Versorgungsärztlicher Dienst

sozialmedizinische Begutachtung

Referatsleiterin:

Referatsleiterin und Leitende Ärztin der Landesversorgungsverwaltung
Dr. med. Liane Schmidt


Maxim-Gorki-Str. 7
06114 Halle (Saale)
Telefon: +49 345 514-3026
Telefax: +49 345 514-3018
E-Mail


Der Versorgungsärztliche Dienst integriert die Aufgabengebiete des Leitenden Arztes der Versorgungsverwaltung des Landes Sachsen-Anhalt, der Ärztlichen Gutachterdienste des Landesversorgungsamtes im Landesverwaltungsamt sowie des Versorgungsamtes Schwerbehindertenrecht und des Versorgungsamtes Hauptfürsorgestelle, Soziales Entschädigungsrecht.
Darüber hinaus ist das Referat für die Wahrnehmung des Prüfungsausschussvorsitzes für Gesundheitsfachberufe zuständig und steht für die Erledigung ärztlicher Querschnittsaufgaben im Landesverwaltungsamt zur Verfügung.

Der Leitende Arzt verfügt über die Weiterbildungsbefugnis Sozialmedizin, so dass im Landesverwaltungsamt als anerkannte Weiterbildungsstätte für Sozialmedizin Weiterbildungen absolviert werden können.

Der Versorgungsärztliche Dienst erbringt medizinische Sachverständigenleistungen in Ausgangs-, Widerspruchs- und Rechtsmittelverfahren. Die sozialmedizinischen Begutachtungen erfolgen

  • nach dem Sozialen Entschädigungsrecht einschließlich Aufgaben der Heil- und Krankenbehandlung sowie der Orthopädischen Versorgung nach dem Bundesversorgungsgesetz und den Anhangsgesetzen (Opferentschädigungsgesetz, Häftlingshilfegesetz, Infektionsschutzgesetz, Soldatenversorgungsgesetz, Zivildienstgesetz);

  • nach dem Anti-D-Hilfegesetz;

  • nach dem Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetz;

  • in Angelegenheiten der Kriegsopferfürsorge und der Hauptfürsorgestelle;

  • nach dem Unterstützungsabschlussgesetz;

  • nach dem Sozialgesetzbuch IX – Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen;

  • nach dem Landesblinden – und Gehörlosengeldgesetz und

  • in ärztlichen Angelegenheiten des Integrationsamtes (Kündigungsschutzverfahren).

Erläuterungen

Leitender Arzt der Landesversorgungsverwaltung

Der Leitende Arzt der Landesversorgungsverwaltung ist im Rahmen der ihm obliegenden fachlichen Aufsicht über die versorgungsmedizinische Begutachtung im Land Sachsen-Anhalt für die fachlich korrekte, sachlich- neutrale und einheitliche Umsetzung der ?Versorgungsmedizinischen Grundsätze? als verrechtlichtes Instrument eines bundesweit zentralen Qualitätsmanagements für sozialmedizinische Begutachtungen nach dem Sozialen Entschädigungsrecht (SER) und nach dem Schwerbehindertenrecht (SchwbR) zuständig.
Zugleich trägt er dafür Sorge, die nicht verordneten Bestandteile der Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit nach dem Sozialen Entschädigungsrecht und dem Schwerbehindertenrecht hinsichtlich ihrer Anwendung als antizipiertes Sachverständigengutachten überwachend zu vermitteln.
Im Rahmen der fachlichen Führung und Anleitung interner und externer Gutachter werden zur Umsetzung von Qualitätssicherungsmaßnahmen u.a. regelmäßig versorgungsmedizinische Fortbildungen durchgeführt. Es handelt sich um Qualitätszirkel mit interdisziplinären Fallbesprechungen,  die von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt zertifiziert sind. Die im Zusammenhang mit der ärztlichen Fortbildungspflicht für den Erwerb des Fortbildungsdiploms anerkannten Veranstaltungen sind nach außen geöffnet und bieten beifolgend interessierten Ärzten die Möglichkeit, sich sozialmedizinisch  fortzubilden.


Versorgungsmedizinische Grundsätze (Link) und das Einlegeblatt mit den Änderungen der VersMedV einschließlich der 4. Verordnung zur Änderung der VersMedV (Link).

Die verordnungsfähigen Bestandteile der Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit nach dem Sozialen Entschädigungsrecht und dem Schwerbehindertenrecht wurden zum 01. Januar 2009 verrechtlicht und durch die ?Versorgungsmedizinischen Grundsätze? ersetzt. Diese sind der versorgungsmedizinischen Begutachtung gemäß der Versorgungsmedizin Verordnung (VersMedV) rechtsverbindlich zugrunde zu legen.
Die fachliche Pflege in ständiger Anpassung an den medizinisch anerkannten Wissensstand obliegt dem Gremium eines Ärztlichen Sachverständigenbeirates, der das zuständige Bundesministerium berät. Berufene Mitglieder nehmen diese Tätigkeit in Form eines persönlichen Ehrenamtes wahr.

Arbeitsgemeinschaft der versorgungsmedizinisch tätigen Leitenden Ärzte der Länder und der Bundeswehr

Zur Umsetzung des zentralen Qualitätssicherungssystems auf Länderebene bilden die Leitenden Ärzte der Bundesländer und der Bundeswehr eine Arbeitsgemeinschaft. Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es, durch regelmäßigen, fachlichen Austausch eine bundeseinheitliche Beurteilung und Bewertung versorgungsmedizinischer Sachverhalte zu gewährleisten sowie Qualitätsstandards zu entwickeln und zu sichern.
Zu den Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft gehört es, versorgungsmedizinische Fachfragen in den Ärztlichen Sachverständigenbeirat Versorgungsmedizin beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales einzubringen. Die Arbeitsgemeinschaft wirkt daran mit, dass die in der Versorgungsmedizinverordnung nicht berücksichtigten Teile der ?Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertenrecht? weiter entwickelt und einheitlich umgesetzt werden. 
Begutachtungsrelevante Beschlüsse der Arbeitsgemeinschaft werden veröffentlicht.

Weiterbildung Sozialmedizin

Bei der "Sozialmedizin" handelt es sich um ein Fachgebiet, welches alle medizinischen Belange auf dem Gebiet der Sozialversicherungsmedizin (Rentenversicherung, Medizinischer Dienst der Krankenkassen, Arbeitsagentur, Rehabilitationsmedizin, Versorgungsmedizin, Wehrmedizin etc.) umfasst. Ein entsprechender Weiterbildungsabschluss ist für alle auf diesen Gebieten tätigen Fachärzte qualitative Norm.
Den medizinischen Diensten obliegt die Aufgabe, für den Sozialleistungsträger als medizinischer Sachverständiger beratend tätig zu sein. Dabei kommt es inhaltlich darauf an, sozialversicherungs- und sozialleistungsrechtliche Konsequenzen abzuleiten, die sich aus der medizinischen Faktensituation unter Beachtung der Anforderungen der mit dem jeweiligen Rechtshintergrund einhergehenden begutachtungsrelevanten Besonderheiten ergeben.
Nach der in Sachsen-Anhalt ab April 2005 neu geltenden Weiterbildungsordnung sind für den besonderen Wissenserwerb eines Gutachters neben der Facharztqualifikation u. a. Weiterbildungskurse an Akademien für Sozialmedizin erforderlich, die Weiterbildungsinhalte mit insgesamt 320 Stunden für das Absolvieren von Grund- und Aufbaukursen umfassen.

Für Weiterbildungswillige ist jedoch zumeist das Erfüllen der Forderung schwierig, wonach ebenso eine 12 Monate andauernde sozialmedizinische Tätigkeit nachzuweisen ist, die bei einem weiterbildungsbefugten Leitenden Arzt absolviert wurde.
Es gibt in Sachsen - Anhalt nur wenige Weiterbildungsstätten, an denen dieses Tätigkeitsjahr abgeleistet werden kann. Der Versorgungsärztliche Dienst im Landesverwaltungsamt steht hierfür zur Verfügung. Er bietet zudem vergleichsweise den Vorteil, dauerhaft eine Vielzahl an vertraglich gebundenen externen Gutachtern zu beschäftigen. Diese unterliegen, den internen Gutachtern gleichgestellt, der stetigen fachlichen Anleitung durch den Leitenden Arzt der Landesversorgungsverwaltung im Rahmen der Fachaufsicht und des damit verbundenen zentralen Qualitätsmanagements.
Für jene Außengutachter, die den Nachweis einer langjährigen Tätigkeit im Begutachtungsumfeld des Schwerbehindertenrechts und des Sozialen Entschädigungsrechts mit entsprechender Fallzahlenerledigung unter der fachlichen Anleitung des Leitenden Arztes der Landesversorgungsverwaltung erbringen, kann eine Gleichwertigkeit gegenüber jenen, gemäß der Weiterbildungsordnung vorgegebenen 12 Monaten geprüft werden. Zuständig ist die Fach- und Prüfkommission der Ärztekammer Sachsen-Anhalt. Die Fachkommission berät die Ärztekammer in allen sozialmedizinischen Angelegenheiten. Als Prüfkommission befindet sie über die Erteilung von Weiterbildungsbefugnissen und die Anerkennung von Weiterbildungsstätten. Wesentliche Aufgabe ist darüber hinaus die Zulassung zur Abschlussprüfung und deren Abnahme zum Erwerb der Bezeichnung "Sozialmedizin" gemäß geltender Weiterbildungsordnung für Ärzte.

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