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Land unterstützt Sanierung eines Bauhaus Denkmals in Dessau-Roßlau

Das Land Sachsen-Anhalt fördert auch im Jahr 2026 den Erhalt bedeutender Kulturdenkmale. Für die denkmalgerechte Sanierung des Hauses Naurath in Dessau-Roßlau stellt das Land Fördermittel in Höhe von rund 84.000 Euro zur Verfügung.

Die Mittel sind für umfassende Sanierungsarbeiten an dem Wohngebäude vorgesehen, darunter Maßnahmen an der Fassade, im Innenausbau sowie an Türen und bauzeitlichen Details. Insgesamt belaufen sich die zuwendungsfähigen Kosten auf rund 194.000 Euro, die durch private Eigenmittel und die Landesförderung getragen werden.

Das Haus Naurath, errichtet im Jahr 1926, ist ein bemerkenswertes Zeugnis der Architekturmoderne in Dessau. Entworfen wurde es von Richard Paulick, einem Architekten, der eng mit den Ideen des Bauhauses verbunden war und zu den prägenden Gestaltern der klassischen Moderne zählt. Die Bauzeit fällt in eine Phase, in der Dessau zu einem internationalen Zentrum avantgardistischer Architektur und Gestaltung wurde. Das Bauhaus, das von 1925 bis 1932 in Dessau ansässig war, entwickelte hier neue Maßstäbe des funktionalen Bauens: schlicht, klar und auf das Wesentliche reduziert.

Das Wohnhaus spiegelt diese Grundsätze wider: eine reduzierte Formsprache, funktionale Grundrisse und eine bewusste Abkehr von historisierenden Baustilen. Gebäude wie das Haus Naurath dokumentieren eindrucksvoll den gesellschaftlichen und gestalterischen Aufbruch der 1920er Jahre und sind heute wichtige Zeugnisse dieser Epoche.

Die nun geförderten Maßnahmen dienen dazu, die originale Substanz des Hauses zu bewahren und zugleich seine architektonischen Qualitäten wieder deutlicher sichtbar zu machen. Damit wird ein bedeutendes Beispiel der Bauhaus‑nahen Wohnarchitektur langfristig gesichert.

„Mit der Förderung tragen wir dazu bei, ein wichtiges Zeugnis der architektonischen Moderne zu erhalten. Das Haus Naurath steht exemplarisch für den Aufbruch der 1920er Jahre und die Entwicklung Dessaus zu einem Zentrum innovativer Baukultur“, erklärt der Präsident des Landesverwaltungsamtes, Thomas Pleye. „Denkmale wie das Haus Naurath bleiben nur dann lebendig, wenn sich Menschen persönlich für ihren Erhalt einsetzen. Das außergewöhnlich hohe private Engagement in diesem Projekt ist ein starkes Signal für die Wertschätzung unserer Baukultur.“

 

Die Unterstützung ermöglicht es, die historischen Qualitäten des Gebäudes wiederherzustellen und für kommende Generationen zu bewahren.

Das Land Sachsen-Anhalt unterstützt gezielt Maßnahmen zur Sicherung, Pflege und nachhaltigen Nutzung von Kulturdenkmalen. Im Fokus stehen insbesondere Projekte, die architektonisch und historisch herausragende Bauwerke erhalten und zugleich deren Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit gewährleisten. So soll auch das Haus Naurath künftig im Rahmen von Veranstaltungen wie dem Tag des offenen Denkmals Einblicke in die Baukultur der Moderne ermöglichen.