Mittelelbe zwischen Mulde und Saale

Größe: 8507 ha   
Landkreis/Stadtkreis: Anhalt-Bitterfeld; Dessau-Roßlau; Salzlandkreis
Codierung: NSG0394___   
Verordnung:  VO v. 20.12.2018 (Amtsbl. d. LVwA LSA, SDr. v 20.12.2018)
Karten - © GeoBasis-DE / LVermGeo LSA, (2014/010312)

Schutzziel

NSG "Mittelelbe zwischen Mulde und Saale"

Die Ausweisung soll der Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung der Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes, der Artenvielfalt, Eigenart und Schönheit sowie eines günstigen Erhaltungszustandes der vorhandenen Lebensräume und Arten dienen. Besonders hervorzuhebende Lebensräume im Gebiet sind naturnahe Hartholzauenwälder, flussbegleitende Weichholzauen, Erlenbruchwälder und Eichen-Hainbuchenwälder, Altwasser und -arme, Flutrinnen, Kolke, extensives Grünland unterschiedlicher Standorte und Binnendünen mit Sandtrockenrasen.

Lage

Das NSG befindet sich in der naturräumlichen Haupteinheit „Elbe-Mulde-Tiefland“ und beinhaltet die naturnahen Flusslandschaften der Mittleren Elbe sowie des Mündungsgebietes der Saale. Das NSG erstreckt sich nordwestlich von Dessau bis zur Saalemündung.
Das Gebiet umfasst zum einen das Kerngebiet des Naturschutzgroßprojektes „Mittlere Elbe“ sowie vollständig das FFH-Gebiet „Elbaue Steckby-Lödderitz“ und anteilig die FFH-Gebiete „Kühnauer Heide zwischen Aken und Dessau“, „Saaleaue bei Groß Rosenburg“ und das Vogelschutzgebiet „Mittlere Elbe einschließlich Steckby-Lödderitzer Forst“.
Außerdem umfasst das Naturschutzgebiet die ehemaligen Naturschutzgebiete „Steckby-Lödderitzer Forst“ und „Saalberghau“, die mit Inkrafttreten der neuen Verordnung außer Kraft getreten sind. Weiterhin wurden auch durch den Bund zum Nationalen Naturerbe erklärte Gebietsteile z. B. Kühnauer Heide und Olberg, mit in das geplante Naturschutzgebiet einbezogen. Ein Großteil des Gebietes befindet sich im Biosphärenreservat „Mittelelbe“.

Vegetation

Wiesenknopf

Weich- und Hartholzauenwälder sowie Grünlandkomplexe mittlerer und feuchter Standorte stellen darin Lebensräume für zahlreiche an Feuchtgebiete gebundene Tier- und Pflanzenarten dar.
Die ausgedehnten, zum großen Teil in der rezenten Überflutungsaue gelegenen Wiesen und Wälder werden durch Hochwasser, sowie im ausgedeichten Bereich teilweise durch Qualmwasser beeinflusst. Das Gebiet ist durch eine Vielzahl von Altwassern, Flutrinnen und nassen Senken mit Verlandungszonen geprägt. Des Weiteren werden auch der Steckbyer Forst und die Kühnauer Heide einbezogen, welche sich außerhalb der natürlichen Überflutungsaue befinden. Neben den bestimmenden Waldkomplexen finden sich hier offene Binnendünen, Trockenrasen und Heideflächen.

Fauna

Biber

Die Ufer der Stromelbe und der Altwässer sind Lebensraum des Bibers.
Das NSG bietet auch zahlreichen Vogelarten Nahrung und Brutplatz, u. a. Mittelspecht (Dendrocopos medius), Kranich (Grus grus) und Seeadler (Haliaeetus albicilla). Die Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) ist im Bereich der Flutrinnen zu finden.
Im Kühnauer See kommen Steinbeißer (Cobitis taenia), Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) und Bitterling (Rhodeus sericeus) vor.
Als Vetreter der Kriechtiere sollen Rotbauchunke (Bombina bombina) und Laubfrosch (Hyla arborea) genannt werden.
Im Naturschutzgebiet kommen zahlreiche Insektenarten vor, darunter Asiatische Keiljungfer (Stylurus flavipes), Heldbock (Cerambyx cerdo) und Hirschkäfer (Lucanus cervus).

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Naturnahe Auenlandschaften mit ihrer typischen Tier- und Pflanzenwelt, wie sie innerhalb des Naturschutzgebietes vorhanden sind, werden insbesondere seit Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts stark zurückgedrängt. Zu den Gründen gehören Flussbegradigung und -verbauung, Eindeichung von Überschwemmungsgebieten, Entwässerungsmaßnahmen sowie die zunehmend intensive Nutzung von Auengrünland und das vermehrte Auftreten von Neozoen. Die beiden Letzteren führen zu einer floristischen Artenverarmung und zu einem starken Rückgang von Wiesenvögeln wie Bekassine oder Großer Brachvogel. Viele Vorkommen solcher Arten sind bereits erloschen. Grünlandbiotope hängen von regelmäßiger, adäquater Nutzung ab. Zum einen stellt intensive Bewirtschaftung eine Gefährdung dar, zum anderen bedroht aber auch Brachfallen die Offenlandbereiche.
Ca. 2323 ha sind als Totalreservat der ungestörten natürlichen Entwicklung vorbehalten.

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