Mosigkauer Heide Dessau-Roßlau

Spannende Geschichten gibt es auch hier! Ganz neu auf der Tourenliste des Landesverwaltungsamtes ist die Geocaching-Tour zum „Klimawandel vor der Haustür“, die von Schülerinnen und Schülern des Philanthropinum Dessau ausgelegt wurde. Unterstützung gaben dabei – neben dem Landesverwaltungsamt – auch Silvia Beiche von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und Jürgen Kristin vom Betreuungsforstamt Dessau-Roßlau. An acht Stationen quer durch die Mosigkauer Heide kann man hier jede Menge zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald erfahren.

Quiz-Bogen

weiterführende Informationen zu den Caches

 

 

Geo-Caching-Standorte

Folgende Caches haben wir gelegt:

Cache „Ein Zukunftsbaum - Die Douglasie"

Cache „Witterungsextreme (Windbruch/ Windwurf)“

Cache „Verlichtung in den Baumkronen“ 

Cache „Triebsterben bei Kiefern“

Cache „Stehendes und liegendes Totholz“

Cache "Naturnahe Waldwirtschaft"

Cache "Der Eichenprozessionsspinner"

Cache "Kohlenstoffspeicher - Baum"

 

 

A) Ein Zukunftsbaum "Die Douglasie"

Koordinaten: N51° 47.138  E12° 14.339



Ihre Heimat ist Nordamerika, doch seit mehr als 150 Jahren wird die Douglasie auch in Deutschland als Mischbaumart erfolgreich forstlich genutzt. An sie werden hohe Erwartungen geknüpft, vornehmlich wegen ihrer hohen Wuchs- und Wertleistung und ihrer guten Eigenschaften als Holzlieferant. Dazu kommen einige günstige ökologische Eigenschaften, wie die hohe Stabilität aufgrund ihres Herzwurzelsystems.
Ihr Einsatz ist eine Alternative zur Fichte auf Standorten, die aufgrund einer möglichen Klimaerwärmung für diese dann als zu trocken eingeschätzt werden.
Das macht die Douglasie zur wichtigsten nichtheimischen Baumart in der deutschen Forstwirtschaft. Im Weiteren überzeugt sie durch ihre gute Wuchsleistung, ein geringes Windwurfrisiko (ab 40 Jahre), eine gute Holzqualität und ihre ökologischen Eigenschaften.

Douglasien-Nadeln sind grün und weich. Sie stechen nicht und duften intensiv nach Orange. Die eher kleinen Zapfen können bereits bei circa 15-jährigen Douglasien zu sehen sein. Mastjahre sind allerdings selten und treten nur etwa alle sieben Jahre auf. Die stark gefurchte, dicke Rinde älterer Douglasien weist markante gelbe Korkschichten auf. Douglasien verankern sich in der Regel mit einem tiefgreifenden Herzwurzelsystem gut im Waldboden.

B) Witterungsextreme (Windbruch/Windwurf)

Koordinaten: N51°47.137 E12°14.149

 

Unter den Witterungsextremen haben in Deutschland bislang Stürme die weitaus größte Bedeutung, da sie großflächige Waldverwüstungen hinterlassen können. Erhebliche Schäden können aber auch lange Trockenheit, sowie außer-gewöhnliche Schnee- und Frostereignisse im Wald verursachen. Die Anzahl und Stärke der Witterungsextreme, so wird insgesamt erwartet, wird in Folge des Klimawandels zunehmen.

Neben einer intensiven Waldpflege (größerer Standraum einzelner Bäume) ist der Anbau standortgerechter Waldbestände mit einem Mix verschiedener Baumarten die wichtigste Maßnahme zur Verbesserung der Stabilität der Wälder.

Bekanntermaßen weisen die Baumarten eine unterschiedliche Widerstandskraft gegenüber Windwurf auf. Dies hängt insbesondere mit ihrem Grobwurzelsystem zusammen. Das kleinste Sturmrisiko besitzen Holzarten mit Pfahlwurzeln. Dazu gehören Weißtanne und Kiefern sowie Stiel- und Traubeneiche in ihrer Jugendzeit. Fast alle Laubhölzer, aber auch Lärche und Douglasie, haben ein Herzwurzelsystem mit schräg nach unten wachsenden Grobwurzeln. Diese verbürgen eine mittelmäßige Verankerung.

C) Verlichtung in den Baumkronen

Koordinaten: N51°47.173 E12°14.029

 

Die „Kronenverlichtung“ zeigt den Gesundheitszustand von Waldbäumen an. Diese und andere Schadsymptome an Waldbäumen lassen sich nicht eindeutig auf einzelne Einflussfaktoren zurückführen. Es ist davon auszugehen, dass immer verschiedene abiotische (vom Menschen verursachte) und biotische (natürliche) Faktoren als Schadursachen zusammenwirken.

Die Buche, auch „Mutter des Waldes“ genannt, kommt von den Tief- bis in die Hochlagen mit vielen verschiedenen Standorten zurecht. Lediglich sehr trockene, staunasse oder überflutete Standorte meidet sie. Ein markantes Erkennungszeichen der Buche ist ihre glatte, silbergraue Rinde, die bis ins hohe Alter dünn und glatt bleibt. 

D) Triebsterben bei Kiefern

Koordinaten: N51°47.212 E12°13.802

 

Die auftretenden Symptome bei einem Diplodia-Triebsterben an der Kiefer stehen in engen Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Infektion und den begleitenden Witterungs- und Stressbedingungen der Pflanze. Befallen werden können sowohl junge als auch, unter bestimmten Bedingungen, ältere Kiefern. Die Nadeln verfärben sich braun (und bleiben längere Zeit am Baum hängen), auch tritt häufig Harz an den infizierten Trieben auf (treten als eingetrocknete Tropfen zahlreich an die Oberfläche).
Gefördert wird der Diplodia-Pilz durch eine feuchtwarme Frühjahrswitterung, der dann ein trockenwarmer Sommer folgt.


E) Stehendes und liegendes Totholz

Koordinaten:  N51°47.282 E12°13.581

 

Totholz entsteht, wenn Bäume absterben und verwittern. Viele Insekten- und Pilzarten benötigen stehendes und liegendes, totes Holz zum Überleben. Es ist ein Charakteristikum im naturnahen Wald. An den sogenannten Habitatbäumen geht zum Beispiel der Specht auf Nahrungssuche und schafft Höhlen, in denen Eulen, Fledermäuse und andere Tiere ein Zuhause finden. Die Weibchen der gefährdeten Hirschkäfer legen ihre Eier an die Wurzeln von toten und absterbenden Bäumen - bevorzugt an Eichen – oder im Boden unterhalb verrottender Stammstücke ab. Die Larven, die bis zu fünf Jahre für ihre Entwicklung brauchen, benötigen morsches Holz als Nahrung, sie zermalmen es zu Mulm und reichern diese Holzspäne mit nährstoffreichem Kot an.

F) Naturnahe Waldwirtschaft

Koordinaten:  N51°47.338 E12°13.748

 

Waldwirtschaft soll naturnah sein, denn nur dann erhält und fördert sie den Artenreichtum der Wälder. Häufig ist Waldwirtschaft aber nicht naturnah. Viele Wälder bestehen nur aus Nadelbäumen, die in Reih und Glied gepflanzt sind. Solche Wälder nennt man "Monokultur". Bei der naturnahen Waldwirtschaft versucht der Förster, den Wald möglichst so wachsen zu lassen, wie er auch unter natürlichen Bedingungen wachsen würde. Wichtig ist dabei, dass ein stufiger, stabiler und ungleichalter Wald entsteht. Natürlich werden auch die Bäume in naturnahen Wäldern geerntet, denn der Waldbesitzer muss mit seinem Holz Geld verdienen. Und wir möchten das Holz nutzen - zum Hausbau, für Möbel und Spielzeug.

G) Der Eichenprozessionsspinner

Koordinaten:  N51°47.285 E12°14.171

 

Seit 1995 tritt der Eichenprozessionsspinner flächig in Massenvermehrung auf. Bei einmaligem Kahlfraß durch den Eichenprozessionsspinner verhindert die Regenerationskraft der Eichen Folgeschäden. Bei mehrjährig aufeinander folgendem starken Fraß kommt es oft zu Zuwachsverlusten, Ausfall der Eichenmast oder sogar zum Absterben. Ab Mitte Mai bis Juli kann man die Raupe des Eichenprozessionsspinners in großen Mengen auf Stämmen antreffen. Man findet sie in spezifischen Nestern aus dichten Gespinsten, die aus Häuten, Exkrementen und Brennhaaren bestehen und in den Astgabeln bzw. am Stamm hängen. Nachts gehen die Raupen des Eichenprozessionsspinners in den Baumkronen im „Gänsemarsch“ (Prozession) auf Nahrungssuche (Eichenblätter).

H) Kohlenstoffspeicher "Baum"

Koordinaten:  N51°47.324 E12°14.440

 

Bäume binden Kohlenstoffe und bremsen den Klimawandel. Grund ist die Photosynthese, die die Bäume betreiben, um überhaupt zu wachsen. Bei diesem Prozess nehmen Bäume das mit für den Klimawandel verantwortliche Kohlendioxid aus der Luft auf. Unter Lichteinfluss zerlegen sie das Gas in seine Bestandteile und verwandeln es in organische Materialen wie zum Beispiel Holz. Für einen Kubikmeter Holz verbraucht ein Baum dabei durchschnittlich eine Tonne CO². Holz besteht etwa zur Hälfte aus Kohlenstoff. In der Regel kann man davon ausgehen, dass in einem Kubikmeter Holz der Kohlenstoff einer Tonne Kohlendioxid gespeichert wird.