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Koordinaten zum Cache

N51° 28.50167 E11° 59.255

auf Google Maps


Dieser Cache ist offiziell gelistet bei www.geocaching.com als Cache GC5CM1Y und hat den Namen Königliche Reichsbahndirektion.

Informationen zum Denkmal

Am 1. April1895 wurde die Königliche Eisenbahndirektion Halle an der Saale gegründet. Das Streckennetz umfasste zu diesem Zeitpunkt 1900 Kilometer. Verkehrspolitisch war Halle zu dieser Zeit eine bedeutende „Drehscheibe“ Preußens, kreuzten sich doch hier wichtige Verbindungen zwischen Schlesien und den westlichen Provinzen mit den Nord-Süd-Routen von Magdeburg und Berlin nach Süddeutschland.

Die Pläne für den 1901/02 errichteten, damals größten Verwaltungsbau der Stadt Halle stammen aus dem Jahr 1899 und sind von Regierungs- und Baurat Eduard August Wilhelm Fürstenau (1862 Marburg – 1938 Berlin). Fürstenau war 1890 in den preußischen Staatsdienst eingetreten, leitete ab 1905 das technische Büro der Hochbauabteilung im preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Berlin und wurde 1916 Mitglied der preußischen Akademie des Bauwesens. Bekannt sind von ihm u.a. die Synagogen in Dortmund und Bielefeld (beide 1938 zerstört), das Strafgericht und das Oberverwaltungsgericht Berlin-Charlottenburg und die Königliche Akademie Posen.

Der monumentale dreieinhalbgeschossige Putzbau der Eisenbahndirektion erinnert mit seinen reichen Werksteingliederungen, den giebelbekrönten Eckrisaliten und dem beherrschenden Mittelrisalit an Renaissancebauten. Über dem mittigen Haupteingang wurden an der Fassade, die Fenster des großen Sitzungssaales flankierend, auf Konsolen und unter Baldachinen Köpfe angebracht, die wohl in unmittelbarem Bezug zu den unter ihnen benannten Bezeichnungen stehen: Handel, Maschinenbau, Bergbau und Ackerbau. Zum Handel auf der linken Seite gehört als Gott der Händler Merkur, hier mit geflügeltem Helm und Stab dargestellt. Ganz rechts ist Ceres, die Göttin des Ackerbaus, zu sehen, mit einem Ährenkranz, Sichel und Sense. Die beiden mittleren Figuren sind nicht eindeutig zu benennen.
Es könnte für den Maschinenbau Aristoteles (384-322) abgebildet sein, der Hebel und Schraube als Maschinen definierte. Für den Bergbau steht vermutlich Georgius Agricola (1494-1555), der Mitte des 16. Jhs. mehrere für den Bergbau entscheidende Werke, so das 1556 erschienene De re metallica libri XII., veröffentlichte und heute als Vater der Mineralogie gilt. Als Symbole finden bei ihm Schlägel und Eisen Verwendung. In der heute leeren Kartusche im hohen Dreiecksgiebel darüber befand sich ursprünglich das Wappen des Königreiches Preußen.

Das opulente, weitgehend noch bauzeitlich erhaltene Haupttreppenhaus empfängt den Gast heute mit einem sinnenfrohen Bild von Günter Rechn aus dem Jahr 1979. Doch bevor man die Treppe emporsteigt, fallen die polierten Säulen aus Granit auf, die im Erdgeschoss eine andere Farbigkeit aufweisen als im oberen Stockwerk. Sicherlich variierte darauf abgestimmt in den beiden Geschossen 1902 auch die Farbigkeit. Die historische Farbgestaltung vermittelt im 1. Obergeschoss vor dem großen Sitzungssaal ein Gewölbe mit rekonstruierter Ausmalung. Kleine freigelegte Bereiche in den daneben anschließenden Kreuzgewölben zeigen Reste der originalen Ausmalung. Neben dem Treppenhaus sind im großen Sitzungssaal noch die originalen Fenster und die stuckierte Decke erhalten.
In den Jahren von 1929 bis 1938 wurde das Gebäude erweitert, um dem erhöhten Platzbedarf zu entsprechen. In der Außengestaltung passen sich diese Anbauten dem historischen Kernbau an, hier jedoch mit moderner Innenarchitektur. Die Kelleranlagen dieses Bereiches sind von vornherein auf  Luftschutzzwecke ausgerichtet. Im Krieg selbst blieb der Bau jedoch bis auf zwei durch Brandbomben verursachte Dachstuhlbrände von Zerstörungen verschont.
Nach der Verlagerung der Bahnverwaltung nach Leipzig ist das Gebäude seit 2007 Hauptsitz des Landesverwaltungsamtes.

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