Kleiner Fallstein

Größe: 45,86 ha   
Landkreis: Harz   
Codierung: NSG0028___   
Verordnung:  AO v. 30.03.1961 GBl. d. DDR Teil II.-(1961)27 v. 04.05.1961, S.166) in der Fassung v. 01.01.1997 (GVBl. LSA.- 8(1997)1 v. 02.01.1997, S. 2 - Rechtsbereinigungsgesetz)  
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

Kleiner Fallstein

Erhaltung des Feldahorn-Eichenwaldes an seiner Verbreitungsgrenze; Schutz eines Komplexes xerothermer Buchenwälder mit südlich-kontinental verbreiteten Arten an der Nordwestgrenze ihres Areals. 

Lage

Das NSG (140-188 m ü. NN) liegt ca. 3 km nordwestlich von Osterwieck. Es schließt den südwestexponierten Hang des Kleinen Fallsteins, den Kamm und eine nordexponierte Senke zum Rhönsbach ein.

Geologische Beschaffenheit

Der Kleine Fallstein ist eine morphologische Erhebung, die aus Sandsteinen und Kalkgesteinen gebildet ist. Während des Weichselglazials sind über den Festgesteinen skelettreiche Schuttdecken entstanden. Aufgewehter Löß wurde in Hangmulden zu Schwemmlöß umgelagert. Die Vielzahl der entstandenen Bodentypen reicht von Rendzinen über Löß-Schwarzerden bis zu Stau-Gleyen im Einflußbereich des Grundwassers.

Vegetation

Eine verschiedenartige Vegetationsstruktur spiegelt die differenzierten Bodenverhältnisse wider. Im Westteil des Gebietes stockt ein Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo luzuloides-Fagetum) auf Löß. Seine Bodenflora wird beherrscht von Schmalblättriger Hainsimse (Luzula luzuloides), Maiglöckchen (Convallaria majalis) und Hain-Rispengras (Poa nemoralis).

Nach Osten geht die Vegetation in einen Traubeneichen-Hainbuchenwald (Galio sylvatici- Carpinetum betuli) über, an dessen Bestandsaufbau die Vogel-Kirsche (Cerasus avium) beteiligt ist. Die Krautschicht wird gekennzeichnet durch Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus) und Goldnessel (Galeobdolon luteum).
Während auf einem steilen Südwesthang ein Karstbuchenwald (Carici-Fagetum) entwickelt ist, in dem Kleinblättrige Sitter (Epipactis microphylla) sowie Bleiches Waldvöglein (Cephalanthera damasonium) vorkommen, erstreckt sich im Talgrund ein Wald (Adoxo-Aceretum pseudoplatani) mit Stiel-Eiche (Quercus robur) und Gewöhnlicher Esche (Fraxinus excelsior). In der reichen Bodenflora gedeihen hygrophile Arten wie Echtes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis), Gefleckter Aronstab (Arum maculatum), Hohler Lerchensporn (Corydales cava) und Hohe Schlüsselblume (Primula elatior).

Ein schmaler Feldahorn-Eichenwald begrenzt das NSG im Süden. In seiner Krautschicht sind anzutreffen: Einblütiges Perlgras (Melica uniflora), Wiesen-Primel (Primula veris), Schwarze Platterbse (Lathyrus niger) sowie Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea), Helm-Knabenkraut (Orchis militaris), Bleiches Waldvöglein (Cephalanthera damasonium) und Langblättriges Waldvöglein (Cephalanthera longifolia).

Ergänzt wird die Bodenflora durch die südlich-kontinentalen Arten wie Weißer Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria), Purpurblauer Steinsame (Buglossoides purpurocaerulea) und Diptam (Dictamnus albus), der hier die Nordwestgrenze seiner Verbreitung erreicht.

Fauna

Im Gebiet kommen als Brutvogelarten beispielsweise vor: Rotmilan (Milvus milvus), Mäusebussard (Buteo buteo) und Sperber (Accipiter nisus).

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Das Gebiet befindet sich in einem guten Zustand. Das NSG liegt im EU SPA und dem FFH-Gebiet "Fallsteingebiet nördlich Osterwieck".

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