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Betrieb von unbemannten Luftfahrzeugen

Wichtige Hinweise

Seit 31.12.2020 gilt die Durchführungsverordnung (EU) 2019/947. Sie regelt den Flugbetrieb für unbemannte Luftfahrzeugsysteme (UAS), im allgemeinen Sprachgebrauch „Drohnen“, unmittelbar und verdrängt teilweise die Regelungen der Luftverkehrsordnung. Das neue nationale Luftrecht für UAS wurde an die EU-Regelungen angepasst und gilt seit 18.06.2021: LuftVO - nichtamtliches Inhaltsverzeichnis (gesetze-im-internet.de).

Gemäß DVO (EU) 2019/947 wird der Betrieb von UAS in drei Kategorien aufgeteilt: offen, speziell und zulassungspflichtig. Der Betrieb in der offenen Kategorie gemäß Art. 4 der DVO (EU) 2019/947 ist genehmigungsfrei, sofern alle Bedingungen der offenen Kategorie tatsächlich eingehalten werden. Die EU stellt je nach Gewicht und Betriebsrisiko Anforderungen an die Kenntnisse und Qualifikationen der Fernpiloten im Anhang A (UAS.OPEN.010 bis UAS.OPEN.070) der o.g. Verordnung. Auf dieser Seite finden Sie die Informationen für einen sicheren Flug nach den neuen EU-Vorschriften. Schauen Sie sich das Lehrmaterial (u.a. als Videos) dort an! Hier ist der Link zu dieser Seite des LBA. Die Online-Schulung und Prüfung für A1 und A3 kann dort auch absolviert werden.

Geht der Betrieb von UAS über die Grenzen der offenen Kategorie hinaus, ist der Betreiber verpflichtet für die spezielle Kategorie eine Betriebsgenehmigung nach Artikel 12 der DVO (EU) 2019/947 einzuholen. Das höhere Betriebsrisiko rechtfertigt hier die höheren Anforderungen an die Betreiber und die Fernpiloten. Die Risikobewertung erfolgt gemäß Art. 11. Daraus werden die erforderlichen Maßnahmen für den sicheren Flugbetrieb abgeleitet.

In der zulassungspflichtigen Kategorie werden größere, technisch komplizierte Vorhaben erfasst. Die Anforderungen sind dort sehr anspruchsvoll. Zuständig für diese Kategorie ist das Luftfahrtbundesamt.

Auf der gut aufbereiteten UAS-Seite des Luftfahrtbundesamtes (LBA) wurden viele Fragen zu den neuen Regelungen und den Übergangsfristen bereits beantwortet. Schauen Sie dort unbedingt vorbei: https://www.lba.de/DE/Betrieb/Unbemannte_Luftfahrtsysteme/FAQ/FAQ_Betrieb_UAS_12_2020/FAQ_node.html 

Auf der Seite der EASA finden Sie weitere Antworten auf die häufig gestellten Fragen. Die Seite ist zwar auf Englisch, lässt sich aber über die Browserfunktion ins Deutsche übersetzen.

Die vor 2021 erteilten Erlaubnisse gemäß §§ 21a, 21b LuftVO bleiben bis zum Ablauf der darin festgelegten Befristung (siehe Seite 2 Ihrer Erlaubnis), maximal jedoch bis zum 31.12.2021 gültig. 

Es besteht die Möglichkeit, Anträge auf Betriebsgenehmigungen in der speziellen Kategorie zu stellen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Bearbeitung zur Zeit mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann. 

Weitere Informationen werden hier in der nächsten Zeit hinzukommen.

 

Grundsätzliche Hinweise

  • Drohnen/UAS sind Luftfahrzeuge gemäß § 1 Abs. 2 Satz 3 Luftverkehrs-Gesetz (LuftVG). Die Fernpiloten sind für ihren sicheren Betrieb verantwortlich.
  • Für jedes Luftfahrzeug muss eine (Luftfahrt-)Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. 
  • Starts und Landungen dürfen nur mit Zustimmung des Grundstückseigentümers bzw. des Verfügungsberechtigten durchgeführt werden.
  • Der Luftraum wird mit bemannten Luftfahrzeugen geteilt. Rettungshubschrauber oder Hubschrauber der Polizei können auch unter 100 m Höhe fliegen! Drohnen aller Art müssen bemannten Luftfahrzeugen stets durch Verringerung der Flughöhe (oder Landung) ausweichen. 
  • Aufstiege in einer Entfernung von weniger als 1,5 Kilometer von der Begrenzung von Flugplätzen, auf Flugplätzen sowie in einer Radio Mandatory Zone (RMZ) bedürfen der Zustimmung der Luftaufsichtsstelle oder der Flugleitung. Innerhalb des kontrollierten Luftraums ist gemäß § 21 Abs. 1 Nr. 5 LuftVO eine Flugverkehrskontrollfreigabe bei der zuständigen Stelle einzuholen. Sie können eine Übersicht über Flugplätze, Kontrollzonen und Flugbeschränkungsgebiete in Sachsen-Anhalt runterladen.
  • Jeder Fernpilot ist zu einer ordnungsgemäßen Flugvorbereitung im Sinne von Anhang SERA.2010 Buchstabe b der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 923/2012 verpflichtet.  
  • Der Fernpilot muss die technischen Möglichkeiten und Grenzen seines UAS kennen und einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu Hindernissen aller Art einhalten.
  • Der räumliche Bereich der privaten Lebensgestaltung Dritter darf nicht verletzt werden.
  • Für Foto- und Filmaufnahmen mit UAS sind Datenschutzrecht, Persönlichkeitsrecht bzw. das Recht am eigenen Bild und Urheberrecht zu beachten!
  • Der Betrieb von unbemannten Fluggeräten ist in vielen naturrechtlichen Schutzgebieten grundsätzlich verboten. Folgen Sie dem Link für eine Übersicht über Naturschutzgebiete in Sachsen-Anhalt (unter Karteninhalt (links unten) folgende Schutzgebiete auswählen: FFH-, Vogelschutz-, Naturschutzgebiete sowie Nationalparke; danach rechts oben Ort eingeben)
  • Die Nichteinhaltung der luftrechtlichen Vorschriften führt zur Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens. Bei einer Gefährdung Dritter oder bei einer Verletzung datenschutzrechtlicher Bestimmungen kann ein Strafverfahren eingeleitet werden.

Genehmigungen

Nach aktueller Rechtslage gibt es verschiedene Genehmigungsarten. Eine Genehmigung gemäß § 21i LuftVO kann für die offene Betriebskategorie erforderlich sein, wenn die Bedingungen für den Betrieb von UAS in einem geografischen Gebiet gemäß § 21h Abs .3 LuftVO nicht eingehalten werden können. Die Genehmigung für die geografischen Gebiete kann allgemein oder einzeln beantragt werden.

Die Allgemeingenehmigung wird für zwei Jahre erteilt und kostet 200 EUR bei der Erstbeantragung. Sie kann mindestens in 6 weiteren Bundesländern unproblematisch anerkannt werden. Weitere Informationen finden Sie im Antragsformular am Ende dieser Seite. Eine Anerkennung von Allgemeingenehmigungen aus den Bundesländern NI, HH, HB, SH, HE, BW wird in einem vereinfachten Verfahren erstellt und kostet 50 EUR. Bitte beachten Sie, dass die Fernpilot:innen ein A2 EU-Fernpilotenzeugnis oder übergangsweise eine Kombination aus dem A1/A3 Online-Nachweis und einem deutschen "Drohnenführerschein" (bis 2020 erteilt) besitzen müssen.

Die Genehmigung für den Einzelfall kann für einen kurzen Zeitraum von max. zwei Wochen und einige geografischen Gebiete beantragt werden, wenn eine Allgemeingenehmigung nicht benötigt wird. die Gebühr wird hier je nach Einzelfall berechnet.

Für die spezielle Betriebskategorie werden die Genehmigungen erforderlich, wenn der Drohnenbetrieb über die Grenzen der offenen EU-Kategorie hinausgeht. Das höhere Risiko dieser Kategorie muss vom Antragsteller in einem sogenannten SORA-Verfahren (EU) eingeschätzt und in einem Betriebskonzept (ConOps) im Detail beschrieben werden. Dann kann der Antrag eingereicht und bearbeitet werden. Beachten Sie bitte, dass bei Genehmigungen für die spezielle Kategorie die Zuständigkeit abweichend bei den Luftfahrtbehörden der Bundesländern liegt, wo sich der Unternehmenssitz bzw. Wohnort des Antragstellers befindet. Nur Unternehmen bzw. Privatpersonen aus Sachsen-Anhalt sollten bei uns entsprechende Anträge einreichen.

Hinweis: Antragsformulare für Genehmigungen aller Art finden Sie am Ende dieser Seite. Es werden Gebühren gemäß LuftKostV berechnet. 

Antragsverfahren

Um einen Vorgang erstmalig bearbeiten zu können, muss der Betreiber des UAS bei der Luftfahrtbehörde einen Antrag stellen. Verwenden Sie bitte hierfür die Antragsformulare am Ende dieser Seite. Das jeweilige Antragsformular ist vollständig auszufüllen und mit den erforderlichen Unterlagen einzusenden. Diese sind in den Antragsformularen aufgelistet.

Hinweis: die Bearbeitungsdauer für Anträge auf Erlaubnisse aller Art beträgt mindestens 5 Arbeitstage nach dem Eingang eines vollständigen Antrages. Aktuell kann es zur längeren Bearbeitungszeiten kommen.

Kontrollierter Luftraum

Nach § 21 LuftVO ist für einen Aufstieg eines Flugmodells oder eines UAS innerhalb des kontrollierten Luftraumes eine Flugverkehrskontrollfreigabe von der zuständigen Flugverkehrskontrollstelle einzuholen. Die DFS hat in der NfL 1-2077-20 eine Allgemeinfreigabe für Flugmodelle und UAS in der Kontrollzone des Flughafens Leipzig/Halle erteilt. Diese gilt jedoch nur, wenn die Auflagen der DFS eingehalten werden. Diese finden Sie auch auf der Internetseite der DFS.

Am Verkehrsflughafen Magdeburg-Cochstedt wurde eine ATZ von der Deutschen Flugsicherung eingerichtet. Die Bedingungen für die Nutzung dieses Luftraumes können Sie hier nachlesen.

Weiterführende Informationen

  • Übersicht über die Flugplätze, Kontrollzonen und Flugbeschränkungsgebiete in Sachsen-Anhalt (nicht barrierefrei)
  • Weitergehende Informationen zu unbemannten Luftfahrzeugsystemen (UAS) erhalten Sie bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) im Onlinedienst.
  • Übersicht über Naturschutzgebiete in Sachsen-Anhalt (unter Karteninhalt (links unten) folgende Schutzgebiete auswählen: FFH-, Vogelschutz-, Naturschutzgebiete sowie Nationalparke; danach rechts oben Ort eingeben)

Ihr Ansprechpartner

Herr Wiegandt (Sachbearbeiter für Drohnen/UAS und besondere Nutzung des Luftraumes)
Tel.: +49 345 514-1842

E-Mail

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Alle Sprechstunden und persönlichen Beratungsgespräche in den Dienstgebäuden des Landesverwaltungsamtes sind abgesagt.

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