Albrechtshaus

Größe: 63,95 ha   
Landkreis: Harz   
Codierung: NSG0026___   
Verordnung: AO v. 30.03.1961 (GBl. d. DDR Teil II.-(1961)27 v. 04.05.1961 S. 166) in der Fassung v. 01.01.1997 (GVBl. LSA.-8(1997)1 v.02.01.1997, S.2-Rechtbereinigungsgesetz); Beschl.BT Magdeburg v. 31.10.1985 
Karte - © LVermGeo LSA Gen.-Nr.: 10008 (www.lvermgeo.sachsen-anhalt.de)

Schutzziel

NSG Albrechtshaus

Erhaltung typischer Waldgesellschaften im Bereich der Unterharzhochfläche, besonders der Hainsimsen- und der Waldmeister-Buchenwälder, der Erlenbruchwälder sowie der hochgelegenen Traubeneichenbuchenwälder   

Lage

Das NSG (540 m - 480 m ü. NN) liegt im LSG "Harz und Vorländer" ca. 3 km südöstlich von Stiege, unmittelbar westlich der Heilstätte Albrechtshaus. Das Gebiet erfaßt den von zwei Quellbächen der Selke eingerahmten Bergrücken sowie ein Wiesental.

Geologische Beschaffenheit

Den Untergrund bilden Ton- und Kieselschiefer mit Diabaseinschaltungen. Als Besonderheit tritt im östlichen Teil des NSG ein etwa Nord-Süd verlaufender Gesteinsgang auf, der auf den Rotliegendvulkanismus zurückzuführen ist. Im Bereich der von Ost nach West gerichteten Kluft- und Störungstektonik gibt es im Frühjahr zahlreiche Wasseraustritte.
Neben skeletthaltigem Gebirgslöß sind in geringem Umfang Fahlerden und Braunpodsole ausgebildet.
Die Waldbachtäler werden periodisch überschwemmt.

Vegetation

Ein Großteil des NSG wird von Buchenwäldern eingenommen. Wertvolle Altbestände sind am Süd- und Ostrand des Gebietes erhalten geblieben, während weite Bestände von den Sturmwürfen von 1972 betroffen waren. Auf diesen Flächen entwickelten sich vor allem Buchenjungbestände, die von weiteren Laubholzarten durchsetzt sind.
 Eine montane Form des Waldmeister-Buchenwaldes (Galio odorati-Fagetum), dessen Baumschicht aus Rotbuche (Fagus sylvatica) und Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) besteht, stockt auf gut nährstoffversorgten Standorten. In der Krautschicht herrschen u. a. vor: Zwiebel-Zahnwurz (Dentaria bulbifera),  Wald-Gerste (Hordelymus europaeus) und Einblütiges Perlgras (Melica uniflora).
Auf feuchteren Standorten wird die Krautschicht dagegen charakterisiert von Hain-Sternmiere (Stellaria nemorum), Geflecktem Knabenkraut (Dactylorhiza maculata), Winkel-Segge (Carex remota).
Der Hainsimsen-Rotbuchenwald (Luzulo luzuloides-Fagetum) siedelt auf ärmeren Standorten. In der Baumschicht sind die Rotbuche und Trauben-Eiche (Quercus petraea) vertreten. Zur Bodenflora gehören Wald-Reitgras (Calamagrostis arundinacea), Draht-Schmiele (Avenella flexuosa), Schmalblättrige Hainsimse (Luzula luzuloides) und Zweiblättrige Schattenblume (Maianthemum bifolium).
Wasserzügige, quellige Bereiche sind Standort für den montanen Bach-Erlenwald. Die Baumschicht setzt sich zusammen aus Schwarz-Erle (Alnus glutinosa), Grau-Erle (Alnus incana), Gewöhnlicher Esche (Fraxinus excelsior) und Moor-Birke (Betula pubescens).
Neben der Verjüngung dieser Baumarten wachsen in der Strauchschicht Gewöhnlicher Seidelbast (Daphne mezereum), Gewöhnliche Traubenkirsche (Prunus avium) und Faulbaum (Frangula alnus).
An einem der Selkequellbäche hat sich eine Mädesüß-Sumpfstorchschnabelflur (Filipendulo ulmariae-Geranietum palustris) entwickelt.
 Ergänzt wird die Vegetation durch die im Moortal vorkommenden montanen Rotschwingel- Bärwurzwiesen und Borstgrasrasen, auf denen Arten siedeln wie Arnika (Arnica montana) sowie Übergangsmoore mit Großseggen, Scheidigem Wollgras (Eriophorum vaginatum), Teufelsabbiß (Succisa pratensis), Trollblume (Trollius europaeus), Breitblättrigem Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), Sumpf-Veilchen (Viola palustris), Sumpf-Schafgarbe ( Achillea ptarmica) und Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre).

Fauna

Feuersalamander

Zu den Brutvogelarten des NSG gehören beispielsweise Rauhfußkauz (Aegolius funereus), Hohltaube (Columba oenas), Bekassine (Gallinago gallinago) und Wiesenpieper (Anthus pratensis).
Die Wiesenflächen sind Nahrungshabitat des Schwarzstorchs (Ciconia nigra). Vertreter der Lurche sind Bergmolch (Triturus alpestris) und Feuersalamander (Salamandra salamandra).
Bedeutung erlangt das Gebiet als Jagdrevier der Zwergfledermäuse (Pipistrellus pipistrellus), die im ehemaligen Klinikum "Albrechtshaus" ihre Wochenstube haben. Dieses Quartier gilt als das am höchsten gelegene im Land Sachsen-Anhalt.

Zustand des Gebietes und Erhaltungsmaßnahmen

Der Gebietszustand ist differenziert zu betrachten. Während sich die Erlenbruchwälder in einem guten Zustand befinden, sind die vorhandenen Wiesen im Bereich vergangener Meliorationsmaßnahmen an Arten verarmt. Die Beweidung von Teilflächen und eine abgestimmte Mahd sind für die Erhaltung der Wiesenflächen weiterhin erforderlich. Buchen-Altbestände wurden durch Eingriffe stark zurückgedrängt, so daß heute Laubholz-Jungwuchsflächen im NSG dominieren. Das NSG liegt im FFH-Gebiet "Selketal und Bergwiesen bei Stiege".

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