH betreibt in Arneburg eines der größten Zellstoffwerke Europas. Das Unternehmen produziert gebleichten Nadelholz-Sulfatzellstoff (NBSK – Northern Bleached Softwood Kraft Pulp) aus Holz.

Dieser Zellstoff wird anschließend von Papier-, Karton- und Hygienepapierherstellern weiterverarbeitet, beispielsweise für:

  • Verpackungspapiere und Kartonagen
  • Tissue-Produkte (Toilettenpapier, Küchenrollen, Taschentücher)
  • Druck- und Schreibpapiere
  • Spezialpapiere
  • Viskose- und Textilfasern

In der Produktion werden Holzschnitzel mit Kochchemikalien aufgeschlossen, um die Zellulosefasern vom Lignin zu trennen. Die dabei eingesetzten Chemikalien werden in einem geschlossenen Rückgewinnungskreislauf weitgehend zurückgewonnen und wiederverwendet. Genau diesen Kreislauf verbessert die nun geplante Investition in die EFI-Staub-Kristallisation.

Hintergrund:

Industrieanlagen unterliegen in Deutschland dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG). Damit soll sichergestellt werden, dass Mensch und Umwelt vor möglichen Auswirkungen von Industrieanlagen geschützt werden. Bei Änderungen an bestehenden Anlagen müssen Unternehmen der zuständigen Behörde anzeigen, welche technischen Anpassungen geplant sind.

Das Landesverwaltungsamt fungiert als unabhängige Kontroll- und Genehmigungsbehörde. Es stellt sicher, dass Investitionen technisch sinnvoll umgesetzt werden können, ohne die Umwelt oder die Nachbarschaft zu belasten.