Kirschberg und Handkante

Größe: 37,00 ha   
Landkreis: Mansfeld-Südharz  
Codierung: NSG0176___   
Verordnung:  VO v. 25.03.1998 (Amtsbl. f. d. Reg.-Bez. Halle. - 7(1998)4 v. 31.03.1998) 
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

NSG "Kirschberg und Handkante"

Erhaltung von Halbtrockenrasen, Trockengebüschen und Streuobstbeständen als Trittsteinbiotope in der intensiv genutzten Agrarflur. 

Lage

Das NSG (140-200 m ü. NN) liegt ca. 4 km südöstlich von Sangerhausen, es besteht aus zwei Teilen.

Geologische Beschaffenheit

Den Untergrund des NSG bildet eine schmale und steile Rogensteinschichtstufe des Unteren Buntsandsteins, die hautsächlich von Löß überlagert wird. Der Talraum am Fuß der Geländestufe sowie der "Bach" sind mit ins NSG einbezogen.

Vegetation

Im NSG dominiert Furchenschwingel-Fiederzwenken-Halbtrockenrasen (Festuco rupicolae-Brachypodietum pinnati). Der Artenreichtum dieses Weiderasens wird u. a. charakterisiert durch Stengellose Kratzdistel (Cirsium acaule), Großes Schillergras (Koeleria pyramidata) , Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis), Fransen-Enzian (Gentianella ciliata) und Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum). Die Wiesenschlüsselblume (Primula veris) kommt an dieser Stelle massenhaft vor.


Auf den Oberhangkanten wächst sehr kleinflächig die Mädesüß-Wiesenhafer-Gesellschaft (Filipendulo vulgaris- Avenuletum pratensis) mit Heidekraut (Calluna vulgaris).

In der Quellmulde des Baches wird ein nasser, anmooriger Bereich von einer Engelwurz-Kohldistel-Wiese (Angelico sylvestris-Cirsietum oleracei) eingenommen, in der Schilf dominiert. Entlang des Baches befinden sich Erlen-Eschen-Bestände.

Fauna

Kirschberg und Handkante bieten verschiedenen Vogelarten günstige Brutmöglichkeiten, z.B. für Rotmilan (Milvus milvus), Mäusebussard (Buteo buteo), Gartengrasmücke (Sylvia borin), Nachtigall (Luscinia megarhynchos), Ringeltaube (Columba palumbus), Kleinspecht (Dryobates minor), Neuntöter (Lanius collurio), Feldschwirl (Locustella naevia), Steinkauz (Athene noctua) und Wendehals (Jynx torquilla).


In den artenreichen Wiesen leben eine Vielzahl von bestandsgefährdeten Insektenarten. Dazu zählen: Großer Fuchs (Nymphalis polychloros), Gemeiner Scheckenfalter (Melitaea cinxia) und Kleiner Heidegrashüpfer (Stenobothrus stigmaticus).
Die Kleinsäuger Zwergspitzmaus (Sorex minutus) und Zwergmaus (Micromys minutus) haben im Schilfbereich des "Baches" ihr Habitat. Auch für Feldhase (Lepus europaeus) und Dachs (Meles meles) gibt es im NSG gute Rückzugsmöglichkeiten.

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Der Gebietszustand ist unzureichend. Während die Pflege des Kirschberges durch Schafbeweidung garantiert ist, muss für den Nordteil die Bewirtschaftung langfristig noch gesichert werden. Der zunehmenden Verbuschung der Halbtrockenrasen kann so entgegengewirkt werden. Das Gebiet wird durch Einflüsse aus den unmittelbar angrenzenden Ackerflächen beeinträchtigt. 

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