Stachelroder Tal und Lohtal

Größe: 52,00 ha   
Landkreis: Saalekreis  
Codierung: NSG0172___   
Verordnung:  VO v. 19.11.1997 (Amtsbl. f. d. Reg.-Bez. Halle. - 7(1998)2 v. 18.02.1998)
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

 

 

Schutzziel

NSG "Stachelroder Tal und Löhtal"

Erhaltung, Pflege und Entwicklung eines Mosaiks aus Grünland, Trocken- und Halbtrockenrasen, Streuobstbeständen, Felsfluren, Gebüschen und Wäldern sowie aus feuchten Bereichen; Schutz einer vielfältigen Lebensgemeinschaft von Pflanzen und Tieren. 

Lage

Das NSG (160 - 225 m ü. NN) befindet sich ca. 8 km südwestlich von Querfurt und umfaßt zwei Kerbtäler nordwestlich von Weißenschirmbach.

Geologische Beschaffenheit

Anstehendes Gestein sind Bänke heller kavernöser Sandsteine mit einer unterschiedlich stark ausgebildeten Lößauflage. Der Abbau vorspringender Buntsandsteinbänke in der Vergangenheit führte stellenweise zu mehreren Metern hohen Felsabbrüchen. Im Gebiet befinden sich Schichtquellen.

Vegetation

Auf den Nordhängen stockt vorwiegend mittelalter Wald, im nördlichen Kerbtal ein Traubeneichenwald (Quercus petraea) und im südlichen Tal ein Traubeneichen-Hainbuchenwald (Galio sylvatici-Carpinetum betuli) mit einigen Winter-Linden (Tilia cordata) und Gewöhnlichen Eschen (Fraxinus excelsior).
 Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) und Gewöhnliche Hasel (Corylus avellana) bilden die Strauchschicht der Waldbereiche. Die Krautschicht besteht u. a. aus

  • Echtem Lungenkraut (Pulmonaria officinalis),
  • Wolligem Hahnenfuß (Ranunculus lanuginosus),
  • Goldnessel (Galeobdolon luteum) und
  • Christophskraut (Actaea spicata), aber auch aus
  • Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella), einem Säurezeiger.

Die Südhänge zeichnen sich durch Streuobstwiesen, Halbtrockenrasen und Fettwiesen mit Halbtrockenrasenelementen aus. Im südlichen Kerbtal hat sich aufgrund von Verbuschung der Streuobstwiesen ein Vorwald herausgebildet. Die Südhänge weisen Rosen- und Ligustergebüsche auf, der Oberhangbereich kleine Feldulmengehölze (Roso-Ulmetum minoris).
 Für die Krautschicht der Südhänge sind Fettwiesenarten, wie

  • Glatthafer (Arrhenatherum elatius) und
  • Knaulgras (Dactylis) typisch,

aber auch Arten der Halbtrockenrasen, wie

  • Wiesen-Salbei (Salvia pratensis),
  • Feld-Beifuß (Artemisia campestris),
  • Feld-Mannstreu (Eryngium campestre),
  • Gelbe Skabiose (Scabiosa ochroleuca),
  • Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum) und
  • Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum).

Ackerrandbereiche und intensiv genutztes Grünland gehören ebenfalls zum NSG.

Fauna

Besonders erwähnenswerte Brutvogelarten des NSG sind z. B. Neuntöter (Lanius collurio), Dorngrasmücke (Sylvia communis) und Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria).

 

 

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Die Täler erfüllen in der umliegenden intensiv genutzten Ackerlandschaft eine wichtige Biotopfunktion. Gezielte Maßnahmen zur Erhaltung beziehen sich insbesondere auf die Entbuschung und Mahd der Trocken- und Halbtrockenrasen, die Niederwaldpflege sowie die extensive Nutzung der Streuobstwiesen.

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