Asendorfer Kippe

Größe: 47,00 ha   
Landkreis: Mansfeld-Südharz, Saalekreis   
Codierung: NSG0182___   
Verordnung:  VO v. 19.08.1998 (Amtsbl. f. d. Reg.-Bez. Halle. - 7(1998)11 v. 27.08.1998, S.97) 
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

NSG "Asendorfer Kippe"

Entwicklung verschiedenster Biotope auf einer nicht rekultivierten Abraumkippe eines Braunkohlentagebaues

Lage

Das NSG (135 - 215 m ü. NN) liegt ca. 12 km nordöstlich von Querfurt. Es umfaßt einen Teil des südöstlichen Randbereiches der Asendorfer Braunkohlentagebaukippe.
     
   

 

Geologische Beschaffenheit

Im Gebiet wurden verschiedene Substrate, wie z.B., tertiäre Sande und Kiese verkippt. Die Böden sind somit insbesondere im Bereich der Hang- und Plateaulage trocken, nährstoffarm und sauer. Zahlreiche Erosionsrinnen durchschneiden das Gelände. Temporäre Kleingewässer sind in Mulden und Senken mit lehmig-tonigem Untergrund vorhanden.

Vegetation

Im NSG sind sowohl vegetationsfreie Areale, Flächen mit ausgeprägten Verbuschungsstadien oder kleinflächig eingebrachten Pioniergehölzen als auch geschlossene Vegetation vorhanden.
Während insbesondere Teile der Hangflächen mit Pappeln oder auch Erlen aufgeforstet wurden, blieben viele Flächen der natürlichen Entwicklung überlassen. Eines der häufigsten Pioniergehölze ist die Hänge-Birke (Betula pendula), aber auch Espen und Weißdornarten (Crataegus monogyna, C. laevigata) sind in der Vegetation vertreten. Plateauflächen und Hanglagen sind charakterisiert von Weißem Straußgras (Agrostis stolonifera) und Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos).
Die Grasbestände werden ergänzt durch Magerrasenarten wie Rispen-Flockenblume (Centaurea stoebe), Gold-Distel (Carlina vulgaris), Gelbe Spargelerbse (Tetragonolobus maritimus), Gelbe Skabiose (Scabiosa ochroleuca) oder Dürrwurz-Alant (Inula conyzae).
Flache Kleinstgewässer sowie staunasse Stellen weisen Röhrichte auf, in denen u.a. folgende Arten wachsen:Gewöhnliches Schilf (Phragmites australis), Schmalblättriger Rohrkolben (Typha angustifolia), Salz-Teichsimse (Schoenoplectus tabernaemontani) und Gewöhnliche Strandsimse (Bolboschoenus maritimus).
Eine Besonderheit in den Feuchtbereichen ist das Gefleckte Knabenkraut (Dactylorhiza maculata).

Fauna

Pirol

Im NSG und dem angrenzenden Tagebaugebiet Amsdorf leben ca. 18 Libellenarten. Darunter befinden sich die in Sachsen-Anhalt gefährdeten Arten Kleine Königslibelle (Anax parthenope ), Kleine Binsenjungfer (Lestes virens), Gebänderte Heidelibelle (Sympetrum pedemontanum) und Große Heidelibelle (Sympetrum striolatum).
Die Feuchtgebiete sind insbesondere für verschiedene Amphibienarten wertvoll. Als Vertreter sei die Kreuzkröte (Bufo calamita) genannt. Zahlreiche Brutvogelarten nutzen die unterschiedlichen Vegetationsstrukturen als Lebensraum. Dazu gehören beispielsweise: Pirol (Oriolus oriolus), Braunkehlchen (Saxicola rubetra), Schwarzkehlchen (Saxicola torquata), Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe), Brachpieper (Anthus campestris), Rebhuhn (Perdix perdix), Grauammer (Emberiza calandra), Beutelmeise (Remiz pendulinus).

 

 

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Die Maßnahmen im NSG sollen die natürliche Sukzession unterstützen. Auf Reliefmelioration soll ebenso verzichtet werden wie auf Ansaaten bzw. Aufforstungen.
Es kann geprüft werden, ob kleinflächig botanisch interessante Bereiche freigestellt werden.

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