Untere Geiselniederung bei Merseburg

Größe: 52,00 ha   
Landkreis: Saalekreis  
Codierung: NSG0230___   
Verordnung:  VO v. 31.07.2003 (Amtsbl. f. d. Reg.-Bez. Halle. - 12 (2003) 9 v.28.08.2003) 
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

NSG "Untere Geiselniederung bei Merseburg"

Erhaltung und Sicherung eines ökologisch wertvollen und reich strukturierten Lebensraumes für zahlreiche bestandsbedrohte Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensgemeinschaften.  

Lage

Das Naturschutzgebiet umfasst einen ökologisch sehr hochwertigen Ausschnitt der Geiselniederung. Durchflossen wird das NSG von der Geisel und dem Klyegraben.

Beschreibung des Geländes

Als geologische Besonderheit sind aufsteigende Wässer erhöhten Salzgehaltes aus dem tieferen Zechsteinuntergrund und die daraus resultierende Halophytenvegetation erwähnenswert. Das Schutzgebiet stellt weiterhin einen wichtigen Bestandteil des Grünverbundes entlang der Geisel für die Stadt Merseburg dar und besitzt eine regionalklimatisch große Bedeutung als Kaltluftentstehungsfläche und Frischluftschneise für Merseburg.

Vegetation

Das Schutzgebiet umfaßt vor allem ökologisch wertvolle Biotope wie größere Schilfröhrichtbestände, Erlen- und Eschenwälder und Weichholzauenwälder an Fließgewässern, Erlenbruchwald, Flächen mit Erlen- und Weidensukzession auf ehemaligen Wiesenstandorten, feuchte Hochstaudenfluren incl. Waldsäume sowie magere artenreiche Flachland-Mähwiesen, Groß- und Kleinseggenriede. Im Schutzgebiet befinden sich sogenannte prioritäre Lebensräume nach FFH-Richtlinie mit herausragender Bedeutung. Zu diesen zählen die südlich und nördlich des Verbindungswegs Merseburg-Süd - Zscherben gelegenen Binnensalzstellen. Die hier vorkommende salzliebende Vegetation ist in ihrer reichen Ausprägung in der Region einzigartig und besitzt höchsten Stellenwert zur Erhaltung der Artenvielfalt. Als Charakterarten können Strand-Dreizack, Strand-Milchkraut, Salz-Schuppenmiere, Salz- und Strandwegerich, Strand-Aster, Salzschwaden, Salz-Hornklee, Salz-Binse, Einspelzige Sumpfsimse, Gelbe Spargelerbse, Färberscharte, Salzsteinklee und Entferntährige Segge genannt werden.

Fauna

In den genannten Waldtypen sind die Vorkommen einer sehr artenreichen Molluskenfauna, so z.B. der vom Aussterben bedrohten Feingerippten Grasschnecke, der stark bedrohten Glänzenden Achatschnecke und der in den Gräben und Feuchtsenken vorkommenden ebenfalls stark bedrohten Bauchigen Schnauzenschnecke besonders hervorzuheben.

Durch die zahlreicher an Röhrichtbestände besitzt das NSG eine hohe ökologische Wertigkeit. Hier sind vor allem Rohrweihe, Wasserralle, Teich- und Sumpfrohrsänger, Beutelmeise und Rohrammer zu nennen. Zusätzlich besitzt das NSG Bedeutung für den Durchzug der vorgenannten Arten sowie für Schilfrohrsänger, Drosselrohrsänger, Rohrschwirl und Waldschnepfe. Im Winterhalbjahr stellen die Schilfbestände ein Überwinterungsgebiet der Bartmeise dar.

Bedeutung besitzt das Schutzgebiet außerdem als Laich- und Übersommerungsfläche für eine der individuenreichsten Grasfroschpopulationen der Region und als Nahrungshabitat für die gefährdete Breitflügelfledermaus.

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Durch Nutzungsverzicht in den Waldbereichen soll sich ein arten- und strukturreicher Bestand herausbilden, der auch durch seinen Reichtum an Baumhöhlen Lebensgrundlage für angepasste Pilzarten sowie Vögel, Fledermäuse und Insekten sein wird. Das NSG liegt teilweise im FFH-Gebiet "Geiselniederung westlich Merseburg".

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