Ausweisung der Natura 2000-Gebiete

Vor mehr als 20 Jahren wurde das europaweite Schutzgebietsnetz „Natura 2000“ ins Leben gerufen. Seitdem entstand ein Netzwerk aus Gebieten, um besonders wertvolle, seltene oder gefährdete Tiere und Pflanzen in ihren natürlichen Lebensräumen zu schützen. Über 25.000 Schutzgebiete ziehen sich durch ganz Europa.

Im Bundesland Sachsen-Anhalt bestehen 266 Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (kurz: FFH-Gebiete) und 32 Vogelschutzgebiete (kurz: SPA (Special Protection Area) (Gebietskulisse). Derzeit sind 10 Vogelschutzgebiete und 47 FFH-Gebiete vollständig sichergestellt. Dies resultiert aus der Verpflichtung zur nationalrechtlichen Sicherung des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000, im Speziellen den Erfordernissen von Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) und Vogelschutzrichtlinie der EU. Gemäß Artikel 4 Abs. 4 der FFH-Richtlinie haben die Mitgliedsstaaten die gemeldeten Gebiete binnen 6 Jahren als besondere Schutzgebiete auszuweisen.                             

Natura 2000-Gebiete in den Landkreisen und kreisfreien Städten Sachsen-Anhalts

Durch einen Beschluss der Landesregierung vom 29.07.2014 sowie darauf basierendem Erlass des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt wurde das Landesverwaltungsamt aufgefordert, die bisher noch nicht nationalrechtlich gesicherten Natura 2000-Gebiete mittels einer landesweit gültigen Verordnung unter Schutz zu stellen.

Diese Landesverordnung (LVO) soll aus einem allgemeinen Teil bestehen, der die landesweit gültigen Gebote und Verbote regelt, sowie aus einem gebietsspezifischen Teil, welcher mögliche weitere, regional angepasste Regelungen trifft.

Es ist geplant, den Entwurf der Landesverordnung nach Abschluss des Beteiligungs- und Abwägungsverfahrens und vor Veröffentlichung bis Ende des Jahres 2018 vorzulegen.           

Derzeit erfolgt eine dem eigentlichen öffentlichen Beteiligungsverfahren vorgelagerte Einbeziehung von Verbänden der Nutzergruppen, Eigentümervertretern und Landkreisen sowie Kommunen. Im Rahmen dieser frühen Öffentlichkeitsbeteiligung (2014 bis 2017) wurden unter anderem Land- und Forstwirte, Jäger, Fischer und Angler sowie Vertreter der Landkreise, Bürgermeister und im Land Sachsen-Anhalt anerkannte Naturschutzvereinigungen über das Verfahren und geplante Schutzvorschriften informiert und erhielten die Möglichkeit, sich frühzeitig am Ausweisungsprozess zu beteiligen.

Terminplan für die Erstellung der LVO und Strukturierung des Verordnungsverfahrens

Am 4. Oktober 2017 begann das öffentliche Beteiligungsverfahren für die Sicherung der Natura 2000-Gebiete in Sachsen-Anhalt. Im Rahmen der öffentlichen Beteiligung haben Bürgerinnen und Bürger, Träger öffentlicher Belange, Eigentümer und Nutzungsberechtigte von Flächen, die nach § 23 NatSchG LSA unter besonderen Schutz gestellt werden sollen, Gelegenheit zur Abgabe einer Stellungnahme.


Der Verordnungsentwurf sowie die dazugehörigen Karten liegen in den betroffenen Städten sowie Einheits- und Verbandsgemeinden und im Landesverwaltungsamt (Obere Naturschutzbehörde) im Zeitraum vom 4. Oktober bis 4. Dezember 2017 aus und können während der Dienst- bzw. Sprechzeiten eingesehen werden.

Vom 4. Oktober 2017 bis 4. Dezember 2017 wird unter www.online-beteiligung.de/natura-lsa ein zusätzlicher Service angeboten, der die Möglichkeit bietet, die ausliegenden Verfahrensunterlagen online einzusehen und über Online-Formulare Hinweise zu geben und Einwendungen zu erheben.

Allgemeine Informationen sowie die rechtlichen Hintergründe zu Natura 2000 finden Sie hier:

-          Einführung Natura 2000

-          Broschüre "Sicherung der NATURA 2000-Gebiete in Sachsen-Anhalt"

 

Ansprechpartner

Herr Torsten Pietsch
Dessauer Str. 70
06118 Halle (Saale)
Telefon: 0345 5142143
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