Menu
menu

Schnappschüsse zum Tag des offenen Denkmals 2021

Das Landesverwaltungsamt unterstützt zum zweiten Mal die Foto-Kampagne der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zum Denkmaltag.

Bei der Aktion „Schnappschuss“ waren in diesem Jahr alle aufgerufen, Vorher-Nachher-Bilder ihres favorisierten oder eigenen Denkmal-Objektes zu übermitteln.

Das Landesverwaltungsamt als Obere Denkmalschutzbehörde hat die 150 privaten Denkmalfördermittelempfänger*innen der letzten fünf Jahre angeschrieben und auf diese Aktion zusätzlich aufmerksam gemacht. Einsendeschluss ist der 13. September. 

Ob Sie sich nun am Tag des offenen Denkmals dafür entscheiden, die mit Liebe zum Detail, viel Geduld und Leidenschaft sanierten Gebäude zu besichtigen oder danach eine Reise unternehmen- wir stellen Ihnen ein paar der geförderten Objekte hier vor. Staunen Sie über manche Verwandlung oder auch über das Denkmal selbst:

Altes Forsthaus Schulpforta

Herr Rüther beschreibt sein Objekt so:

"Das Alte Forsthaus liegt an der Straße der Romanik direkt vor den Mauern des ehemaligen Cistercienserklosters Pforta und gegenüber den Weinbergen von Bad Kösen und Naumburg. Das ehemalige Kloster stand im engen Einflußbereich der Bischöfe des Naumburger Doms, welcher in die Liste des Unesco Weltkulturerbes aufgenommenen wurde. 

Das Forsthaus wurde 1624 errichtet und ist das Hauptgebäude eines Wirtschaftshofes, welcher bis auf den ehemaligen Stall noch im Original erhalten ist. Mit dem Forsthaus war von Beginn an die Schankgerechtigkeit mit Gastgerechtigkeit und Ausspanne verbunden. Der gesamte Forsthof ist architektonisch und kulturgeschichtlich eng mit dem ehemaligen Klosterareal verwachsen. Die Fassade des Forsthauses konnte mit Zuwendungen des Landes Sachsen-Anhalt denkmalgerecht saniert werden."

Zum Seitenanfang

St. Georg Kirche in Emden

Frau Herrmann-Skrentny schreibt zu ihrem Favoriten:

"Die kleine evangelische Kirchengemeinde Emden ist sehr glücklich darüber, die in ihrem Besitz befindliche St. Georg Kirche als sakrales Kulturdenkmal Sachsen-Anhalts gewürdigt zu wissen und die Möglichkeit von Ihnen zu erhalten, diese bei der Aktion „Denkmal-Schnappschuss“ anlässlich des diesjährigen Tages des offenen Denkmals präsentieren zu können.

Vor einigen Jahren haben sich die Ältesten des Gemeindekirchenrates darauf geeinigt, alle zwei Jahre am Tag des offenen Denkmals teilzunehmen, um den Reiz des Kleinen, aber Feinen nicht vor Gebühr einzubüßen und möglichst lange zu erhalten. 2020 wäre wieder eines dieser besagten Jahre gewesen. Da nichts die Qualität eines „Liveauftrittes“ wirklich ersetzen kann, haben wir uns im letzten Jahr dazu entschlossen, von einer Teilnahme abzusehen. Allerdings: Selbst wenn eine althergebrachte Präsentation möglich gewesen wäre, hätten größere Sanierungsarbeiten eine Begehung unmöglich gemacht. Nun, diese ersten Sanierungsarbeiten sind im November letzten Jahres nach gut acht Monaten vollendet worden und ziehen nach sich, dass nun allen Glücklichen des Dorfes dadurch zumindest eine Stunde am Tag schlägt. Ein (Feier-)Abendläuten sollte aber durchaus den Einen oder Anderen glücklich stimmen. Will heißen: Der Bauabschnitt beinhaltete die Sanierung der Turmhaube und des Glockenstuhles. Wenn man sich Emden vom Nachbardorf Erxleben aus nähert, so fällt als Erstes der Kirchturm in den Blick, von dem wir Ihnen zwei Aufnahmen („Vorher- und Nachher-Foto“) zusenden.

Darüber hinaus übermitteln wir Ihnen noch zwei weitere Fotos zum Thema „persönlicher Lieblingsblick“. Auf dem einen Bild durchwandern wir aus einer eher ungewohnten Perspektive - ich würde es als Mäuseblick bezeichnen - den Mittelgang des Kirchenschiffes bis zum Altar. Der Altaraufsatz ist von etwa 1700 und steht auf einem gemauerten Sandsteinblock mit romanischer Sandsteindeckplatte. Was man nicht sehen kann: Auf der Platte sind außer den Weihkreuzen an den Vorderecken Kreuzzeichen eingetieft worden. Das zweite Bild scheint eine zu klein geratene Kirchentür darzustellen – gerade für eine etwas größer geratene Maus passend.  In Wirklichkeit befinden wir uns aber auf der Rückseite des Altars, die im Normalfall niemand sieht. Hier ist eine im Sandsteinblock eingelassene spitzbogenförmige Öffnung, die in einen kleinen Hohlraum führt. Da diese Tür verriegelbar war, liegt es nahe, dass in dem Hohlraum vielleicht wichtige sakrale Gegenstände gelagert wurden. Viel Spaß mit den Aufnahmen!"

Zum Seitenanfang

Orgel in Schönburg

Herr Henschler (Gemeindekirchenrat Schönburg) teilt mit uns seinen Schnappschuss:

"Natürlich ist unser Lieblings-Kulturdenkmal zur Zeit unsere Orgel. Seit 3 Jahren sind wir mit der Restauration unserer Orgel beschäftigt. Auf Grund der Förderung durch den Bund und das Land Sachsen-Anhalt sowie weiterer Institutionen werden wir die Restaurierung der Orgel in diesem Jahr abschließen können. Wir sind allen Förderern sehr dankbar und haben damit unser großes Ziel erreicht.

Mit der Hoffnung, dass Corona bald besiegt ist, können wir natürlich unsere Orgel entsprechend präsentieren und der Öffentlichkeit zugänglich machen."

Zum Seitenanfang

Alter Pfarrhof in Möckern

Frau Dr. Kamilla Bühring begleitet ihre Bilder mit folgenden Informationen:

Restaurierung des Alten Pfarrhofes in Möckern (Sachsen-Anhalt)

1641 im 30-jährigen Krieg abgebrannt

1666 Wiederaufbau

2016 Erwerb aus Kircheneigentum durch Dr. Kamilla Bühring

Beginn der Restaurierung mit Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Stadt Möckern.

Ein Fachwerkbau mit vielen erhaltenen historischen Details und von absoluter Eltenheit in dieser Geschlossenheit und Lage im historischen Ortskern von Möckern - umgeben von dem Schlosspark mit Resten der Stadtmauer, dem Schloss und der St.-Laurentius-Kirche mit dem restaurierten spätgotischen Flügelaltar und dem in Mitteldeutschland sehr seltenen Scheibenkreuz.

Wenn das Herz über die Vernunft siegt, hilft der Wahlspruch „MUT SIEGT“. Er soll in der neuen Tür zur Pfarre eingearbeitet werden.

Zum Seitenanfang

Kirche St. Nicolai in Burg

Auch in diesem Jahr präsentiert die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Frau Simon die Fortschritte der Restaurierungsarbeiten an der Kirche St. Nicolai in Burg:

"An der Kirche St. Nicolai wurde von 2014 bis 2020 in div. Bauabschnitten die gesamten Dachflächen umfangreich saniert.

Die ev. Kirche St. Nicolai in Burg wurde erbaut zwischen 1162 und 1186. Sie ist eines der ältesten Gebäude der Stadt Burg. Durch bauliche Schäden und blinde Zerstörungswut wurde die Kirche zwischen 1974 und 1985 verwüstet und war eigentlich schon dem Verfall preisgegeben. Dank der „Wende“ konnte die Kirche ab 1990 wieder genutzt werden. In ihr finden ganzjährig Gottesdienste verschiedenster Art statt. In den warmen Monaten erklingen in der Kirche mit ihrer wunderbaren Akustik regelmäßig Konzerte. Seit 2010 wurde in mehreren Bauabschnitten unteranderem das Dach vollständig inkl. dem Dachstuhl aufwendig saniert. Diese Sanierung war nur möglich mit der Förderung aus den Denkmalpflegeprogrammen des Landes Sachsen-Anhalt. Darüber sind wir sehr dankbar."

Zum Seitenanfang

Carl-Böttcher-Orgel in der Johanniskirche in Pömmelte

Herr Kohle ist begeistert von der Carl-Böttcher-Orgel in der Johanniskirche in Pömmelte und teilt sie mit seinen beiden Schnappschüssen:

"Die Carl-Böttcher-Orgel in der Johanniskirche in Pömmelte, ein bemerkenswertes Denkmal

Die Orgel in der Johanniskirche in Pömmelte bietet derzeitig, in der ansonsten gut sanierten Kirche, einen traurigen Anblick.

Seit über 40 Jahren nicht mehr gespielt, rottet sie vor sich hin. Nur den Holzwürmern geht es darin gut. Wenn jetzt nichts geschieht, ist es um die Orgel geschehen.

Der Kirchenrat entschloss sich den Verfall zu stoppen und die Orgel reparieren zu lassen.

Dies begründet sich, weil die Orgel historisch wertvoll ist, sie klanglich noch unverändert blieb und sie mit ihrem Schicksal ein Zeitdokument darstellt.

Zur Urteilsfindung zog man den Orgelsachverständigen, Herrn Kirchenkantor Werner Jankowski, hinzu. In seinem Votum schreibt er u. a. :

„ Auf der Westempore präsentiert sich die 1864 von Carl Böttcher aus Magdeburg für die alte Dorfkirche von Pömmelte erbaute Kleinorgel mit 2 Manualen und Pedal und 12 Registern.  In seinem Gutachten vom 13. Januar 1941 schreibt der Orgelrevisor, Herr Strube: „ Die von dem tüchtigen Orgelbauer C. Böttcher-Magdeburg erbaute Orgel besitzt gut gebaute Schleifladen und ist klanglich in den prinzipalen Registern von bedeutender , echt orgelmäßiger Wirkung. Leider ist ganz offensichtlich seit längerer Zeit nichts Ernstliches für die Erhaltung des vorzüglichen Werkes getan worden.“ Diesen Aussagen schließe ich mich auch heute gerne an!“

Mit dem Gutachten wird betont, dass die Orgel historisch zu den wertvollen Instrumenten zu rechnen und damit erhaltenswert ist. Es sei durchaus sinnvoll das Instrument wieder herzustellen. Für die Orgellandschaft stellt das Instrument eine große Bereicherung dar, zumal es in Barby eine Organistin gibt, die Orgel also gespielt werden würde.

Die Orgel sagt auch etwas über die Zeitgeschichte. Sie wurde noch in der alten Kirche erbaut. Ein Zeitzeuge, der Tischler Götze schreibt: „Am 23. November 1864 ist die neue Orgel in der Kirche eingerichtet, dieselbe hat 666 Pfeifen, die alte Orgel welche auch noch gangbar war aber zu klein war, hatte in hiesiger Kirche 165 Jahre gedient.“

Nach dem Deutsch-Französischen-Krieg 1871 lies der Pfarrer ohne Einvernehmen mit der Bauernschaft die Kirche abreißen und an selbiger Stelle eine neue Kirche mit staatlicher Förderung errichten. Sie erhielt den Beinamen  „Friedenskirche“. Der Frieden hielt nicht lange. Im 1. Weltkrieg entfernte man eine Bronzeglocke und von der Orgel die zinnernen Prospektpfeifen für die Munitionsfertigung. An Stelle der Pfeifen  „zieren“ noch heute Holzlatten das Prospekt. Der 2. Weltkrieg nahm sich die zweite Bronzeglocke. Nachdem 2016 zwei neue Bronzeglocken geweiht werden konnten, blieb die Orgel mit den Holzlatten im Prospekt als Kriegsopfer in der Kirche übrig. Das Geld für eine Grundsanierung konnte nicht aufgebracht werden. Sie bietet damit und dem sichtbaren Schäden am Anstrich und Gehäuse im Gegensatz zur gut sanierten Kirche ein schlechtes Bild. Nun freut sich die Kirchgemeinde auf die Reparatur und das nachfolgende Spiel der Orgel, das seit 1864 von Carl Böttcher erbaut, Generationen von Pömmeltern zu freudigen und auch traurigen Anlässen begleitete. So soll es auch in Zukunft wieder sein. Die Kirche soll endlich eine echte Friedenskirche sein und die Orgel nur zu friedlichen Anlässen ertönen."

Zum Seitenanfang

Kirche Schotterey

Herr Röder, Vorsitzender des Fördervereins zur Erhaltung der Kirche Schotterey e.V. schreibt voller Begeisterung:

"Wir sind sehr stolz auf das bisher erreichte und arbeiten natürlich weiter an der Sanierung „Unserer Kirche“. Sie ist für uns Mittelpunkt des Dorfes und des Dorflebens. Viele wurden hier getauft oder haben hier geheiratet. Natürlich ist es auch die Baugeschichte der Kirche, welche sie sehr interessant macht.

Und der Blickwinkel der beiden Fotos, ist genau der den jeder wahrnimmt der durch das Dorf spaziert oder durchfährt. Also genau der Blick der uns fehlen würde, wenn wir dieses Kleinod der Geschichte nicht erhalten würden."

Zum Seitenanfang

Pfarrhaus in Göddeckenrode

Herr Hörsting aus Göddeckenrode:

"Mein persönlicher Lieblingsblick gilt der Südfront mit Blick auf die Dorfkirche."

Zum Seitenanfang

Die Schnappschüsse aus 2020

Bereits im Jahr 2020 hat das Landesverwaltungsamt die Foto-Aktion der Stiftung Denkmalschutz unterstützt. Finden Sie hier weitere interessante, entdeckenswerte Denkmale des Landes und lassen Sie sich für einen Besuch dort inspirieren.

Haben Sie Fragen oder suchen Sie einen Ansprechpartner?

Alle Sprechstunden und persönlichen Beratungsgespräche in den Dienstgebäuden des Landesverwaltungsamtes sind abgesagt.

Sie erreichen uns telefonisch in

Halle/Magdeburg: +49 345 514-0

und

Dessau: +49 340 6506-0

oder wenden Sie sich postalisch an uns:

Landesverwaltungsamt
Ernst-Kamieth-Straße 2
06112 Halle (Saale)