Salziger See

Größe: 448,00 ha   
Landkreis: Mansfeld-Südharz  
Codierung: NSG0147___   
Verordnung:  VO v. 19.12.1994 (Amtsbl. f. d. Reg.-Bez. Halle. - 3(1994)19 v. 21.12.1994)
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

NSG "Salziger See"

Sicherung seltener und gefährdeter Lebensräume wie z. B. Trockenrasen, Salzwiesen und Feuchtbiotope; Schutz bedeutsamer Brut- und Rastgebiete für Wasser- und Kleinvögel. 

Beschreibung des Geländes

Das NSG (77 - 125 m ü. NN) liegt ca. 11 km südöstlich  von Eisleben. Es schließt den West- und Nordteil der ehemaligen Seefläche zwischen Röblingen am See und Seeburg ein. Die Teufelsspitze (114,7 m ü. NN) im Osten des NSG ist eine interessante geologische Formation.

Geologische Beschaffenheit

Das Gebiet gehört zum Teutschenthaler Sattel.
Im Untergrund standen großflächig salzhaltige Gesteine an. Infolge von Salzauslaugungen senkte sich die Oberfläche des Gebietes und führten u.a. zur Ausbildung des Salzigen Sees.
Nach massiven Wassereinbrüchen im Kupferschieferbergbau Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Salzige See trockengelegt und seitdem der Wasserstand über ein Pumpsystem reguliert. Die im Untergrund zirkulierende Wässer verstärkten die Subrosion der salinaren Gesteine, was wiederum starke und ungleichmäßige Senkungen und Erdfälle im Umfeld des Sees zur Folge hatte.
Nach Einstellung des Bergbaues kam es trotz des Pumpenbetriebes zur Vernässung von Teilflächen des ehemaligen Seebodens.

Vegetation

Kennzeichnend für die Vegetation im NSG sind Schilfflächen und halotolerante annuelle Uferfluren auf Schlammflächen, wie Gifthahnenfuß-Gesellschaft (Ranunculetum scelerati), Gesellschaft des Graugrünen und Roten Gänsefußes (Chenopodietum rubri) sowie Salzpflanzenvegetation, in der die Strand-Aster (Astero-Puccinellietum distantis) dominiert.

Infolge des Wasseranstiegs nimmt der Anteil der Schilfflächen im Gebiet zu. Ausgebildet sind u.a. Schilf-Röhricht (Phragmitetum australis), Strandsimsen-Brackwasserröhrichte (Bolboschoenetum maritimi) und Uferseggen-Riede (Caricetum ripariae).

Diese Schilfgesellschaften sind zum Teil eng miteinander verzahnt.
Eine floristische Besonderheit ist die Roggen-Segge (Carex secalina).

Weiterhin gehören Weidengehölze, extensive Feuchtwiesen, Streuobstwiesen, Trocken- und Halbtrockenrasen, Felsfluren, Trockengebüsche, intensiv genutztes Grünland, Ackerbrachen und Äcker zum NSG.

Fauna

Die Feuchtgebiete des Salzigen Sees gehören zu den überregional bedeutsamen Brut- und Rastgebieten. Vertreter der zahlreichen Brutvogelarten sind

  • Rothalstaucher (Podiceps grisegena),
  • Zwergdommel (Ixobrychus minutus),
  • Große Rohrdommel (Botaurus stellaris),
  • Flußregenpfeifer (Charadrius dubius),
  • Bartmeise (Panurus biarmicus),
  • Beutelmeise (Remiz pendulinus),
  • Braun- und Schwarzkehlchen (Saxicola rubetra, S. torquata)
  • Rohrweihe (Circus aeruginosus),
  • Rohrammer (Emberiza schoeniclus) sowie
  • verschiedene Rohrsänger.

Zahlreiche Watvögel (ca. 34 Arten) sowie Enten, Rallen und Schreitvögel suchen während des Frühjahrs- und Herbstzuges die Schlammareale auf.
Seltene und bestandsbedrohte Libellen, Heuschreckenarten, Lurche und Kleinsäuger haben im NSG ihren Lebensraum. Viele bestandsbedrohte Laufkäferarten leben auf den extensiv bewirtschafteten Äckern bzw. Ackerbrachen.

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Der Zustand des Gebietes ist differenziert zu betrachten. Der anhaltende Wasseranstieg führte zu großflächigen Nutzungsänderungen sowie Nutzungsaufgaben (Hutung, Streuobsternte, Ackerbau). In dieser Phase sind im Gebiet verschiedene Sukzessionsstadien zu beobachten. Inwieweit eine Wiederherstellung des Salzigen Sees und eine damit verbundene grundlegende Umgestaltung des Gebietes realisiert wird, ist derzeit nicht absehbar. 
Das NSG liegt im EU SPA "Salziger See und Salzatal" und ist als FFH-Gebiet "Salziger See nördlich Röblingen am See" von der EU bestätigt.

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