Die Auswirkungen des Klimawandels machen zusätzliche Investitionen in die Trinkwasserversorgung Sachsen-Anhalts erforderlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Landesverwaltungsamt geförderte Machbarkeitsstudie des Kompetenzzentrums Wasserwirtschaft zur Schaffung eines Wasserverbundes zwischen der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz (FEO) und den Technischen Werken Magdeburg (TWM). Die Studie untersucht Möglichkeiten, die Versorgungssicherheit in Havarie- und Spitzenlastfällen zu erhöhen und die Trinkwasserversorgung widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.
Ausgangspunkt der Untersuchung ist die Erwartung, dass langanhaltende Trocken- und Hitzeperioden künftig zu einem deutlich höheren Wasserbedarf führen werden. Nach den der Studie zugrunde liegenden Prognosen ist mit einem Anstieg des Jahreswasserbedarfs von rund zehn Prozent sowie mit einem Anstieg des Tagesspitzenbedarfs, um bis zu 20 Prozent zu rechnen.
Die Studie zeigt, dass die vorhandenen Wasserwerkskapazitäten der FEO und der TWM bereits heute hoch ausgelastet sind und künftig keine ausreichenden Reserven für klimabedingte Bedarfsspitzen bieten. Sowohl bei der FEO als auch bei der TWM werden deshalb zusätzliche Kapazitäten in der Wasserbereitstellung erforderlich sein. Gleichzeitig bestätigt die Untersuchung, dass durch gezielte Verbundmaßnahmen an bestehenden Netzverknüpfungen die Versorgungssicherheit insbesondere für das Versorgungsgebiet der TWM in Havariefällen verbessert werden kann.
Thomas Pleye, Präsident des Landesverwaltungsamtes dazu: „Wasser ist unsere wichtigste Ressource. Deshalb investieren wir jetzt konsequent in eine klimaresiliente Infrastruktur. Dass wir das Förderbudget nahezu vollständig binden konnten, zeigt den hohen Handlungsbedarf, aber auch die große Umsetzungsbereitschaft der Wasserversorger im Land.“
Die Ergebnisse der Studie wurden kürzlich bei einer Fachveranstaltung des Landesverwaltungsamtes Vertreterinnen und Vertretern des Ministeriums für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt, des Landesamtes für Umweltschutz, des Landesverwaltungsamtes, der FEO, der TWM, der Stadt Halle (Saale) sowie der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft GmbH vorgestellt.
Umfangreiche Förderung für eine klimaresiliente Wasserversorgung
Das Landesverwaltungsamt unterstützt seit Jahren Investitionen zur Anpassung der öffentlichen Trinkwasserversorgung an die Folgen des Klimawandels. Im August 2026 wurden fünf Förderbescheide für Vorhaben zur Verbesserung der Wasserresilienz mit einem Fördervolumen von rund 83 Millionen Euro bewilligt.
„Mit den bewilligten Fördermitteln ist uns eine echte Punktlandung gelungen: Das zur Verfügung stehende EFRE-Budget für die Wasserresilienz wurde nahezu vollständig ausgeschöpft. Jeder Euro fließt in Projekte, die die Trinkwasserversorgung Sachsen-Anhalts langfristig sichern und fit für die Herausforderungen des Klimawandels machen.“
Gefördert werden unter anderem die Erweiterung des Wasserwerks Wienrode mit einer zusätzlichen Kapazität von 30.000 Kubikmetern Trinkwasser pro Tag, die Ertüchtigung des Wasserwerks Halle-Beesen mit einer zusätzlichen Kapazität von 20.000 Kubikmetern pro Tag, Planungen für ein neues Elbe-Wasserwerk im Raum Magdeburg sowie weitere Vorhaben zur Schaffung redundanter Leitungen und Verbundstrukturen. Insgesamt werden durch die bewilligten Vorhaben zusätzliche Versorgungskapazitäten von rund 58.000 Kubikmetern Trinkwasser pro Tag geschaffen beziehungsweise vorbereitet.
Neben den europäischen EFRE-Mitteln fördert das Landesverwaltungsamt entsprechend den Vorgaben des Landeshaushalts weitere wasserwirtschaftliche Maßnahmen aus Mitteln des Wasserentnahmeentgelts. Ziel ist es, die Trinkwasserversorgung in Sachsen-Anhalt langfristig sicher, leistungsfähig und klimaresilient aufzustellen.
