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Asylzahlen sinken deutlich: Fachbehörden beraten in Halberstadt über neue EU-Asylregeln, Sicherheit und Rückführungen

Die Asylzugänge in Sachsen-Anhalt sind weiter rückläufig. Bis Ende September 2026 wurden im Land insgesamt 1.475 Asylsuchende registriert. Das entspricht einem Rückgang von rund 33 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (2.199 Personen) und von rund 62 Prozent gegenüber dem Jahr 2024 (3.867 Personen). Allein im September 2026 wurden 160 Asylzugänge verzeichnet. Damit bewegen sich die Zugangszahlen auf dem niedrigsten Niveau seit 15 Jahren.

Vor diesem Hintergrund tagen seit gestern die Ausländer- und Leistungsbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte Sachsen-Anhalts mit dem Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt in Halberstadt. An der Veranstaltung nehmen Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Behörden, der zuständigen Ministerien, des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), der Polizeibehörden sowie weiterer Partnerinstitutionen teil.

Im Mittelpunkt der zweitägigen Beratung steht die Umsetzung der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS). Die neuen europäischen Regelungen werden die Asylverfahren innerhalb der Europäischen Union grundlegend verändern und stellen Bund, Länder und Kommunen vor erhebliche organisatorische und rechtliche Herausforderungen.

Daneben befassen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit aktuellen Entwicklungen im Migrationsgeschehen und sicherheitsrelevanten Fragestellungen. Schwerpunkte sind unter anderem die Erstaufnahme von Asylsuchenden, Rückführungen, die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern, die Einbürgerungspraxis, die Integration in den Arbeitsmarkt sowie aktuelle Lageeinschätzungen der Sicherheitsbehörden.

Eine besondere Rolle nimmt dabei die Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber des Landes Sachsen-Anhalt (ZASt) in Halberstadt ein. Als Erstaufnahmeeinrichtung des Landes ist sie die zentrale Anlaufstelle für neu ankommende Asylsuchende und ein wichtiger Baustein für die Steuerung und Organisation der Asylverfahren in Sachsen-Anhalt.

„Die Herausforderungen im Asyl- und Migrationsbereich verändern sich kontinuierlich. Auch bei sinkenden Zugangszahlen bleiben leistungsfähige Verwaltungsstrukturen, eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Behörden und ein regelmäßiger fachlicher Austausch unverzichtbar.“, betont die zuständige Abteilungsleiterin im LAdesverwaltungsamt, Dr. Sandra Hönig.

Die große Beteiligung der Fachbehörden und die intensive Diskussion der aktuellen Themen unterstreichen die Bedeutung der Veranstaltung. Ziel bleibt es, die Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Land, Bund und europäischen Partnern weiter zu stärken und die anstehenden Herausforderungen im Asyl- und Migrationsbereich gemeinsam zu bewältigen.