Planfeststellungsbeschluss sichert langfristige Entsorgungskapazitäten im Norden Sachsen-Anhalts
Das Landesverwaltungsamt hat den Planfeststellungsbeschluss für die Erweiterung der Deponie Lindenberg in der Hansestadt Gardelegen erlassen. Damit ist der Weg für die langfristige Sicherung der Entsorgungskapazitäten für Abfälle der Deponieklasse II im Norden Sachsen-Anhalts frei.
Die von der Deponie GmbH des Altmarkkreises Salzwedel betriebene Deponie wird um einen zweiten Bauabschnitt erweitert. Die zusätzliche Ablagerungsfläche umfasst rund 11,4 Hektar. Zudem wird die zulässige Einlagerungshöhe des bestehenden ersten Bauabschnitts angehoben. Insgesamt entsteht dadurch zusätzliches Deponievolumen von rund 2 Millionen Kubikmetern.
„Mit der Planfeststellung wird die Entsorgungssicherheit für mineralische Abfälle, Bodenaushub, asbesthaltige Baustoffe und weitere Deponieklasse-II-Abfälle langfristig gewährleistet. Die Deponie Lindenberg übernimmt hierbei eine wichtige Funktion für die Abfallwirtschaft in der Altmark und darüber hinaus“, erklärt der zuständige Abteilungsleiter im Landesverwaltungsamt, Michael Wersdörfer.
Bereits im Verfahren wurde deutlich, dass die bestehenden Kapazitäten der Deponie mittelfristig nicht ausreichen würden. Die Erweiterung dient daher der Sicherstellung einer gemeinwohlverträglichen Abfallentsorgung und stärkt die regionale Entsorgungsinfrastruktur. Zudem werden durch die Weiterentwicklung des bestehenden Standortes zusätzliche Transportwege vermieden.
Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens wurde eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt. Dabei wurden unter anderem die Auswirkungen auf Menschen, Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Luft, Klima sowie das Landschaftsbild untersucht. Die Prüfung kam zu dem Ergebnis, dass bei Umsetzung der vorgesehenen Schutz-, Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen zu erwarten sind.
Der Beschluss enthält umfangreiche Nebenbestimmungen zum Schutz von Grund- und Oberflächenwasser, zum Immissionsschutz, zur Überwachung des Deponiebetriebs sowie zum Natur- und Artenschutz. Vorgesehen sind unter anderem zusätzliche Grundwassermessstellen, regelmäßige Umweltkontrollen sowie Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in Natur und Landschaft.
Zur Absicherung der Stilllegung und Nachsorge der Deponie wurde außerdem eine Sicherheitsleistung in Höhe von rund 14,3 Millionen Euro festgelegt.
Im Rahmen der öffentlichen Beteiligung wurden keine Einwendungen gegen das Vorhaben erhoben. Die beteiligten Fachbehörden kamen nach Prüfung der Unterlagen zu dem Ergebnis, dass dem Vorhaben unter den festgelegten Bedingungen keine öffentlichen Belange entgegenstehen.
Hintergrund
Die Deponie Lindenberg wird seit den 1990er Jahren betrieben und ist die einzige Deponie der Deponieklasse II im nördlichen Sachsen-Anhalt. Sie nimmt insbesondere nicht verwertbare mineralische Abfälle sowie spezielle Bauabfälle zur umweltgerechten Entsorgung an. Mit der Erweiterung wird die Kapazität des Standortes deutlich erhöht und die Entsorgungssicherheit für die Region langfristig gewährleistet.
