Menu
menu

2. Februar ist der Tag der Moore

Schutz und Renaturierung einzigartiger Ökosysteme

Heute ist der Tag der Moore, dass ist ein Anlass, die Bedeutung dieser faszinierenden Ökosysteme hervorzuheben. Moore sind nicht nur Zeugen unserer Landschaftsgeschichte, sondern auch entscheidende Akteure im Umweltschutz und der biologischen Vielfalt. Sachsen-Anhalt setzt sich nachdrücklich für den Erhalt und die Renaturierung von Mooren ein und unterstreicht dabei die wichtige Rolle dieser Gebiete im Klimaschutz und im Schutz seltener Pflanzen und Tiere.

Seit dem 17. Jahrhundert hat der Mensch etwa 99 Prozent der Moore durch Entwässerung, Abbau oder landwirtschaftliche Nutzung beeinflusst oder ganz beseitigt. Diese Zerstörung dauert bis heute an und hat weitreichende Auswirkungen auf die Umwelt.

In Sachsen-Anhalt befinden sich insgesamt knapp 91.000 ha Moorböden bzw. moorähnliche Böden – dies entspricht etwa 4,5 % der Landesfläche. Mit diesen rund4,5 Prozent befindet sich Sachsen-Anhalt unter den sechs moorreichsten Bundesländern. Innerhalb des Landes sind die größten Moorvorkommen in den drei nördlichen Landkreisen zu finden, dem Altmarkreis-Salzwedel (34.527 ha Moore mit organischen Böden), dem Jerichower Land (18.758 ha Moore mit organischen Böden) und dem Landkreis Stendal (16.445 ha Moore mit organischen Böden).

Sachsen-Anhalt ergreift Maßnahmen, um dem Trend entgegenzuwirken. Drei Pilotprojekte zur Renaturierung von Mooren wurden ins Leben gerufen: das Cheiner Torfmoor im Altmarkkreis Salzwedel, die Nedlitzer Niederung im Landkreis Anhalt-Bitterfeld und Magdeburgerforth im Landkreis Jerichower Land.

Zudem sind Schutzmaßnahmen und die Unterschutzstellungen der Gebiete elementar, geschehen u.a. über die Landesverordnung (Natura 2000) durch das Landesverwaltungsamt, hier werden Moore als Lebensraum bedrohter Pflanzen und Tiere geschützt und die Voraussetzungen für den Erhalt und die Durchführung von Entwicklungsmaßnahmen sowie von Naturschutzprojekten geschaffen.

Die Bedeutung von Moorschutz wird durch folgende Fakten unterstrichen. Moore speichern weltweit etwa doppelt so viel Kohlendioxid wie alle Wälder zusammen. Sie dienen nicht nur dem Hoch- und Grundwasserschutz, sondern sind auch Heimat für viele seltene Pflanzenarten und Insekten. Moorschutz ist somit nicht nur kostengünstiger Klimaschutz, sondern trägt auch zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei.

Hintergrund

Hintergrundinformationen verdeutlichen die Einzigartigkeit von Mooren als dauerfeuchte und sumpfartige Landschaften. Moore tragen wesentlich zur Speicherung von Kohlenstoffdioxid bei, indem sie durch das Wachstum pflanzlicher Biomasse langfristig Kohlenstoff aus dem Kreislauf entziehen. Trotz der positiven Umweltauswirkungen sind fast alle Moorgebiete in Sachsen-Anhalt trockengelegt, und es besteht dringender Bedarf an flächendeckenden Daten über den Zustand und die Landnutzung dieser wertvollen Ökosysteme.

Der Tag der Moore bietet eine Gelegenheit, das Bewusstsein für die Bedeutung dieser Gebiete zu schärfen und die gemeinsamen Anstrengungen zur Erhaltung und Renaturierung zu stärken. Sachsen-Anhalt ruft alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich aktiv am Schutz unserer Moore zu beteiligen und die Schönheit dieser einzigartigen Landschaften zu bewahren.