Diebziger Busch

Größe: 394,00 ha   
Landkreis: Anhalt-Bitterfeld  
Codierung: NSG0087___   
Verordnung:  VO v. 15.12.2003 (Amtsbl. d. LVwA S-A ; 1(2004)SDr. v 22.01.2004) 
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

NSG "Diebziger Busch"

Erhaltung eines naturnahen, reich gegliederten Eichen-Ulmen-Auenwaldes innerhalb der intensiv genutzten Agrarlandschaft.

Lage

Das NSG (52-54 m ü. NN) befindet ca. 7 km westlich von Aken in der Elbetalniederung.
Der Diebziger Busch liegt im Biosphärenreservat und LSG "Mittlere Elbe".

Beschreibung des Geländes

Den geologischen Untergrund des Gebietes bilden Flußschotter. Während diese südlich der Taube örtlich durch Auenbildungen verhüllt sind, werden sie nördlich der Taube bis auf einzelne flache Aufragungen und kleine Dünen von einer nahezu geschlossenen Auensand- und Auenlehmdecke verhüllt.
Die ehemals standortprägenden Elbehochwässer erreichen den innerdeichs liegenden Diebziger Busch nicht mehr. Die durch das Gebiet fließende Taube kann die großflächigen Überschwemmungen nicht ersetzen.

Vegetation

Binnendüne

Im NSG dominiert der Eichen-Ulmen- Hartholzauenwald (Querco-Ulmetum minoris), der wertvolle Altholzbestände besitzt, in einer Ausbildung mit Feld-Ahorn (Acer camprestre), Stiel-Eiche (Quercus robur), Feld- und Flatter-Ulme (Ulmus minor, U. laevis).

Wildbirne (Pyrus pyraster) und Wild-Apfel (Malus sylvestris) ergänzen den Baumbestand.
Am Aufbau der dichten Strauchschicht sind u.a. beteiligt: Weißdorn-Arten (Crataegus laevigata, C. monogyna), Blutroter Hartriegel (Cornus sanguinea), Europäisches Pfaffenhütchen (Euonymus europaea), Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus), Schwarzer Holunder (Sambucus nigra).

In der üppig entwickelten Krautschicht wachsen beispielsweise Große Brennessel (Urtica dioica), Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata), Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum), Ruprechtskraut (Geranium robertianum).

Arten, die auf fehlende Überflutung hinweisen, sind Zittergras-Segge (Carex brizoides), Riesen-Schwingel (Festuca gigantea), Wald-Flattergras (Milium effusum), Wald-Zwenke (Brachypodium sylvaticum).

Den Bereich der kleinen Dünen besiedelt die Hainbuchen-Ausbildung des Eichen-Ulmen-Auenwaldes mit Nickendem Perlgras (Melica nutans) und Weißer Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria) die trockendsten Standorte.

Auf Flächen mit schwindendem Grundwassereinfluß wurde der artenarme Honiggras-Eichenwald (Holco mollis-Quercetum) mit Stiel-Eichen (Quercus robur) und Hänge-Birken (Betula pendula) vielfach durch Kiefernforste ersetzt. Ein erlenreicher Traubenkirschen-Eschenwald (Pado-Fraxinetum) nimmt nasse, anmoorige Standorte im Nordosten des Gebietes ein.
Zum NSG gehören weiterhin feuchte Grünlandflächen, intensiv genutztes und v. a. mesophiles Grünland, Ackerflächen sowie Landreitgrasfluren auf nicht mehr genutzten Flächen.

Fauna

Schwarzmilan

Das NSG weist mit Wespenbussard (Pernis apivorus), Rot- und Schwarzmilan (Milvus milvus, M migrans), Habicht (Accipiter gentilis) und zeitweilig auch dem Schwarzstorch (Ciconia nigra) eine reiche Brutvogelfauna auf.

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Insbesondere in den Randbereichen ist das Schutzgebiet infolge der angrenzenden intensiven agrarischen Nutzung durch eine fortschreitende Eutrophierung beeinträchtigt. Das Fließgewässer Taube sollte mindestens im Bereich des NSG wieder einen naturnahen Charakter erhalten.
Das NSG liegt im EU SPA "Wulfener Bruch und Teichgebiet Osternienburg" und im FFH-Gebiet "Diebziger Busch und Wulfener Bruchwiesen".

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